
Im Rahmen einer Projektarbeit hat sich die Arbeitsgemeinschaft Tier- und Artenschutz des Johannes-Keppler-Gymnasiums in Weil der Stadt gemeinsam mit Schülern des Gymnasiums Sindelfingen-Unterrieden mit dem Thema Zirkus beschäftigt.
Zum diesjährigen Welttierschutztag und aufgrund des Gastspiels von Big Africa Circus, der mit seinen Elefanten in Böblingen gastierte, schrieb die AG die Städte Sindelfingen und Böblingen wegen der Standplatzvergabe und Plakatierungen für Zirkusgastspiele an.
In ihrem Schreiben kritisierte die Arbeitsgemeinschaft vor allem den Umgang und die Haltung von Wildtieren im Zirkus. Auslöser für den Brief war, dass sich die Arbeitsgemeinschaft intensiv mit der Tierhaltung in Zirkussen befasst hat und hierbei auf leidvolle Hintergründe gestoßen ist.
Mit einer Ausstellung präsentierten die Schüler ihre Recherche.
Auch an Reptilienbörsen geht die Arbeitsgemeinschaft kritisch heran, denn der Handel mit exotischen Tieren boomt. Die Arbeitsgemeinschaft kritisiert vor allem das oftmals fehlende Fachwissen der Käufer, welches wiederum nicht von den Verkäufern überprüft werden kann, da bislang zur Haltung exotischer Tiere kein Sachkundenachweis erforderlich ist. Spontankäufe sind hierdurch vorprogrammiert und verursachen ein lebenslanges Leid für die Tiere. Exotische Tiere wie Schlagen, Spinnen, Echsen & Co sind Wildtiere, die in unseren Wohnzimmern nicht artgerecht gehalten werden können.
Die Stadt Sindelfingen hat vergangenes Jahr für Zirkusgastspiele und eine Reptilienbörse Flyer an Schulen versandt. Auch dies bittet die Arbeitsgemeinschaft in ihrem Brief zukünftig einzustellen. Mit dieser Werbung werden Kinder und Jugendliche sehr früh unkritisch an Zirkusvorstellungen mit Wildtieren und an Handel mit exotischen Tieren herangeführt.
Mit einer Ausstellung am JKG Weil der Stadt und einer friedlichen Protestaktion vor dem Weil der Städter Rathaus hat die
Artenschutz-AG auf das Schicksal von Wildtieren in der Unterhaltungsbranche aufmerksam gemacht.
In einem Schreiben an die Stadtverwaltung Weil der Stadt regte die AG an, Zirkusse mit Wildtieren künftig von der Platzvergabe auszuschließen.
Da selbst in Gefangenschaft geborene Wildtiere noch nahezu dieselben (Bewegungs-)Bedürfnisse aufweisen wie ihre frei lebenden Artgenossen, können Tiere in der Unterhaltungsbranche ihre natürlichen Bedürfnisse insbesondere auch im sozialen Bereich nicht artgerecht ausleben und reagieren häufig mit psychischen Störungen.
So ist beispielsweise das Hin- und Herwiegen des Kopfes eines Elefanten die Kompensation von Frustration und Aggressivität als unmittelbare Folge des Lebens in Gefangenschaft.
Erfreulicherweise schloss sich die Stadtverwaltung Weil der Stadt mit Schreiben vom 28.09.06 unseren Argumenten für ein zeitgemäßeres und artgerechtes Zirkuskonzept an und wird Zirkusbetriebe mit Wildtieren künftig von der Standplatzvergabe ausschließen.
Projektleitung Frau Hahl
Vielen Dank für die Einsendung!