Tierische Freunde!

Die Welt der Schildkröten

Schildkroeten auf einer Wiese

Adwaita – das heißt „die Einzigartige“ in einer alten indischen Sprache – wurde 256 Jahre alt. Sie schlüpfte um 1750 aus ihrem Ei, noch bevor es die Vereinigten Staaten von Amerika gab. Aber nicht nur ihr hohes Alter ist beeindruckend. Sie gehörte zu den faszinierendsten Tierarten, die wir kennen: den Schildkröten. Die Reptilien, die so gemütlich durch die Welt laufen oder schwimmen, sind durch Menschen gefährdet. Deshalb erinnern Tierfreunde jedes Jahr am 23. Mai, den Welt-Schildkröten-Tag, an die Bedürfnisse der Tiere und machen auf Schutzprojekte aufmerksam.

Vielfältig und einzigartig – seit Millionen Jahren

Seit etwa 220 Millionen Jahren tragen Schildkröten ihre Panzer  über die Erde, über 700 Mal länger als es den Menschen gibt. Sie haben die Dinosaurier und mehrere Eiszeiten überlebt.  Es gibt sie so lange, weil sie sich perfekt an die Veränderungen der Welt über die Zeit anpassen konnten. Heute kennen wir über 300 verschiedene Arten von Schildkröten, die einen leben in der Wüste, die anderen im Ozean. Einige sind eher klein und würden in eine Hand passen, andere werden bis zu zwei Meter lang und wiegen so viel wie ein kleines Auto. Schildkröten bewohnen fast die ganze Welt. Die meisten leben in Seen, Flüssen, Tümpeln und Bächen, wenige Arten leben im Meer, rund 50 Arten an Land. Nur eine einzige Art ist in Deutschland heimisch, die Europäische Sumpfschildkröte. Die schlechte Nachricht: Hier ist sie vom Aussterben bedroht.

Eine Sumpfschildkroete im Wasser

Schildkröten: stark gepanzert, aber auch stark bedroht

Kein anderes Wirbeltier hat einen vergleichbaren Körperbau wie die Schildkröte. Ihr herausstechendes Merkmal ist der Panzer, der aus Knochen besteht und fest mit der Wirbelsäule des Tieres verbunden ist. Um sich vor Gefahren zu schützen, können Schildkröten ihren Kopf in ihren Panzer zurückziehen. Dazu krümmen die sogenannten Halsberger-Schildkröten ihr Rückgrat S-förmig. Die Halswender-Schildkröten hingegen können ihren Rücken nicht auf diese Weise biegen. Sie müssen ihren Kopf seitlich unter ihren Panzer drehen. So sind die Reptilien vor den meisten anderen Tieren sicher.

Was Schildkröten zu schaffen macht, sind Menschen, die die Tiere essen wollen und auch ihre Nester mit den Eiern plündern. Verschiedene Riesenschildkröten sind deshalb bereist ausgerottet. Ein ähnliches Schicksal droht der Europäischen Sumpfschildkröte. Vor 200 Jahren gab es noch sehr viele Exemplare in Deutschland. Dann wurden sie in Massen gefangen und gegessen. Auch ihr Lebensraum ist bis heute stark geschrumpft, denn viele Seen und Moore wurden trockengelegt, um dort Nahrung für den Menschen anzubauen. Ein weiteres großes Problem ist, dass viele Menschen eine Schildkröte als Haustier haben möchten. Diese Tiere werden in der freien Natur gefangen oder unter furchtbaren Bedingungen gezüchtet. Dann landen sie in Zoohandlungen oder Baumärkten, wo sie verramscht werden sollen. Dabei leiden viele Schildkröten und sterben sogar.

Mehr Wissen über Schildkröten

  • Schildkröten riechen mit dem Rachen! Ihr Geruchssinn ist stark ausgeprägt. Sie erkennen ihr Lieblingsessen am Geruch und sie riechen, wo sie ihre Eier am besten vergraben können.
  • Schildkröten sehen besser als Menschen, sogar Dinge, die für den Menschen unsichtbar sind!
  • Die langsamsten Schildkröten schaffen 200 Meter in einer Stunde. Die Lederschildkröte gleitet hingegen mit bis zu 35 Kilometern pro Stunde durch das Wasser – so schnell wie die schnellsten Menschen der Welt laufen können.
  • Die „Suppenschildkröte“ kann bis zu fünf Stunden tauchen.
  • Bei einigen Arten entscheidet wie warm es um das Ei herum ist, ob eine männliche oder eine weibliche Schildkröte schlüpft.

Was du tun kannst

Schildkröten brauchen unseren Schutz – nicht nur am Welt-Schildkröten-Tag. Deshalb:

  • Kaufe keine Schildkröten in Zoohandlungen oder Baumärkten!
  • Erzähle deinen Freunden und deiner Familie, dass Schildkröten keine Haustiere sind!
  • Schildkröten landen häufig im Tierheim – vielleicht kannst du dort helfen, indem du Futter (Löwenzahn, Heu) oder Einstreu spendest!

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