Tierische Freunde!

Was du über den Handel mit Reptilien wissen solltest

Bunt, schimmernd und irgendwie anders als alle anderen Tiere – so sehen Reptilien aus: Manche Menschen halten sich Reptilien wie Schlangen, Echsen, Schildkröten und Frösche als sogenannte Haustiere – obwohl das nicht gut für die Tiere ist. Aber woher kommen Echsen, Schlangen und Co.? Hier erfährst du, warum es falsch ist, wenn Menschen Tiere wie Reptilien verkaufen und damit Geld verdienen.

Schlangen, Leguane und Geckos im Wohnzimmer – wie kommen sie dahin?

Reptilien werden von Händlern auf Reptilienbösen, Messen oder in Zootierhandlungen verkauft. Indem Menschen diese Orte besuchen und dort angebotene Tiere kaufen, ermutigen sie die Händler dazu, neue Tiere nach Deutschland bringen zu lassen oder sie bei Züchtern einzukaufen. Für die Tiere ist das sehr schlimm. Großhändler verkaufen dabei sehr viele Reptilien auf einmal.

Um Platz zu sparen, sperren sie die Echsen, Schlangen und Schildkröten in sehr kleine Plastikboxen, die ihre Bedürfnisse nicht erfüllen. Oft bekommen die Reptilien kein Wasser, haben nicht einmal eine Möglichkeit, sich zu verstecken, und haben große Angst. Viele der Tiere werden durch den Stress krank und sterben schon während des Transports zu den Orten, an denen sie verkauft werden sollen. Das wird von den Händlern einberechnet, denn sie sehen die Tiere nur als Ware, um Geld zu verdienen.

Woher kommen Reptilien ursprünglich?

Viele Reptilien, die man bei uns kaufen kann, stammen aus riesigen Zuchtfarmen in Südamerika oder wurden in der Natur, zum Beispiel in tropischen Regenwäldern, gefangen. Bis sie in Deutschland ankommen, ist oft der größte Teil der sensiblen Reptilien schon auf dem Weg zu uns gestorben. Denn während der Reise rund um den Erdball bekommen sie oft kein Wasser und sind in winzige Kisten oder Boxen eingezwängt. Diese Tiere sind ohne Menschen aufgewachsen und werden deshalb ihr Leben lang immer Todesangst haben, wenn ein Mensch sie auch nur ansieht.

Warum landen viele Reptilien bei uns in Tierheimen?

Viele der Schlangen und Echsen werden bei uns in Deutschland in Tierheimen abgegeben. Das liegt daran, dass die Menschen oft zu wenig über Reptilien wissen, wenn sie sie kaufen. Wusstest du zum Beispiel, dass manche der winzig kleinen Leguanbabys bis zu zwei Meter groß werden können, wenn sie ausgewachsen sind? Viele Menschen, die sich Reptilien kaufen, wenn die Tiere noch klein sind, wissen das nicht. Als Folge wird der erwachsene große Leguan abgegeben, oder noch schlimmer, irgendwo in Deutschland ausgesetzt.

Dazu kommt, dass ein Tier sehr teuer werden kann, wenn es zum Beispiel krank wird. Manche Menschen sind nicht bereit, für das Wohl ihres Tieres Geld auszugeben. Das mangelnde Wissen über Reptilien und ihre Bedürfnisse kann sogar zum Tod der Tiere führen, da sie durch die falsche Haltung oft sehr krank werden.

Darum sind Reptilien keine Haustiere

Hunde und Katzen können sich durch Mimik oder Laute verständlich machen. Bei Reptilien wissen wir in den wenigsten Situationen, ob sie Schmerzen haben oder Angst empfinden. Unglücklicherweise werden Reptilien deshalb als pflegeleicht betrachtet. Aber das Gegenteil ist der Fall: Sie brauchen ganz besondere Pflege.

Schlangen und Echsen gewöhnen sich nicht wie Hunde oder Katzen an ein Leben nah beim Menschen. Oftmals versuchen Reptilien, an den Scheiben ihrer Terrarien (so nennt man ihren Käfig) hochzuklettern oder drücken dagegen. Manche Reptilien machen das den ganzen Tag. Durch das Eingesperrtsein entwickeln sie Verhaltensstörungen, so wie die Tiere in Zoos.

Reptilien sind Wildtiere: Sie einzusperren schadet ihnen und uns Menschen

Schlangen, Schildkröten und andere Reptilien bleiben immer ‚wilde‘ Tiere. Deswegen leiden sie darunter, wenn sie eingesperrt werden. Ihre Verhaltensweisen und ihre Bedürfnisse sind noch immer so mit einem natürlichen Leben verbunden, dass sie sich niemals an die Gefangenschaft gewöhnen, geschweige denn sich in ihr wohlfühlen. Außerdem darf man nie vergessen, dass alle wilden Tiere auch gefährlich sein können und sich allein deswegen schon nicht als sogenannte Haustiere eignen: Mit ihren Schwänzen können Leguane schlagen, manche Frösche und Schlangen sind giftig und beißen oder würgen, wenn sie sich bedroht fühlen.

In schlechter Haltung können Reptilien außerdem Krankheiten entwickeln, die sich auch auf den Menschen übertragen können. [1] Wenn Reptilien aus anderen Ländern nach Deutschland gebracht werden, leiden sie oft an Krankheiten, die uns Menschen ebenfalls krank machen können. Indem wir die Tiere in unserem Haus oder in unserer Wohnung halten, können sich diese Krankheiten auf uns übertragen.

So faszinierend Reptilien wie Schlangen, Leguane und Eidechsen auch sind – sie gehören nicht in einen Glaskasten, sondern in Freiheit. Denn ein Wildtier bleibt immer ein Wildtier – egal, ob es in Gefangenschaft geboren oder in der Natur gefangen wurde.

Was du tun kannst!

Wenn du diese interessanten Tiere unterstützen und schützen möchtest, dann halte sie nicht als Haustier. Außerdem hilfst du Reptilien, indem du keine Reptilienbörsen besucht, also Veranstaltungen, bei denen massenweise dieser Tiere verkauft werden, die normalerweise ganz woanders auf der Welt leben. Denn wenn niemand mehr diese Veranstaltungen besucht und dort Tiere kauft, dann lohnt es sich nicht mehr, sie überhaupt zu machen. Das wäre doch toll, oder? Die Tiere würden sich darüber sehr freuen, denn dann könnten sie in ihrer Heimat leben.

Manche Schulklassen machen auch Ausflüge zu Reptilienshows. Sprich mit deinen Freunden und deiner Familie darüber, weshalb es besser für die Tiere ist, solche Veranstaltungen nicht zu besuchen. Es gibt tolle Reportagen über Reptilien – vielleicht schaust du zusammen mit deiner Familie einmal eine im Fernsehen an?

Quellen

[1] Toland, Elaine; Warwick, C. et al. (2012): Pet Hate. In: The Biologist, Vol. 59 No. 3.

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