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Mini-Biester - Tausende von Tieren müssen für die Zeitschrift sterben

Vielleicht hast du schon von der Zeitschrift "Mini-Biester" gehört?
Tausende von Tieren, wie Skorpione, Spinnen, Käfer und Hornissen müssen sterben, um als Beilage der Zeitschrift zu enden.

Hier kannst du was tun!

Kristina Baumjohann arbeitet als selbständige Kriminalbiologin u.a. mit dem bekannten Forensiker Mark Benecke zusammen und stellt dir Insekten ganz anders vor:

Insekten - kleine Freunde und Helfer


"Iiiiiehhh - ich mag keine Krabbeltiere!", "Insekten sind eklig!", "Insekten sind gefährlich!", "Insekten sind Schädlige!" oder auch "Insekten sind überflüssig!".

Das sind die wohl häufigsten Dinge die man hört, wenn das Wort "Insekt" fällt.

Ich möchte mit euch zusammen in die Welt der Insekten abtauchen und schauen, ob die oben genannten Aussagen zutreffen.



Doch bevor es losgeht möchte ich mich kurz vorstellen:
Ich heiße Kristina Baumjohann und bin Biologin von Beruf. Während meines Studiums habe ich mit Bienen (Insekten) und Bienenmilben (Spinnentiere) gearbeitet. Seit einigen Jahren arbeite ich im Bereich der krimininalistisch-rechtsmedizinisch relevanten Insektenkunde (forensische Entomologie) und habe mit den verschiedensten Insekten zu tun, die einen toten Körper aufsuchen. Was die Tiere dort machen und warum sie totes Gewebe aufsuchen, erzähle ich euch später.



Insekten bilden die größte Tierklasse auf der Welt. Zu ihr gehören mehr als eine Million Arten. Fast 80 % aller Tiere weltweit sind Insekten. Menschen und die restlichen Säugetiere machen dagegen einen nur verschwindend geringen Prozentanteil aus -- er ist vergleichsweise so groß wie ein Fliegenschiss gegenüber einer großen Wassermelone.

Wassermelonen von Peter Griffin


"Iiiiiehhh - ich mag keine Krabbeltiere!"

Nicht alles was krabbelt ist ein Insekt. Spinnen sind keine Insekten. Sie gehören einer eigenen Tiergruppe, den Spinnentieren, an. Insekten und Spinnen lassen sich einfach auseinander halten.

Insekten werden auch als "Hexapoda" bezeichnet. Dieses Wort kommt aus dem Griechischen und bedeutet "Sechsbeiner". Ihr könnt also ganz einfach die Beine eines Tieres zählen und schon wisst ihr, ob es ein Spinnentier oder ein Insekt ist: hat es sechs Beine, ist es ein Insekt. Hat es acht Beine, ist es ein Spinnentier.

Spinne von Vera Kratochvil


"Insekten sind eklig!"

Das ist natürlich reine Ansichtssache. Manch einer von euch findet es auch eklig, wenn die Bananenschale braun ist oder die feuchten Küsschen der Tante.

Meist findet man Dinge eklig oder schreckt vor diesen zurück, wenn man sie nicht gut genug kennt. Viele Kinder haben Angst vor Spinnen, weil auch die Mütter Angst davor haben. Lasst euch nicht davon irritieren, sondern schaut genau hin: Wie sehen die verschiedenen Tiere aus? Was unterscheidet sie von uns? Was können sie, was wir nicht können? Wo leben sie?

Auf dem Foto siehst du Fliegenpuppen und kannst am Meterstab gleich die Größe abmessen.



