

Das stimmt. Nichts ist entzückender als ein Fohlen, das über die Weide stakst und die Welt entdeckt. Aber Fohlen brauchen mehr als Liebe, um gesund groß zu werden. Sie brauchen Impfungen, Wurmkuren, Schmied, gelegentlich auch den Tierarzt. Und sie sollten in einer Jungpferdeherde aufwachsen, nicht allein mit der Mutter. Das alles kostet viel Geld, gute Pferdezucht ist teuer. Und welcher Pferdebesitzer hat schon genügend Sachverstand, ein Fohlen korrekt aufzuziehen! Außerdem: Es gibt schon so unendlich viele Pferde. Der Pferdemarkt ist „zu“. Zu viele „Möchtegern-Züchter“ haben ihre Stuten decken lassen und dann kein Geld oder keine Lust mehr gehabt. Jetzt werden diese Pferde billig verkauft, oft regelrecht zu Schleuderpreisen. Die meisten von ihnen erwartet kein gutes Leben.
Futter und Wasser
Pferde zu füttern ist nicht so einfach, wie es aussieht – zu unterschiedlich sind die Pferderassen und damit ihre Bedürfnisse. Ein Englischer Vollblüter beispielsweise verträgt viel Kraftfutter wie z.B. Hafer und braucht wenig Raufutter wie Heu. Bei den ursprünglichen Pferderassen wie den Ponys ist es umgekehrt. Auch hängen Zusammensetzung des Futters und die Futtermenge vom Alter des Pferdes ab und davon, ob und wie viel es arbeiten muss. Wasser müssen Pferde immer und in guter Qualität zur Verfügung haben, sei es über eine Selbsttränke oder auf der Weide durch einen Bach.
Unterkunft und Bewegung
Die Unterkunft des Pferdes muss seiner Größe und seinen Lebensumständen entsprechen. Ständerhaltung ist verboten. Das Gesetz verlangt, dass das „artgerechte Bewegungsbedürfnis“ des Pferdes berücksichtigt wird. Das bedeutet z.B., dass ein Pferd, das in einer Box steht, mindestens eine Stunde pro Tag auf einen Auslauf gebracht werden muss, wo es sich frei bewegen darf. Natürlich ist das viel zu kurz und wir können nur hoffen, dass du deinem Pferd mehr Möglichkeiten zur freien Bewegung bietest.
Eine lange Geschichte
Vor über sechstausend Jahren begannen die Menschen die Pferde zu zähmen. Ab dann mussten die Pferde für die Menschen arbeiten. Sie zogen den Pflug, wurden vor Postwagen gespannt und Pferdekutschen dienten als Taxis. Sie waren „Streitrösser“, die in wahnsinnigen Reiterschlachten zu Tausenden abgeschlachtet wurden – und meistens wurden sie genau genommen nicht besonders gut behandelt, sondern waren eher ein „Nutz“tier oder ein Statussymbol für ihre Besitzer.
Pferde brauchen Zuwendung
Pferde, die in einer Herde leben, brauchen die Menschen nur dazu, dass sie ihnen ein glückliches Leben mit ihren Herdengenossen ermöglichen. Aber Pferde, die zur Arbeit herangezogen werden, brauchen die Zuwendung und Zuneigung der Menschen. Wenn wir die Pferde schon für uns arbeiten lassen, müssen wir gut für sie sorgen. Wir müssen sie füttern, wir müssen ihnen eine gute Unterkunft besorgen, und wir müssen darauf achten, dass wir sie nicht überanstrengen.
1. Saubere, helle und geräumige Boxen und eine saubere Umgebung wie z.B. ordentliche Futter- und Sattelkammer usw. Ständerhaltung von Pferden ist verboten!
2. Genügend fest angestelltes Stallpersonal. Ställe, in denen die „Pferdemädchen“ die meiste Arbeit machen, sind unseriös.
3. Der Unterricht wird von geprüften Reitlehrern erteilt.
4. Gepflegte und arbeitsfreudige Pferde, die ordentliche Hufe haben. Jedes Pferd hat seinen eigenen Sattel, eigenes Zaumzeug und Putzzeug.
5.Ausreichend Weiden für die Pferde, die sicher eingezäunt sind. Keine Stacheldrahtzäune!
Es gibt ein ganz bekanntes Gütezeichen für Reitschulen und Ställe, nämlich das grüne Gütezeichen der FN. Mit ihm bestätigt die Deutsche Reiterliche Vereinigung, dass dieser Stall bzw. diese Reitschule regelmäßig geprüft wird.
Wenn jemandem etwas auffällt, das tierschutzwidrig ist, kann er sich direkt an die Deutsche Reiterliche Vereinigung in Warendorf wenden und das dort melden. Ihr könnt euch aber auch an den örtlichen Tierschutzverein oder an PETA Deutschland e.V. wenden, wenn ihr Dinge beobachtet, die den Pferden schaden.
Mit offenen Augen und Ohren, Fachwissen über die Bedürfnisse von Pferden und einer Portion Zivilcourage seid ihr prima gerüstet, um euren kleinen und großen, jungen und alten Pferdefreunden zu helfen.
Natürlich haben wir diese spannenden Fakten auch als schicken Flyer für dich. Klick einfach auf das Bild links und ein PDF-Dokument öffnet sich in einem entsprechenden Programm.
Den Flyer kannst du dann ausdrucken und deinen Freundinnen, Freunden, deiner Familie und allen Pferdefans zeigen.