Ist die Jagd gefährlich? Infos zur Gefahr für Mensch und Tier
Die Jagd verursacht Leid – für unzählige Lebewesen wie Rehe, Füchse und andere Wildtiere. Es kommt auch oft vor, dass andere Tiere wie Hunde, Katzen, aber auch Ponys, Esel und Pferde oder auch Menschen durch einen Schuss schwer verletzt werden oder sogar sterben.
Hier erfährst du, warum die Jagd eine Gefahr für Mensch und Tier ist.
Ist die Jagd gefährlich?
Jedes Jahr werden viele Menschen durch verirrte Kugeln von Jäger:innen verletzt oder sogar getötet, wenn sie sich im Wald, auf Feldern oder in der Nähe davon aufhalten. Im Januar 2024 wurde beispielsweise eine Joggerin versehentlich durch einen Schuss verletzt. [1] Ein Jäger hatte bei der Jagd mit einer Schrotflinte unbeabsichtigt auf sie geschossen.
Doch warum passiert so etwas? Der Grund ist ganz einfach: Nicht alle Jäger:innen sind gute Schütz:innen und manche können nicht genau zielen oder passen nicht richtig auf, wenn sie bei schlechtem Wetter oder schlechter Sicht schießen. Auch Alkoholeinfluss kann eine Rolle spielen. Darunter müssen auch die Tiere sehr leiden:
- Oft werden sie durch einen Schuss nicht sofort getötet, sondern schwer verletzt. Ein verwundetes Tier hat große Schmerzen und meist auch Angst.
- Manchmal flüchten die angeschossenen Tiere dann in den Wald und werden von Jäger:innen nicht mehr gefunden.
- Sie leiden oft tagelang, bis sie an ihren Verletzungen sterben.
Aber die Jagd ist nicht nur für die vielen Tiere gefährlich, die in der freien Natur leben. Auch viele Hunde und Katzen werden von Jäger:innen erschossen, wenn sie auf Feldern oder in Wäldern frei herumlaufen. Je nach Bundesland und Abstand zum nächsten Haus dürfen Jäger:innen auf Tiere schießen, wenn sie denken, dass sie „wildern“ – also andere Tiere jagen oder zu weit von zu Hause entfernt sind.
- Das Bundesland Nordrhein-Westfalen verbietet seit 2015 den Abschuss von Katzen. Davor wurden dort jedes Jahr Tausende Katzen von Jäger:innen getötet, das ist die größte Zahl an getöteten Katzen in ganz Deutschland.
- Auch Baden-Württemberg hat den Abschuss von Katzen inzwischen fast vollständig verboten. Weil nicht alle Bundesländer die Zahlen getöteter Katzen auflisten, ist die genaue Anzahl schwer zu bestimmen.
Jäger:innen müssen getötete Katzen auch nicht melden, meist werden sie vergraben, um die Spuren zu beseitigen. Die besorgten menschlichen Familien der Katzen erfahren daher in vielen Fällen nicht, was mit ihren Vierbeinern passiert ist. Wir von PETA schätzen, dass in Deutschland jedes Jahr etwa 200.000 Katzen von Jäger:innen erschossen werden. Durch die Jagd sterben also nicht nur wild lebende Tiere, sondern auch viele tierische Familienmitglieder.
Wie weit schießt ein:e Jäger:in?
Die Schussweite von Jäger:innen hängt von der Art der Jagd und dem verwendeten Jagdwerkzeug ab: Manchmal wird aus kurzer Entfernung geschossen, in anderen Fällen können die Kugeln mehrere hundert Meter weit fliegen. Auch die Erfahrung der Jäger:innen, die Art der Waffe und Munition sowie die Wetter- und Geländebedingungen (wie Wind und Gelände) beeinflussen die Reichweite eines Schusses.
Was ist der häufigste Jagdunfall?
Bei der Jagd benutzen Jäger:innen Waffen wie Gewehre, um Tiere zu töten. Kommt es zu Unfällen, sind dies die häufigsten Gründe:
- Ein Schuss prallt ab
Manchmal trifft eine Kugel nicht direkt das Ziel, sondern etwas Hartes wie einen Stein oder einen Baumstamm. Dann kann sie abprallen und in eine andere Richtung fliegen – und dabei Menschen und Tiere treffen, die im Wald unterwegs sind, darunter Reiter:innen und ihre Pferde. - Das Schussfeld ist nicht frei
Manchmal verfehlen Jäger:innen das Tier, insbesondere wenn es versucht zu flüchten. Wenn die Jäger:innen nicht aufpassen und im Hintergrund andere Menschen oder Tiere sind, kann ein Schuss auch sie treffen und verletzen.