Gewittertierchen © wikipedia.de

Gewittertierchen © wikipedia.de

Mich selbst verblüfft es immer wieder zu sehen, was es doch für kleine Insekten gibt und was sie alles können. Schauen wir uns einmal die sogenannten "Gewittertierchen" an.
Eigentlich heißen sie Fransenflügler oder Blasenfüßer. Sie lassen sich gerne auf unserer Haut nieder, wenn die Luft draußen schwülwarm ist. Sie kribbeln und kitzeln und dann schlagen wir sie weg und drücken sie mit unseren riesigen Fingern platt. Aber habt ihr euch schon einmal darüber Gedanken gemacht, wie verrückt es doch ist, dass diese kleinen Tierchen laufen, fliegen, landen, gucken, riechen, verdauen, kurz: leben können?
In ihren winzigen Körpern laufen so unendlich viele Prozesse ab, die sie existieren lassen. Selbst die begabtesten Wissenschaftler und Techniker könnten so etwas nicht nachbauen.



Der Stoffwechsel der Insekten wird von den Außentemperaturen bestimmt. Anders als wir Säugetiere, können sie ihre Körpertemperatur nicht unabhängig von den auf sie einwirkenden Temperaturen aufrecht erhalten.

Dieter Haugk  / pixelio.de

Dieter Haugk / pixelio.de

Insekten werden daher als wechselwarm bezeichnet. Insekten brauchen Wärme um zu funktionieren. Im Frühling sieht man häufig Fliegen auf besonnten Häuserwänden sitzen. Sie tanken die Energie der Sonne.
Im Winter sieht man kaum Insekten. Es ist einfach zu kalt für sie. Viele Insekten verfallen in eine Art Winterschlaf, um erst bei steigenden Temperaturen zu erwachen.



Anders verhält es sich bei den Grillenschaben, die auf den Schneefeldern der Hochgebirge oder in Eishöhlen vorkommen. Sie ernähren sich von anderen, toten Insekten, die den niedrigen Temperaturen nicht standhalten können, erfrieren und von den kalten Winden verweht werden. Doch warum können die Grillenschaben dort leben? Sie konnten diesen Lebensraum für sich einnehmen, da sie ein körpereigenes Gefrierschutzmittel produzieren.
Es ist vergleichbar mit dem Gefrierschutzmittel, das man im Winter fürs Auto benötigt, damit die Scheibenwischflüssigkeit nicht einfriert. Bei den Insekten handelt es sich um die Substanz Glycerol. Glycerol verhindert, dass sich in der Körperflüssigkeit der Tiere Eiskristalle bilden. Somit können sie auch unter eisigsten Bedingungen aktiv bleiben während andere Insekten sterben. Um Tieren mit solch einer famosen Anpassungsleistung zu begegnen müsst ihr jedoch nicht zum Himalaya fahren, ihr könnt Tieren mit eigenem Frostschutzmitteln auch hier begegnen: der Marienkäfer kann ebenfalls Glycerol produzieren. Hättet ihr das gedacht?



Insekten sind in jedem Lebensraum vertreten und zeichnen sich durch ihre enorme Anpassungsfähigkeit aus. Wusstet ihr, dass es einen Eulenfalter gibt, der anstatt Blütennektar, die Tränenflüssigkeit von Rindern und Büffeln trinkt? Was denkt ihr, hat ihn wohl dazu gebracht?
Tränenflüssigkeit ist eine immer vorhandene Flüssigkeitsquelle, die nicht nur in trockenen Zeiten oder Landstrichen Wasser spendet, sondern auch noch Nahrung in Form von z.B. Mikroorganismen oder Salzen bietet.

Eulenfalter © wikipedia.de

Eulenfalter © wikipedia.de



Wie ihr vielleicht wisst, können sich viele Insekten tarnen. Sie können wie Blätter, Zweige oder Dornen aussehen. So sind sie vor Fressfeinden, meist Vögel, geschützt und werden nicht so schnell entdeckt.

Manche von ihnen können jedoch Vögel auch aktiv abschrecken. Fühlen sie sich bedroht, falten sie ihre Flügel auseinander und zeigen ein großes Augenpaar. Für die Vögel bedeutet dies "Achtung, hier ist ein großes Tier" und so haben sie es eilig wegzukommen um nicht selbst gefressen zu werden.

