Tierische Freunde!

Ein Regenwurm erzählt: „Ich bin eins der stärksten Tiere der Welt!“

Regenwurm auf Boden

Das glaubst du nicht? Es stimmt aber: Gemessen an meiner Körpergröße gehöre ich als Regenwurm tatsächlich zu den stärksten Tieren auf der Erde. Bei meiner Hauptbeschäftigung, dem Graben, stemme ich das 50- bis 60-fache meines eigenen Körpergewichts. Und diese Dinge wusstest du vielleicht auch noch nicht über mich:

Meine Tunnel sind bis zu drei Meter tief

Und das tut dem Garten richtig gut. Denn ich belüfte den Boden und schichte Nährstoffe von unten nach oben um. Durch meine vielen Regenwurm-Gänge kann sich keine Nässe stauen, sondern die Erde saugt den Regen auf. Wo ich am Werk bin, wächst und gedeiht alles leichter.

Ich bin richtig gefräßig – obwohl ich gar keine Zähne habe

Deshalb warte ich, bis Pilze und Bakterien die Pflanzenteile mundgerecht für mich vorbereitet haben. Sobald die Pflanzenteile verrottet sind, kann ich den Brei mühelos aufnehmen und verdauen. Dabei nehme ich auch immer größere Mengen Erde mit auf. Jeden Tag esse ich so fast die Hälfte meines Eigengewichts.

Mein Dünger ist der beste

Wer viel isst, muss auch viel aufs Klo. Das ist bei mir der Boden, durch den ich mich bewege – und dort kommt mein nährstoffreicher Regenwurm-Kot super an. Denn das Essen, das ich in meinem Darm mit Pilzen und Bakterien mische, kommt als feinster Dünger wieder heraus.

Ich habe keine Augen, kann aber trotzdem „sehen“

Lichtempfindliche Zellen, die über meinen gesamten Körper verteilt sind, helfen mir dabei. So kann ich zwar nicht wirklich sehen, aber hell und dunkel unterscheiden.

Regenwurm in Erde

Ich habe Spikes wie ein Fußballschuh

Zur Fortbewegung brauche ich keine Beine, Flossen oder Flügel. Stattdessen kannst du dir meinen Körper als einen etwa 12 bis 30 cm langen, elastischen Schlauch vorstellen, der mich Wasser gefüllt ist und dabei von Längs- und Ringmuskeln gestützt wird. Indem ich die abwechselnd strecke und zusammenziehe, grabe ich mich vorwärts. Damit ich nicht zurückrutsche, habe ich an jedem meiner Segmente kurze Borstenpaare, die ich wie Spikes in den Boden stemmen kann.

Sonne mag ich gar nicht

Mein Name kommt eigentlich daher, dass ich so aktiv bin, also ein besonders „reger Wurm“ – später wurde dann daraus Regenwurm, vielleicht weil ich bei Regen an die Erdoberfläche komme, weil mich das viele Wasser irritiert. Ein bisschen Feuchtigkeit brauche ich allerdings im Boden, weil ich durch meine Haut atme und das nur funktioniert, solange die nicht austrocknet. Sonne mag ich deshalb gar nicht – auch weil UV-Licht mich umbringen kann.

Wenn du mich zerschneidest, sterbe ich

Viele Menschen glauben immer noch, dass sich aus einem in der Mitte getrennten Regenwurm zwei neue entwickeln würden. Aber wenn das stimmen würde, müsste ein Teil des Wurms dann mit seinem Hinterteil essen – das ist also Unsinn. Nur das Ende mit den lebenswichtigen Organen lebt weiter und kann nachwachsen. Aber auch das funktioniert meistens nicht, denn ein verletzter Regenwurm wird meist Opfer von Bakterien und Pilzen.

Was du tun kannst:

Zerschneide niemals einen von uns Regenwürmern. Erkläre auch deinen Freunden, warum sie Regenwürmer nicht verletzen oder töten sollen – und was für tolle Tiere wir sind!

Wenn du nach dem nächsten Regen einen Regenwurm siehst, der gerade hilflos austrocknet, dann nimm ihn einfach und bringe ihn wieder an einen Ort, wo er zurück in die schützende Erde kann.

Deine Familie hat einen Garten? Dann bitte alle, keine Pestizide zu verwenden. Diese giftigen Spritzmittel können uns Regenwürmer nämlich schon bei einer einzigen Anwendung umbringen.

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