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Reptilien

So faszinierend diese Tiere auch sind - sie gehören nicht in einen Glaskasten, sondern in Freiheit.

Dieses Wissen brauchst du:

Reptilien – was weißt du darüber?
Über Schlangen, Echsen, Tausendfüßler, Leguane, Geckos, hast du vielleicht schon was in der Schule gehört, im Fernsehen gesehen oder in Büchern gelesen.
Immer öfters aber leben Reptilien bei uns als 'Haustiere'. Wir haben uns gefragt, wie sie dort hinkommen, warum sie dort leben, ob sie sich wohl fühlen?

Kornnattern, beispielsweise, leben eigentlich in Nordamerika. Die Schlangen gehören zur Gattung der Kletternattern. Ihr natürlicher Lebensraum sind Laub- und Nadelwälder, aber auch Gras- und Feuchtgebiete. Abhängig von der Rasse können Schlangen Jahrzehnte alt werden. Die meisten Schlangen sind Karnivoren (also Fleischesser).
Der grüne Leguan kommt in freier Natur in Mittel- und Südamerika vor und kann 2 Meter und größer werden. Die Tiere sind gute Schwimmer, leben aber auch auf Bäumen. Sie fühlen sich in dichter Vegetation, bei hoher Feuchtigkeit und mit Plätzen für Sonnenbäder wohl. Ein Leguan kann mehr als 20 Jahre alt werden.
Oder zum Beispiel Pythons: Manche Arten können problemlos 4 oder 5 Meter groß werden. In ihrem natürlichen Lebensraum in Asien legen die gemächlichen Tiere zur Futtersuche und in der Paarungszeit oft große Strecken zurück. Sie sind gute Schwimmer und Kletterer, können sogar sehr gut tauchen. Wenn die Weibchen ihre Eier abgelegt haben, erhöhen sie die Brüttemperatur, indem sie mit ihren Muskeln zittern.

In Wohnzimmern leben sie in einem Glaskasten. Zwar gibt es immer mehr Reptilien zu kaufen, aber kaum jemand weiß über die Bedürfnisse und das wahre Leben dieser außergewöhnlichen Tiere Bescheid.

Hunde und Katzen können sich durch Mimik oder Laute verständlich machen. Bei einem Reptil wissen wir in den wenigsten Situationen, ob es Schmerzen hat oder Angst empfindet. Unglücklicherweise werden Reptilien deshalb als pflegeleicht betrachtet.
Aber das Gegenteil ist der Fall: Sie brauchen ganz besondere Pflege.

Schlangen und Echsen gewöhnen sich nicht, wie Hunde oder Katzen, an die Gefangenschaft.
Oftmals versuchen Reptilien, an den Glas- oder Kunststoffscheiben hochzuklettern oder drücken dagegen. Manche Reptilien machen das den ganzen Tag.
Da sie ursprünglich aus einem völlig anderen Lebensraum kommen, lernen sie nicht, wie unsere domestizierten Tiere (das sind Tiere, die über eine lange Zeit hinweg an das Leben mit dem Menschen angepasst wurde und die es so in der Natur gar nicht gibt), dass eine durchsichtige Wand undurchdringbar ist.

Schlangen, Echsen und andere Reptilien bleiben immer 'wilde' Tiere – sie wissen, dass sie vielleicht einen Felsen oder einen Fluss nicht überqueren können, aber nicht eine Glaswand. Ihre Verhaltensweisen, ihre Bedürfnisse sind noch immer so mit einem natürlichen Leben verbunden, dass sie sich niemals an die Gefangenschaft gewöhnen, geschweige denn sich in ihr wohlfühlen.
So faszinierend diese Tiere auch sind – sie gehören nicht in einen Glaskasten, sondern in Freiheit.

Was denkst du, warum hält sich jemand Reptilien im Wohnzimmer? Ist es ein Modetrend?

Verkauft werden Reptilien auf Reptilienbörsen, Reptilienmessen, in Zootierhandlungen. Jeder Kauf eines Tieres ermutigt die Züchter wieder neue Tiere zu züchten.
In Tierheimen werden viele Reptilien abgegeben:
Oftmals weiß ein Käufer zu wenig über Reptilien und wenn der süße Leguan auf einmal 2 Meter groß ist, wird er abgegeben. Oder die Kosten sind zu hoch geworden. Der Mangel an Fachwissen über die unterschiedlichen Anforderungen an Licht, Feuchtigkeit, Wärme, Belüftung und vielem mehr führt oft zu Krankheit, Siechtum und Tod der Tiere.


Gesundheitsrisiko:
Reptilien, wie Schlangen oder Echsen, übertragen häufig Salmonellen. Das sind Bakterien, die Krankheiten verursachen können. Reptilien sollten niemals in direkten Kontakt mit Menschen kommen. PETA warnt besonders Eltern und Lehrer, Veranstaltungen wie Reptilienshows, mit ihren Kindern zu meiden! Das Robert-Koch-Institut schreibt in einem Vortrag über Salmonelloseerkrankungen (2010): „Personen mit erhöhtem Infektionsrisiko, z.B. Kinder unter 5 Jahren, immunsupprimierte und ältere Personen, sollten Kontakt mit Reptilien meiden.“

Gefährlich:
In Reptilienshows können die Zuschauer die Tiere meist anfassen oder Würgeschlangen werden Kindern um den Hals gehängt. Das ist sehr verantwortungslos. Würgeschlangen können innerhalb von Sekunden krampfen und ein Kind schwer verletzen. Ein Wildtier bleibt immer ein Wildtier – egal, ob es in Gefangenschaft geboren oder wild gefangen wurde.
Im Jahr 2009 hatte eine als „Haustier“ gehaltene Python in Florida das zweijährige Kind der Familie im Schlaf erwürgt.

Was also tun, wenn….

Was tun, wenn aus deinem Klassenausflug ein Besuch einer Reptilienshow werden soll? Oder eine Reptilienshow deine Schule besuchen möchte? Oder dich sonst jemand auf eine Reptilienbörse schleppen will?
Reiten auf Riesenschildkröten, Schlangen um den Hals hängen, Vogelspinnen auf der Hand halten…
Wenn an deiner Schule eine Reptilienshow angeboten wird, kannst du an info@petakids.de eine Mail schreiben.
Wir werden deiner Schule einen Brief schreiben und sie bitten diese Entscheidung aufgrund des Gesundheitsrisikos und aus Tierschutzgründen nochmals zu überdenken.

Helden Für Tiere
Überall auf der Welt werden Kinder zu aktiven und engagierten Tierschützern. Lese hier mehr über die Helden für Tiere.