- Das Ziel wird verwechselt
In der Natur sind die Sichtverhältnisse oft nicht gut, besonders wenn es nebelig ist oder die Sonne blendet. Dann kann es passieren, dass Jäger:innen denken, sie würden ein Tier sehen – stattdessen kann es ein anderer Mensch sein, der sich bewegt. Wenn Jäger:innen in solchen Situationen schießen, kann das zu einem schlimmen Unfall führen. - Die Waffe wird falsch benutzt
Gewehre sind keine Spielzeuge – wer sie benutzt, muss sehr vorsichtig mit der Waffe umgehen. Wer nicht gut aufpasst, zum Beispiel beim Laden oder Tragen der Waffe, kann aus Versehen einen Schuss lösen. Auch das kann Menschen verletzen.
Wie gefährlich ist eine Treibjagd für Menschen?
Treibjagden können für Menschen gefährlich sein, insbesondere wenn Sicherheitsregeln nicht eingehalten werden. Bei einer Treibjagd werden Tiere absichtlich aus ihrem Versteck gescheucht, damit Jäger:innen sie besser sehen und schießen können. Dabei helfen andere Menschen (sogenannte Treiber:innen), die Wildtiere aus dem Unterholz zu treiben, damit die Jäger:innen sie gezielt erschießen können.
Dabei sind oft viele Personen gleichzeitig unterwegs – Jäger:innen, Treiber:innen und manchmal auch sogenannte Jagdhunde.
- Es kommt immer wieder vor, dass Menschen versehentlich getroffen werden – etwa, weil sie sich im Schussfeld befinden, nicht gut sichtbar sind oder die Jäger:innen schlecht zielen: So wurde bereits ein jugendlicher Treiber aus 40 Metern Entfernung von Schrotkugeln getroffen und schwer verletzt. [2] Ein anderer Jäger schoss auf einen Hasen und traf stattdessen seinen Kollegen, der etwa 120 Meter entfernt stand. [2]
- Wenn Treiber:innen oder andere Beteiligte keine auffällige Kleidung wie Warnwesten tragen, werden sie teilweise übersehen.
Welche Gefahr besteht für Jäger:innen?
Auch für Jagende birgt die Jagd verschiedene Risiken:
- Unfälle mit Gewehren: Jäger:innen benutzen Gewehre, um Tiere zu töten. Wenn man nicht gut aufpasst, kann ein Gewehr aus Versehen losgehen und jemanden verletzen – auch die jagende Person.
- Stürze im Wald oder vom Hochsitz: Im Wald gibt es viele Wurzeln, Steine und rutschige Stellen. Jäger:innen können stolpern oder ausrutschen und sich dabei verletzen – auch wenn sie auf ihren Hochsitz steigen.
- Verletzungen beim Tragen oder Schneiden: Wenn ein:e Jäger:in ein Tier trägt oder mit einem Messer arbeitet, besteht auch dabei ein Verletzungsrisiko.
- Nicht gesehen werden: Tragen Jäger:innen keine auffällige Kleidung, sind sie im Wald schlecht zu erkennen. Dann können andere Jäger:innen sie versehentlich für ein Tier halten – auch das ist sehr gefährlich.
- Kälte und Erschöpfung: Jäger:innen sind oft lange draußen, auch bei schlechtem Wetter. Wenn es sehr kalt ist oder sie sich zu sehr anstrengen, können sie krank werden oder sich nicht mehr gut konzentrieren. Das Risiko steigt, sich selbst, aber auch anderen Menschen und Tieren unnötiges Leid zuzufügen.
Das kannst du gegen die Jagd tun
Sprich mit deiner Familie darüber, wie gefährlich die Jagd für alle Lebewesen ist. Erzähle deinen Eltern, was du hier gelesen hast.
Wenn ihr zusammen mit der Familie und eurem Hund im Wald seid, leint euren tierischen Mitbewohner an, um ihn und im Wald lebende Tiere zu schützen. Solltet ihr Jäger:innen antreffen, könnt ihr höflich darum bitten, keine Haustiere zu jagen.
Informiere dich und dein Umfeld darüber, dass die Jagd unnötig und tierquälerisch ist.
[1] DIE ZEIT (07.01.2024): Joggerin bei Jagdunfall durch Schutz verletzt, https://www.zeit.de/news/2024-01/07/joggerin-bei-jagdunfall-durch-schuss-verletzt (eingesehen am 07.11.2025)
[2] abschaffung-der-jagd.de (26.10.2025): Jagdunfälle / Straftaten 2025, https://www.abschaffung-der-jagd.de/menschenalsjaegeropfer/jagdunfaelle-_-straftaten-2025/index.html (eingesehen am 07.11.2025)