Die Jagd: 7 Gründe, warum das Jagen Tierleid verursacht

Wusstest du, dass in Deutschland fast 50.000 unterschiedliche Tierarten leben? Einige von ihnen kennst du vielleicht, wie zum Beispiel Füchse, Rehe, Hirsche oder Feldhasen. Leider ist die Jagd auf sehr viele Wildtiere in Deutschland erlaubt – und Jäger:innen dürfen zahlreiche Tiere töten.

Hier findest du 7 Gründe, warum wir die Jagd nicht brauchen.

1. Auch ohne die Jagd gibt es nicht zu viele Tiere von einer Art

Jäger:innen behaupten, die Jagd sei wichtig, weil es ansonsten zu viele Tiere von einer Art gäbe. Sie sprechen dann von einer „Überpopulation“. Dabei haben Wissenschaftler:innen längst bewiesen, dass diese Begründung falsch ist.

  • Wenn der Mensch nicht eingreift, gibt es so viele Tiere in der Natur, wie es der Platz und das Nahrungsangebot erlauben. Dass Populationsgrößen durch das Nahrungsangebot und wegen der Witterung schwanken, gehört zu den natürlichen Kreisläufen eines gesunden Ökosystems.
  • Einige Wildtiere sterben auch an Krankheiten.

Ist das Jagen wirklich nötig?

Nein, das Jagen ist nicht nötig, denn die Natur kann sehr gut auf sich allein aufpassen. Die Anzahl der Tiere reguliert sich durch natürliche Einflussfaktoren – und die Jagd ist somit gar nicht notwendig: Würden Menschen Rehe, Wildschweine und andere Waldbewohner nicht erschießen oder mit Fallen töten, würde sich die Anzahl der Tiere von selbst auf ein verträgliches Maß einpendeln – gemäß der Tragfähigkeit des Naturraums. Wie viele Tiere in der Natur leben und überleben, hängt von Krankheiten, der verfügbaren Nahrung und von der Witterung ab. [1, 2] Der Begriff Witterung beschreibt das durchschnittliche Wetter in einem Gebiet über mehrere Tage oder auch Wochen hinweg.

2. Die Jagd auf Tiere ist nicht fair und bedeutet Leid

  • Tiere haben keine Chance gegen Menschen mit Waffen.
  • Sie können sich nicht vor heimtückischen Angriffen schützen, die sie nicht kommen sehen.
  • Viele Tiere werden bei der Jagd durch Fallen verletzt und sterben in diesen an schweren Quetschungen und Brüchen.
  • Viele Tierfamilien werden bei der Jagd voneinander getrennt: Sie verlieren sich, wenn sie panisch davonlaufen, um ihr Leben zu retten.

Wenn Jäger:innen auf flüchtende Tiere schießen, treffen sie oft nicht richtig. Die verwundeten Tiere laufen in Panik weg. Werden die verletzten Tiere nicht gefunden, leiden sie häufig stunden- oder sogar tagelang, bevor sie schließlich sterben.

Ist Jagd Tierschutz?

Jäger:innen behaupten oftmals, sie würden Tiere schützen, indem sie zum Beispiel die Zahl der Tiere in einem Gebiet „regeln“. Sie bezeichnen sich selbst als Tierfreund:innen und Naturschützer:innen. Doch wer Tiere tötet, kann wohl kaum als Tierfreund:in oder Tierschützer:in gelten. Tierschutz bedeutet, Tieren zu helfen und Tierleid zu verhindern. Bei der Jagd ist das Gegenteil der Fall: Sie verursacht Angst, Stress, Schmerzen – und bedeutet für viele Tiere den Tod.

3. Durch die Jagd breiten sich Krankheiten schneller aus

Bei der Jagd werden Tierfamilien auseinandergerissen: Gejagte Tiere verlassen ihr Zuhause, um durch die Wälder zu ziehen, panische Tiere lassen ihre Familien zurück. Wenn kranke Wildtiere umherwandern, können sie andere Tiere anstecken. [3, 4]

rehe

4. Manche Tierarten wurden nur für die Jagd nach Deutschland geholt

Jäger:innen haben bereits viele Tierarten nach Deutschland gebracht, die hier nicht zu Hause waren, zum Beispiel Fasane. Obwohl diese Tierarten nicht in unsere Natur passen, werden immer noch Tiere dieser Arten ausgesetzt – nur damit Jäger:innen sie als Freizeitvergnügen töten können!

fasane

5. Jäger:innen jagen auch bedrohte Tierarten

Mit der Jagd auf Füchse wollen Jäger:innen in bestimmten Gegenden angeblich bedrohte Arten wie Feldhasen und Rebhühner schützen. Doch diese gefährdeten Tiere werden von Jäger:innen weiterhin selbst gejagt und getötet.

