Tierversuche?

Sezieren im Biologieunterricht

Ist dir das auch schon passiert? Eigentlich freust du dich ja immer auf die Biologiestunde, aber plötzlich verlangt dein Lehrer von dir, oh Schreck, dass Sezieren eines toten Tieres! (Keine Panik, nicht an allen Schulen wird seziert!) Trotzdem ist es gut zu wissen, was dich erwarten könnte bzw. was sezieren genau bedeutet.

Was bedeutet sezieren? Es bedeutet nichts anderes als aufschneiden, zerteilen, zerkleinern. Was soll Sezieren lehren? Nicht viel ….außer, dass Menschen glauben, das Recht zu haben, aus Neugierde andere Lebewesen aufzuschneiden, zu zerteilen und danach wegzuwerfen. Und das alles, weil sie die Macht dazu haben und die Tiere sich nicht wehren können. Seziert werden an Schulen zum Beispiel Fische, Regenwürmer oder auch Schweineaugen.

Es ist an der Zeit umzudenken. Und jetzt bist du dran!

Vielleicht bist du die erste Person an deiner Schule, die beim Sezieren im Biologieunterricht nicht teilnehmen möchte – mit gutem Grund. Aber du hast das Recht deine Meinung zu sagen, ein Trendsetter zu sein, ein Vorreiter und ein Held für Tiere.
Viele Schüler schreiben uns an, dass sie im Biologieunterricht Tiere sezieren sollen, aber dies nicht möchten. Auch Eltern schreiben uns und fragen nach, ob ’sezieren‘ notwendig ist und welche anderen Möglichkeiten es für Schüler gibt. Deshalb hier einige Tipps für dich:

Was du tun kannst!

1.Frage deinen Biologielehrer/in zu Beginn des Schuljahres, ob er vorhat, im Unterricht zu sezieren. Am besten hörst du dich bei anderen Schülern deiner Schule um, ob sie im Unterricht seziert haben und wenn ja, bei welchem Lehrer. Falls noch andere Lehrer/-innen außer deinem im Unterricht sezieren, wende dich am besten an den Schuldirektor und bitte ihn, diese Praxis an seiner Schule zu untersagen.

2.Treffe dich mit deinem Lehrer oder deiner Lehrerin. Teile ihm oder ihr mit, dass du nicht aus Neugierde oder um etwas zu lernen, Tiere aufschneiden, zerschneiden und wegwerfen möchtest. Frage nach einer Alternative, bei der Tiere nicht verwendet werden. Du musst keine weiteren Erklärungen angeben oder versuchen, deine Position zu verteidigen – es ist dein Recht, deine Meinung zu haben! Sei ruhig und höflich, und frage nach einer schnellen Antwort. Mache es deutlich, dass es keine akzeptable Alternative ist, anderen Schülern beim Sezieren zuzuschauen – denn so nimmst du indirekt am Sezieren teil.

3. Biete deinem Lehrer oder deiner Lehrerin an, Alternativen zu recherchieren und diejenigen herauszusuchen, die den Anforderungen des Bildungsplanes entsprechen. Mache klar, dass du gern die gleiche Zeit und das gleiche Engagement investierst, die Aufgabe mit einer humanen Alternative zu erfüllen. Dein Lehrer kann sich auf den www.petakids.de Seiten unter der Rubrik Schule und Eltern über Alternativen informieren oder er kann sich gleich an uns wenden.

4. Wenn dir dennoch gesagt wird ‚Seziere oder es gibt eine schlechte Note‘, wende dich an deinen Vertrauenslehrer/lehrerin oder an deinen Schulleiter/leiterin. Frage deine Eltern oder Erziehungsberechtigten, ob sie für dich einen Brief verfassen können. Sie können sich auch an den Elternvertreter wenden. Wenn du bei deinem Vorhaben Unterstützung von uns haben möchtest oder du Fragen hast, kannst du gern eine Mail an info@petakids.de schreiben. Wir schreiben gern deine Schule an. Natürlich erwähnen wir nicht deinen Namen. Schreibe uns genaue Infos dazu, wie heißt deine Schule, wo genau ist die Schule, in welchem Kurs oder Unterricht soll das Sezieren stattfinden, was genau soll mit welchen Tieren gemacht werden? Wir bitten deine Schule auf Alternativen zurückzugreifen.

5. Wenn mehrere Mitschüler nicht am Sezieren teilnehmen möchten, schließt euch zusammen und redet gemeinsam mit eurem Lehrer. Vielleicht könnt ihr einen Artikel für die Schülerzeitung schreiben?

Wusstest du..?

Das Sezieren von Tieren wurde Anfang des letzten Jahrhunderts in Schulen eingeführt. Heutzutage gibt es viel fortschrittlichere Methoden für die Lehre. Man kann Versuche im Reagenzglas durchführen, Tests an menschlichen Zell- und Gewebekulturen oder am Computer machen. Diese Versuche liefern bessere Erkenntnisse als Versuche an Tieren. Der Hauptgrund dafür ist ganz einfach: Tiere reagieren oft ganz anders als Menschen. Ein Tier ist kein Miniaturmensch. Außerdem können sie dem Experimentator nicht erzählen, was sie fühlen und wie es ihnen geht.

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