Tiere als Bekleidung?

8 tolle Tiere, die für unsere Kleidung getötet werden

Wusstest du, dass unzählige Tiere für die Kleidung von uns Menschen leiden und getötet werden? Vielleicht ist es vielen Menschen nicht bewusst, aber jeder Pelzbommel auf der Mütze, jede Ledertasche und jeder Wollpulli hat Tierleid verursacht.

Wir von PETAKids stellen dir 8 tolle Tiere vor, die weiterleben könnten, wenn wir Menschen keine tierischen Kleidungsstücke wie Leder oder Wolle mehr kaufen würden.

1. Schafe

Schafe sind sanftmütige Tiere und können die Gesichter von mindestens 50 anderen Artgenossen wiedererkennen. Wenn sie traurig sind, lassen sie den Kopf hängen und bleiben lieber allein.

Schafe wurden vom Menschen mit Absicht so gezüchtet, dass ihnen viel zu viel Wolle wächst. Häufig schwitzen sie darunter, und es juckt und kratzt sehr auf ihrer Haut. Aus der Wolle werden Pullover, Mäntel und andere Kleidungsstücke hergestellt. Doch die Schafe geben ihre Wolle nicht freiwillig her, sie müssen dafür geschoren werden, was meist schmerzhaft für sie ist. Die Arbeiter, die die Schafe scheren, haben es meistens sehr eilig, und daher behandeln sie die Tiere dann ruppig, anstatt lieb mit ihnen umzugehen. Zudem benutzen sie dabei oftmals scharfe Geräte. Wenn die Schafe dann zappeln, werden sie oft geschnitten und erleiden manchmal sogar tiefe, schmerzhafte Wunden.

Wusstest du, dass außerdem viele Schafe noch als Babys getötet werden, damit ihr Fell für Stiefel wie Ugg Boots oder als Kuschelfell benutzt werden kann? Die Lämmer sind dann meist noch nicht mal ein Jahr alt und noch kleine Kinder.

2. Nerze

Nerze sind unglaublich gute Schwimmer und lieben es, im Wasser zu jagen und zu tauchen. Ihr Fell ist besonders dicht und wasserabweisend und damit perfekt zum Schwimmen.

In der Zucht dürfen Nerze, die auf Pelzfarmen leben, niemals schwimmen oder tauchen. Sie werden in winzigen und zumeist dreckigen Käfigen eingesperrt, bis sie eines Tages getötet werden. Dann holen Arbeiter sie aus ihren Käfigen und betäuben sie mit Gas, um ihnen das Fell vom Körper schneiden zu können. Ihr Fell wird dann zu Kapuzenkragen, Bommeln für Mützen oder Mänteln weiter verarbeitet. Nerzhaare werden auch für die Herstellung von künstlichen Wimpern verwendet.

3. Rinder

Kühe können mehr als 20 Jahre alt werden. Sie lieben es, auf einer großen Weide zusammen zu laufen oder als Gruppe gemütlich im Schatten zu liegen. Rinder sind sehr sensible und soziale Tiere, die enge Bindungen zueinander aufbauen und beste Freunde haben. Damit wir Menschen Produkte aus Leder tragen können, müssen sehr viele Kühe auf ein schönes Leben verzichten. Leder wird häufig für Schuhe, Taschen oder Gürtel verwendet. Meistens wird dafür die Haut von Rindern, also Kühen, benutzt. Die Tiere müssen oft in einem dunklen, dreckigen Stall leben oder werden zu tausenden in riesigen Gehegen gehalten, wo sie in ihrem Kot stehen und Regen und Sonne schutzlos auf sie einprallen. Nach nur wenigen Jahren endet ihr Leben schließlich in einem Schlachthaus.

4. Gänse

Gänse sind Zugvögel, die sich gerne im Warmen aufhalten und deswegen im Winter weiter nach Süden fliegen, wo sie die kalten Monate verbringen. Sie leben am liebsten in Gruppen und suchen sich einen Partner aus, mit dem sie für den Rest ihres Lebens zusammenbleiben.

In Zuchtbetrieben können Gänse nicht fliegen, denn ihre Flugfedern werden abgeschnitten. So können die Tiere nicht aus ihrer Gefangenschaft davonfliegen, denn aus ihren Federn sollen Daunenfüllungen hergestellt werden. Daunen sind die kleinen Federn von Gänsen oder auch Enten. Damit der Mensch diese Daunen in Winterjacken oder Bettdecken verarbeiten kann, werden sie den Vögeln ausgerupft. In Europa dürfen nur tote Gänse gerupft werden. Trotzdem kommt es immer wieder vor, dass lebenden Tieren die Federn herausgezogen werden. Dafür werden sie an den Füßen festgebunden und am Hals festgehalten. Es bereitet ihnen große Schmerzen, wenn ihre Federn ausgerissen werden. Dann werden sie wieder in den Stall gebracht, damit ihnen neue Federn nachwachsen. Manchmal werden die Gänse drei Mal gerupft, bis sie im Schlachthaus getötet werden. Dabei braucht eigentlich niemand Daunen, denn pflanzliche und künstliche Materialien für Jacken, Decken und Kissen halten genauso warm.

 

Brutale Verladung von Gänsen bei James Valley Colony Farms in Manitoba, USA.

5. Kaninchen

Kaninchen sind soziale Tiere, die gerne mit anderen Kaninchen in einer Gruppe zusammenleben. Sie lieben es, an kleinen Snacks wie Äpfeln oder grünem Gemüse zu knabbern. Kaninchen bewegen sich sehr gerne und lieben es, zu buddeln.

