Tierische Freunde!

Tiersprache: Was Kaninchen dir sagen wollen

Wenn du Kaninchen bei dir zu Hause aufgenommen hast, hast du das vielleicht schon mitbekommen: Die kleinen Tiere unterhalten sich nicht nur untereinander, sondern reagieren auch auf ihre menschlichen Mitbewohner und begrüßen sie zum Beispiel. Hier erfährst du, wie genau Kaninchen sich mitteilen und wie du ihre Sprache verstehst.

So sprechen Kaninchen – und so kannst du sie verstehen

Kaninchen sprechen zwar nicht die gleiche Sprache wie wir Menschen, aber mit ihrer Körpersprache machen sie deutlich, wie sie sich fühlen. Töne geben sie nur selten von sich. Wenn du deine tierischen Mitbewohner aufmerksam beobachtest, kannst du mit ein wenig Übung herausfinden, was die flauschigen Tiere dir sagen wollen.

Körpersprache von Kaninchen

Meistens teilen Kaninchen ihr Befinden über ihre Körperhaltung mit. Am meisten nutzen sie dafür ihre Ohren und ihr Schwänzchen, das als Blume bezeichnet wird.

Entspanntes Sitzen

Mit einer entspannten Sitzhaltung zeigen die Tiere genau das – sie sind tiefenentspannt und dösen vielleicht sogar vor sich hin.

Liegen

Kaninchen sind Fluchttiere. Wenn sie sich trauen, sich hinzulegen, fühlen sich in ihrer Umgebung wohl und sicher. Legt sich ein Tier auf die Seite oder sogar auf seinen Rücken, ist es besonders entspannt.

Strecken und Räkeln

Nach den Ruhephasen strecken sich Kaninchen und gähnen oft herzhaft. Zum Wachwerden räkeln sich die kleinen Tiere außerdem gerne.

Ducken

Duckt sich ein Kaninchen, kann dies bedeuten, dass es sich seinen Artgenossen unterordnet.

Reiben des Kinns

Durch das Reiben ihres Kinns an Gegenständen oder Näpfen verteilen Kaninchen ihren Duft und markieren damit ihr Revier. Damit zeigen die kleinen Tiere, dass die markierten Dinge ihnen gehören – es kann auch passieren, dass dein Kaninchen dich markiert.

Anstupsen

Mit Anstupsen zeigen Kaninchen, dass sie deine Aufmerksamkeit möchten. Auch bei Erkundungstouren stupsen sie vorsichtig Dinge an, um diese zu erkennen.

Männchen machen

Kaninchen sind neugierig – wenn sie etwas Spannendes beobachten oder sich einen Überblick verschaffen möchten, stellen sie sich dazu oft auf die Hinterbeine.

Scharren und Buddeln

In der freien Natur leben Kaninchen in Höhlen unter der Erde. Wenn sie in ihrem Gehege scharren und buddeln, gehen sie ihrem natürlichen Instinkt nach. Gehe also sicher, dass sie in ihrem Zuhause auch ausreichend Möglichkeiten haben, diesem natürlichen Bedürfnis nachzugehen. Ein handelsüblicher Käfig kann den Bedürfnissen eines Kaninchens niemals gerecht werden.

Wälzen

Wenn Kaninchen sich unvermittelt mit Schwung auf den Boden werfen, sich drehen und wälzen – dann sieht man den putzigen Tieren bildlich an, wie wohl sie sich fühlen. Auf Naturboden pflegen sie dabei gleichzeitig ihr Fell.

Putzen

Eine gute Fellpflege ist Kaninchen sehr wichtig. Sie putzen sich gerne ausgiebig selbst, aber auch gegenseitig. Durch das Putzen ihrer Artgenossen zeigen Kaninchen sich ihre Zuneigung zueinander. Außerdem dient es dem positiven Sozialverhalten.

Fell ausreißen

Rupfen sich Kaninchen ihr Fell aus, sieht das meist schlimmer aus, als es ist. Vor allem weibliche Kaninchen reißen sich ihr Fell aus, wenn sie denken, dass sie Junge bekommen. Mit dem Fell möchten sie ein Nest für ihren Nachwuchs auspolstern. Verliert dein Kaninchen aber viel Fell, solltest du gemeinsam mit deinen Eltern einen Tierarzt kontaktieren.