Fuchs schaut in die Kamera

6. Jäger:innen töten auch Hunde und Katzen

Leider töten Jäger:innen auch oft Hunde und Katzen. Denn wenn diese frei auf Feldern oder in Wäldern herumlaufen, dürfen Jäger:innen in vielen Bundesländern auf sie schießen. Jäger:innen behaupten, dass sie dies tun müssen, weil die Katzen und Hunde Wildtiere töten. Es ist vollkommen unnötig, freilaufende Hunde und Katzen zu töten, weil immer die Möglichkeit besteht, sie in Lebendfallen einzufangen und nach Hause oder ins Tierheim zu bringen.

Menschen, die ihre tierischen Mitbewohner auf diese Weise verlieren, erfahren oft niemals, was mit ihren Vierbeinern passiert ist, denn melden müssen die Jäger:innen den Abschuss nicht.

Hund und Katze kuscheln

7. Jäger:innen können auch für Menschen gefährlich sein

Jedes Jahr werden viele Menschen durch verirrte Kugeln von Jäger:innen verletzt oder sogar getötet, wenn sie sich im Wald, auf Feldern oder in der Nähe davon aufhalten. Im April 2025 wurde ein Mann schwer verletzt, als sich ein Schuss aus der Waffe seines Begleiters löste. [5] Im selben Monat hat sich ein Jäger versehentlich selbst in den Bauch geschossen. [6] Im Sommer 2024 schoss sich ein Jäger in Österreich selbst in die Hand. [7] Ein anderer verletzte bei der Jagd auf Wildschweine seinen Kollegen am Kopf. [8]

Doch warum passiert so etwas? Der Grund ist ganz einfach: Nicht alle Jäger:innen sind zielsicher. Einige handeln sogar unachtsam – so kommt es immer wieder zu tragischen Verwechslungen und Vorfällen.

So kannst du Wildtieren helfen

Informiere dein Umfeld über die Jagd und warum Jäger:innen weder der Natur noch den Tieren helfen. Du kannst ein Referat über sogenannte invasive Arten halten, bei dem du deine Mitschüler:innen darüber aufklärst, warum die Jagd immer grausam und unnötig ist.

[1] Deutscher Jagdverband (2020) Jahresjagdstrecke Bundesrepublik Deutschland. Deutscher Jagdverband Handbuch 2020rnrn[2] Reichholf, J. H. (ohne Datum) Die Wahrheit über die Jagd – Evolutionsbiologe Prof. Josef Helmut Reichholf widerlegt Jägerlügen. SWR BW.rnrn[3] Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg (2014) Tollwut in Baden-Württemberg und Deutschland erfolgreich getilgt, https://mlr.baden-wuerttemberg.de/de/unsere-themen/tierschutz-tiergesundheit/tiergesundheit/tierkrankheiten-tierseuchen-zoonosen/tollwut (eingesehen am 10.11.2025)rnrn[4] Apothekenumschau (18.12.2017): Hundebandwurm-/Fuchsbandwurm-Erkrankung (Echinococcus-Infektionen).rnrn[5] Halterner Zeitung (24.04.2025): Reaktionen auf Jagdunfall an der Zeche AV8 69-Jähriger außer Lebensgefahr, viele Fragen offen, https://www.halternerzeitung.de/haltern/haltern-polizei-jaeger-hegering-marl-jagdwaffe-schussverletzung-w1024731-3001617600/ (eingesehen am 05.11.2025)rnrn[6] msn: Schuss in Bauch – Mann bei Jagdunfall schwer verletzt, https://www.halternerzeitung.de/haltern/haltern-polizei-jaeger-hegering-marl-jagdwaffe-schussverletzung-w1024731-3001617600/ (eingesehen am 05.11.2025)rnrn[7] SalzburgORF.at /31.07.2024): Bei Jagdunfall durch Schuss verletzt, https://salzburg.orf.at/stories/3267309/ (eingesehen am 04.11.2025)rnrn[8] SWR AKUTELL (28.08.2024): Jäger bei Wildschweinjagd nahe Heubach in den Kopf geschossen, https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/ulm/jaeger-trifft-anderen-jaeger-am-kopf-100.html (eingesehen am 04.11.2025)