Kaninchen haben unglaublich weiche Haare. Manche Menschen tragen daher vor allem im Winter Kleidungsstücke, in denen diese Haare verarbeitet wurden. Du kennst Kaninchenfell vielleicht unter dem Begriff Angorawolle. Kaninchen, die für ihr Fell gezüchtet werden, müssen auf riesigen Farmen allein in kleinen Käfigen leben. Alle drei Monate werden ihnen die Haare aus der empfindlichen Haut gerissen, damit daraus Pullover, Schals und Mützen hergestellt werden können. Auch für Pelzbesetz an Schuhen oder Mützen werden Kaninchen getötet.

Produktion von Angorawolle auf einer als „artgerecht“ zertifizierten Farm in China.

6. Krokodile

Wusstest du, dass Krokodile auf Bäume klettern, um sich in der Sonne zu wärmen? Oder dass Krokodilmütter ihre bis zu 80 Eier fürsorglich bewachen, bis ihre Kinder geschlüpft sind? Krokodile können bis zu 100 Jahre alt werden. Sie sind im Wasser blitzschnell, auch wenn sie groß und schwer sind. Ein ausgewachsenes Krokodil wiegt je nach Art bis zu 2.000 Kilo!

Um aus ihrer Haut teure Handtaschen herzustellen, werden Krokodile und Alligatoren auf Farmen gezüchtet. Dort leben sie in schmutzigem Wasser in kleinen Betongruben, entweder ganz allein oder mit ihren Artgenossen. Damit sie friedlicher sind, werden sie oft in dunkle Räume ohne Tageslicht eingesperrt und spüren niemals die Sonne auf ihrer Haut. Trotzdem kommt es aufgrund der Enge oft zu Streit, denn Krokodile sind sehr gestresst, wenn sie nicht genug Platz haben. Viele Tiere in diesen Betongruben haben dann Verletzungen oder sie bekommen andere Krankheiten. Nach ein bis drei Jahren werden die Krokodile aus der Betongrube eingefangen und an Mund, Füßen und Schwanz gefesselt, damit sie sich nicht wehren können, wenn man sie tötet und häutet.

7. Raupen

Die Geschichte von der kleinen Raupe Nimmersatt ist nicht weit hergeholt, denn Raupen essen wirklich für ihr Leben gern. Das hat einen ganz bestimmten Grund: Damit sich Raupen in einen Schmetterling verwandeln können, müssen sie besonders groß und kräftig werden. Dann verpuppen sie sich in einen Kokon und schlüpfen einige Zeit später als wunderschöner Falter – ein Wunder der Natur!

Seide, die für teure Blusen, Kleider oder Schals verwendet wird, stammt von so einer Raupe bzw. dem Seidenspinner, einem chinesischen Schmetterling. Auch der Seidenspinner lebt zunächst als Raupe, bevor er sich in seinem Kokon verpuppt und zum Schmetterling entwickelt. Dieser Kokon wird aus einem feinen Faden, der unglaublich lang und zart ist, von der Raupe selbst gesponnen. Um an diesen Faden zu gelangen, werden die Kokons mit den Raupen darin in heißem Wasser oder Dampf gekocht. Dadurch wird die Raupe in ihrem Kokon getötet. Weil Seidenspinner sehr klein sind und nur ganz wenig Seide herstellen können, werden für Seide mehr Tiere als für jeden anderen Stoff auf der ganzen Welt getötet.

8. Hunde und Katzen

Du hast dich nicht verlesen – auch Hunde und Katze sind vor dem Leder- und Pelzhandel nicht sicher. Dabei sind Hunde und Katzen sehr soziale Tiere, die gern mit Artgenossen zusammenleben und am liebsten den ganzen Tag in einem liebevollen Zuhause spielen, essen und schlafen würden.

In asiatischen Ländern werden Hunde und Katzen so behandelt, wie bei uns Schweine und Kühe – in einigen Ländern werden Hunde sogar gegessen. Damit aus ihrem Fell Pelzbesatz oder Lederhandschuhe hergestellt werden können, werden Millionen Hunde und Katzen getötet. Weil der Verkauf von Hunde- und Katzenfell bei uns aber verboten ist, wird ihr Fell oft als das einer anderen Tierart benannt und dann hier bei uns in Deutschland verkauft. Auf das Etikett wird dann oft einfach eine andere Tierart geschrieben. So erkennt man als Käufer gar nicht, ob das Fell an der Kapuze von einem Fuchs, einem Nerz oder einem Hund stammt. Aber das ist auch egal, denn jedes Tier will leben.

Was du tun kannst

Die gute Nachricht ist: Es gibt viele tierfreundliche Materialien wie Baumwolle und Kunstleder, aus denen Kleidung hergestellt wird. Man kann sogar aus Bäumen Stoffe wie Viskose oder Lyocell herstellen. Auch Kork stammt von einem Baum. Es wird aus der Rinde der Korkeiche hergestellt und kann anstelle von Leder zu Schuhen oder auch einem Schulmäppchen für deine Stifte verarbeitet werden. Sprich vor dem nächsten Einkauf mit deinen Eltern darüber, was du hier gelesen hast, und vielleicht könnt ihr ja gemeinsam tierfreundliche Kleidung kaufen.

Auch kannst du ein Referat in deiner Klasse über die Herstellung von Wolle, Pelz und Leder halten und deinen Mitschülern erzählen, woher tierische Materialien für unsere Kleidung kommen.