Schubsen

Stupst dein Kaninchen dich kraftvoll an oder schubst dich weg, dann möchte dein tierischer Mitbewohner seine Ruhe haben. Die solltest du ihm natürlich auch gönnen!

Zwicken und Beißen

Fühlen sich deine flauschigen Mitbewohner bedrängt, kann es vorkommen, dass sie mit leichten Bissen ihr Unbehagen zeigen und erste Warnzeichen setzen. Untereinander kommt es nur sehr selten vor, dass Kaninchen sich ernsthaft beißen. Kommt es zu häufigen Beißereien unter Artgenossen, solltest du einen Experten konsultieren, denn nicht jedes Kaninchen versteht sich mit jedem Kaninchen.

Schleichen

Ein Zeichen für Unsicherheit und Vorsicht ist es, wenn Kaninchen langsam vorwärts schleichen, statt zu hoppeln. Das ist zum Beispiel meist der Fall, wenn sie einem fremden Artgenossen begegnen.

Aufstellen der Blume

Stellt ein Kaninchen seine Blume auf, ist es aufgeregt oder nervös. Das kann passieren, wenn in ihrer Gruppe die Rangordnung geklärt wird.

Gekrümmtes Sitzen

Eine gekrümmte Sitzhaltung kann ein Anzeichen dafür sein, dass es deinem tierischen Mitbewohner nicht gut geht. Möglicherweise leidet das Tier unter Bauchschmerzen – dann verweigert es manchmal auch seine Nahrung und ist weniger aktiv. Sollte dein Kaninchen an Bauchschmerzen leiden, kann dies schnell ein Notfall werden, bitte sprich deine Eltern an und sucht einen Tierarzt auf.

Lautsprache von Kaninchen

Manchmal drücken Kaninchen ihre Stimmung auch mit Geräuschen aus – meist in Gefahrensituationen oder wenn sie sich unwohl fühlen. Denn grundsätzlich sind Kaninchen sehr ruhige Lebewesen.

Unbehagen, Angst und Panik

Mit brummenden und knurrenden Geräuschen drücken Kaninchen aus, dass sie sich bedrängt fühlen und in Ruhe gelassen werden möchten. Hohes Quietschen und Fiepen deutet auf Panik hin – die Tiere zeigen ausdrücklich, dass ihnen etwas nicht gefällt. Diese Geräusche können sich bis zu verzweifelten Schreien steigern. Dies sollte immer ein Alarmsignal für dich sein, dass mit deinen tierischen Mitbewohnern etwas nicht stimmt. Der Ursache sollte umgehend nachgegangen werden.

Zähneknirschen: Entspannung oder Unwohlsein?

Kaninchen, die leise und regelmäßig ihre Zähne übereinander reiben, sind entspannt und fühlen sich wohl. Während leises Malmen mit den Zähnen ein Zeichen für Entspannung ist, weist starkes Zähneknirschen auf Schmerzen hin. Fällt dir eine solche Veränderung an deinem tierischen Mitbewohner auf, solltest du mit deinen Eltern darüber sprechen.

Ganz egal, ob Kleintiere wie Kaninchen, Meerschweinchen und Hamster oder Hunde, Katzen oder andere tierische Mitbewohner bei dir zu Hause wohnen, du solltest ihr Verhalten beobachten und sie und ihren Charakter kennenlernen. So kannst du erkennen, wenn dein pelziger Mitbewohner Aufmerksamkeit von dir bekommen oder doch lieber seine Ruhe möchte. Bei auffälligen Veränderungen ist es wichtig, deine Eltern zu informieren. Zusammen könnt ihr dann entscheiden, ob ein Tier möglicherweise Schmerzen hat und ihr einen Tierarzt aufsuchen solltet.

Was du tun kannst

Kaninchen können zehn Jahre oder sogar älter werden. Sie benötigen jeden Tag viel Pflege und Zuwendung. Wenn ihr als Familie entscheidet, dass ihr bereit seid, Kaninchen zu euch zu holen, dann besucht bitte ein Tierheim. Kauft niemals ein Kaninchen aus einem Zooladen oder vom Züchter. Und: Kaninchen müssen immer mindestens zu zweit sein! Ein Tier, das alleine gehalten wird, leidet darunter.

Informiere dich und deine Eltern darüber, warum Zoohandlungen keine gute Anlaufstelle bei der Suche nach einem tierischen Mitbewohner sind.