Schmetterling Essen von Shari Weinsheimer




Insekten zeigen auch eine Vielfalt chemischer Verteidigungswaffen. Hier kommt wieder der Marienkäfer ins Spiel. Fühlt er sich von einem Fressfeind gestört, gibt er an seinen Beingelenken eine bitter schmeckende gelbe Flüssigkeit ab.
Vögel beispielsweise lernen so, die leuchtende Farbe mit dem sehr abstoßenden Geschmack in Verbindung zu bringen und lassen die Marienkäfer künftig in Ruhe.

Marienkäfer von Robert Kraft


Wiederum andere Insekten machen sich dieses Lernverhalten von Räubern und Feinden zu Nutze und imitieren deren warnenden Farben oder Muster. Diese Insekten können sich nicht chemisch schützen, sie setzen allein auf den abschreckenden optischen Effekt. Ein einheimisches Beispiel ist z.B. die Schwebfliege, die mit ihrer Zeichnung eine Wespe imitiert. Tiere, die bereits schlechte Erfahrungen mit den stechenden Vertretern gemacht haben, werden es sich zweimal überlegen, ob sie sich einer Schwebfliege nähern.

Schwebfliege © wikipedia.de

Schwebfliege © wikipedia.de



Fliegen Gesicht von Robert Kraft

Die Sinnessysteme der Insekten unterscheiden sich stark von denen des Menschen. Sie haben keine Nase und riechen mit ihren Fühlern oder Antennen. Sie schmecken mit Sinneszellen an ihren Füßen und mit ihren Mundwerkzeugen.
Besonders ausgeprägt ist das Sehsystem der Insekten.
Aufgrund ihrer Eigenschaft fliegen zu können, muss dieser Sinn besonders stark ausgeprägt sein, um ein sicheres Landen und Ausweichen sowie einen koordinierten Flug gewährleisten zu können. Insekten besitzen sogenannte Komplexaugen, die aus tausenden einzelnen Linsen bestehen. Jede Linse vermittelt den Tieren ein eigenes Bild, um schnell auf Bewegungen im Umfeld reagieren und um Informationen über Entfernungen im Flug verarbeiten zu können. Bei diesen Insekten wird der Kinofilm zur Diashow. Im Gegensatz zu uns Menschen verarbeiten sie ca. viermal mehr Bilder in einer Sekunde.





Insekten können noch so einiges mehr. Manche verfügen über einen eigenen magnetischen Kompass, der es ihnen erlaubt, über tausende von Kilometern jährlich dieselben Routen zu nehmen, um beispielsweise bestimmte Futterplätze aufzusuchen.

Die Kommunikation untereinander ist fantastisch ausgeprägt. Denkt nur einmal an den Bienentanz, der die im Stock verbliebenen "Kollegen" u.a. über die Entfernung und Art der Futterquelle informiert.

Biene © wikipedia.de

Biene © wikipedia.de



Ameise © wikipedia.de

Ameise © wikipedia.de

Manche Insekten wie Ameisen, Bienen, Wespen oder auch Termiten wohnen in sozialen Gefügen. Sie haben eine eigene Struktur und jeder, der daran teilnimmt, hat bestimmte und definierte Aufgaben zu erfüllen. Nur so kann das Zusammenleben funktionieren und können diese speziellen Arten existieren.



Hier räumen wir auf mit Vorurteilen über Insekten


Sind Insekten gefährlich?

Sind Insekten Schädlinge?

Sind Insekten überflüssig?

Schüler für Tiere haben mit einer Aktion aufmerksam auf das Leid der Insekten gemacht, die als sogenannte Futtertiere in winzigen Plastikbehältern leben müssen.
Sie möchten damit zeigen, dass Tierschutz bedeutet, allen Tieren Respekt und Achtung entgegen zu bringen, egal wie klein ein Tier ist.

Helden Für Tiere
Überall auf der Welt werden Kinder zu aktiven und engagierten Tierschützern. Lese hier mehr über die Helden für Tiere.