Helden für Tiere

Dieses Kaninchen wurde aus einem Motorraum gerettet

An einem kühlen Herbstabend entdeckte ein Tierfreund ein verletztes Babykaninchen, das auf einer viel befahrenen Straße in Berlin unterwegs war. Er wusste, dass sich das Tierkind in großer Gefahr befand und dringend Hilfe brauchte.

Also folgte der Tierfreund dem Kaninchen, um es in Sicherheit zu bringen. Als das Jungtier in ein Parkhaus hoppelte, lief der Tierfreund ihm nach und beobachtete, dass es sich unter einem Auto versteckte. Hier konnte es auf keinen Fall bleiben – nicht auszudenken, was passieren könnte, wenn das Auto losfahren würde.

Parkhäuser sind kein sicherer Ort für Tierkinder

Der Tierfreund wandte sich an eine Mitarbeiterin von PETA und bat sie um Hilfe, um das Jungtier an einen sicheren Ort zu bringen. Als die Tierschützerin eintraf, war das Kaninchen bereits in die Karosserie, also unter das Auto, geschlüpft. Die Helferin versuchte, unter das Auto zu gelangen, um das Kaninchen herauszuholen, doch es war aussichtslos. Das Tier saß zu weit im Wageninneren fest; sie konnte lediglich mit einem Finger sein Fell ertasten.

Die beiden Tierfreunde brauchten dringend Hilfe. Also riefen sie bei der Feuerwehr an und erzählten die unglaubliche Geschichte. Die Feuerwehr sicherte Hilfe zu, und kurze Zeit später trafen drei Feuerwehrleute im Parkhaus ein

Eine unglaubliche Geschichte

Die Feuerwehrleute konnten kaum glauben, was sie hörten, doch dann entdeckten sie das kleine Kaninchen. Um das Tierkind aus seiner misslichen Lage zu befreien, bauten sie behutsam ein Luftkissen, um das Auto anzuheben. Als das Kissen angebracht war, wurde das Auto angehoben und einer der Feuerwehrmänner schlüpfte darunter. Eine gefährliche Situation! Als er das Kaninchen berührte, schlüpfte es aber noch weiter in den Motorraum des Autos. Was nun? Wie konnten wir dem verletzten Jungtier helfen?

Die Feuerwehrleute sahen nur eine Chance: Die Tierschützer brauchten Verstärkung durch die Polizei – denn die könnte den Halter des Autos ausfindig machen und so dazu beitragen, dass dem Tier endlich geholfen wird.

Die Verstärkung traf schon bald ein, und nun versammelten sich zwei Tierschützer, drei Feuerwehrleute und drei Polizisten um das Auto. Auch die Polizisten waren sprachlos, als sie die Geschichte hörten, und wollten alles dafür tun, das Kaninchen in Sicherheit zu bringen. Zwei Polizisten platzierten sich um das Auto herum, ein weiterer versuchte, den Halter des Autos ausfindig zu machen. Und er hatte Erfolg: Er erreichte den Fahrzeughalter, der sich bereit erklärte, zu seinem Auto zu kommen, um zu helfen.

Wo hatte sich das Tier versteckt?

Der Fahrzeughalter öffnete behutsam die Motorhaube, doch es war kein Kaninchen zu sehen. Während die Tierfreunde minutenlang nach dem Tier suchten, standen die Polizisten in Position, sollte es doch aus dem Motorraum herauskommen. Plötzlich entdeckte die Tierschützerin von PETA das braune Fell des kleinen Kaninchens. Es saß versteckt in einer Ecke des Motorraums, hinter Kabeln und Röhren. Nun fieberten alle mit: Würde es den Tierfreunden gelingen, das Tierkind in Sicherheit zu bringen?

Und tatsächlich! Zentimeter um Zentimeter tastete sich die Tierfreundin an das junge Kaninchen heran und konnte eines der Hinterbeinchen fassen. Langsam ertastete sie den Bauch des Kaninchens und umgriff ihn behutsam. So gelang es ihr schließlich, das Jungtier vorsichtig aus dem Motorraum zu heben. Die Polizisten standen schon mit einer Transporttasche bereit. Das Bein des Kaninchens war verwundet und verkrustet – das Tier musste dringend untersucht werden. Die Tierschützer machten sich auf den Weg zu einer Wildtierstation, wo das Wildkaninchen notversorgt und aufgepäppelt werden sollte, bevor es sich wieder auf den Weg in die Freiheit machen kann.

Die Wildtierrettung Notkleintiere e.V. Berlin / Brandenburg nahm sich dem Tierkind an, das aufgrund seiner Verletzung operiert werden musste. Doch der kleine Kämpfer hat die Operation gut überstanden und ist schon auf dem Weg der Besserung. In wenigen Wochen darf das Kaninchen wieder in die Natur entlassen werden – und zwar an einem Ort, der für ein Wildtier sicherer ist als die Straßen der Großstadt.

PETA hat den Polizisten des Abschnitts 25 der Berliner Polizei für ihren tollen Einsatz eine „Helden für Tiere“-Urkunde verliehen, denn die Beamten haben alles dafür getan, dem verletzten Tier zu helfen und ein großes Herz für Tiere in Not gezeigt!

Sei auch du ein Held für Tiere!

Wenn du ein Tier in Not siehst, schau nicht weg, sondern sprich deine Eltern an und bitte sie, ihm zu helfen.

Es kommt immer wieder vor, dass andere Lebewesen auf unsere Hilfe angewiesen sind – manchmal vielleicht ein Frosch, der auf einer viel befahrenen Straße sitzt und in Gefahr ist, manchmal aber auch ein größeres Tier in Not, das beispielsweise medizinische Hilfe braucht. So kannst auch du ein Held für Tiere sein!

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