Urzeitkrebse züchten: Warum das keine gute Idee ist
Im Experimentierkasten liegen kleine Eier. Kaum zu glauben, dass daraus Tiere schlüpfen können. Vielleicht stellst du dir schon vor, wie die ersten Urzeitkrebse wie Fische durch das Wasser schwimmen. Doch ist ein Leben in einem kleinen Becken überhaupt das Richtige für sie? Nein, denn kein Tier mag es, gefangen zu sein. Auch nicht kleine Urzeitkrebse, die du züchten kannst.
Deshalb zeigen wir dir, wie du die Tiere erforschen kannst, ohne die Eier aus dem Experimentierkasten zu nutzen.
Was genau sind Urzeitkrebse?
Urzeitkrebse sind kleine Krebstiere, die im Wasser leben. Du kannst sie in der Natur in Pfützen oder überschwemmten Gebieten beobachten. Manche werden nur wenige Zentimeter groß. Sie sehen ein bisschen aus wie winzige Unterwasser-Dinos: Auf ihrem Rücken tragen sie einen flachen Panzer. Darunter verstecken sich erstaunlich viele Beine. [1] Mit ihnen können sie sich fortbewegen und Nahrung aufnehmen. [2]
Urzeitkrebse leben schon seit sehr langer Zeit auf unserer Erde. Ihre Vorfahren gab es bereits vor vielen Millionen Jahren. Daher haben die kleinen Wassertiere auch ihren Namen. Urzeitkrebse werden auch Triops genannt. [1]
Sind Urzeitkrebse echte Tiere?
Urzeitkrebse sind genau wie Hunde und Katzen echte und fühlende Lebewesen. Sie schwimmen, wühlen im Schlamm, suchen nach Nahrung und bekommen kleine Urzeitkrebskinder. [1, 3]
Auch wenn ihre winzigen Eier in einem Experimentierkasten liegen, sind Urzeitkrebse kein Spielzeug. Eigentlich leben sie in der Natur. Doch für Experimentierkästen werden sie in Laboren gezüchtet und dann wie Ware angeboten. Wenn du sie züchtest, übernimmst du Verantwortung für die kleinen Lebewesen. Du musst dich dann darum kümmern, dass es ihnen gut geht.

Sind Urzeitkrebse Tierquälerei?
Urzeitkrebse nur zum Spaß oder für ein Experiment zu züchten, ist Tierquälerei. Denn Urzeitkrebse sind Tiere mit eigenen Bedürfnissen und kein Spielzeug. In einem kleinen Becken können sie nicht so leben wie in der Natur.
Dort fehlt ihnen vieles, was sie für ein artgerechtes Leben und ein gesundes Aufwachsen brauchen. Deswegen geht es ihnen bei uns zu Hause nicht so gut. Es ist viel besser für die Urzeitkrebse, sie in der Natur zu beobachten, ohne sie zu züchten.
Du hast schon einen Experimentierkasten mit Triops-Eiern? – Was du tun kannst
Sind die Urzeitkrebse noch nicht geschlüpft? Dann ist es am tierfreundlichsten, die Eier nicht ins Wasser zu geben. So kommen keine Tiere auf die Welt, die anschließend in einem kleinen Becken leben müssen.
Erzähle auch in deinem Freundschaftskreis davon, dass sie besser keine Experimentierkästen mit lebenden Tieren kaufen sollten. Schließlich sind Tiere keine Experimente, sondern Lebewesen. Mit Büchern, Bildern oder Videos kannst du trotzdem viel über Urzeitkrebse lernen und dein eigenes tierfreundliches Forschungsprojekt entwickeln.
Das solltest du machen, wenn die Urzeitkrebse schon geschlüpft sind
Wenn die Urzeitkrebse schon geschlüpft sind, brauchen sie deine Hilfe und Pflege. Bitte eine erwachsene Person, dich dabei zu unterstützen. Diese Dinge sind wichtig, damit es den Triops möglichst gut geht:
- Kleine Urzeitkrebse: Becken mit mindestens 2,5 Litern Wasser
- Erwachsene große Triops: Becken mit mindestens 2 Litern pro Tier
- Feiner Sand für den Boden
- Wassertemperatur etwa 20 Grad
- Am besten destilliertes Wasser mit weichem Mineralwasser gemischt
- Licht von oben, zum Beispiel durch eine LED- oder Schreibtischlampe
- Nahrung, die für Triops geeignet ist [4]
Aber aufgepasst! Zu viel Nahrung im Wasser kann die Tiere das Leben kosten. Du solltest also ganz genau im Blick behalten, wie viele Tiere es sind und wie viel sowie welche Nahrung sie brauchen.
Urzeitkrebse werden mehrere Monate alt. [1] In dieser Zeit hast du die Verantwortung für die kleinen Lebewesen. Denn deine Schützlinge sind darauf angewiesen, dass du dich ihr ganzes Leben lang gut um sie kümmerst. Du kannst dafür sorgen, dass es den Urzeitkrebsen, die momentan bei dir leben, so gut wie möglich geht. Für die Tiere ist es aber am besten, wenn du keine weiteren Eier schlüpfen lässt.

So kannst du Urzeitkrebse erforschen, ohne die Tiere zu züchten
Forschen bedeutet, neugierig zu sein, genau hinzuschauen und Neues zu entdecken. Dabei ist es wichtig, achtsam und gerecht mit Tieren umzugehen und ihre Bedürfnisse zu respektieren. Du kannst viel über Tiere lernen, indem du beobachtest, wie sie in ihrem natürlichen Lebensraum leben und sich verhalten. Dafür musst du die kleinen Urzeitkrebse nicht züchten.
Schau dir Bücher, Bilder oder Videos an und beobachte zum Beispiel,
- wie die Tiere aussehen,
- wie sie sich bewegen,
- wie viele Beine sie haben,
- wo sie in der Natur leben,
- wovon sie sich ernähren,
- was ihre Eier so besonders macht.
Vielleicht entdeckst du sogar Urzeitkrebse in der Natur, wenn du mit viel Geduld Pfützen und andere kleine Gewässer beobachtest. Du kannst deine Entdeckungen aufschreiben und ein Buch darüber machen sowie Bilder von Urzeitkrebsen malen. So entsteht ein tolles Erinnerungsbuch mit allem, was du über die spannenden Tiere gelernt hast. Du möchtest noch mehr über Tiere forschen? Wir zeigen dir, wie du Tierspuren lesen kannst. So kannst du Tiere in der Natur entdecken und beobachten.
[1] SWR Kindernetz (26.10.2020): Urzeitkrebs, https://www.kindernetz.de/wissen/tierlexikon/steckbrief-urzeitkrebs-100.html (eingesehen am 15.09.2026)
[2] DigiTiB der Universität Greifswald (22.05.2020): Triops cancriformis (Bosc, 1801), https://www.digitib.de/de/tiere-kennenlernen/artenlexikon/art/arthropoda-gliederfuesser/crustacea-krebstiere/branchiopoda-kiemenfusskrebse/triops/cancriformis-403/ (eingesehen am 15.09.2026)
[3] Nationalpark Donau-Auen: Triops, “Urzeitkrebs”, https://www.donauauen.at/wissen/natur-wissenschaft/fauna/triops-urzeitkrebs-triops-cancriformis (eingesehen am 15.09.2026)
[4] Süddeutsche Zeitung (29.12.2022): Die faszinierende Welt der Urzeitkrebse, https://www.sueddeutsche.de/wissen/shrimps-mit-drei-augen-die-faszinierende-welt-der-urzeitkrebse-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-221229-99-47483 (eingesehen am 15.09.2026)