
Hallo, mein Name ist Clara. | ![]() |
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(Teil 1 von 3)
© Klaus Jacob / pixelio.de
Toni, das kleine Wolfsjunge, erinnert sich sehr oft an diesen einen Tag.
Er war erst wenige Wochen alt, als er einige Weibchen im Rudel belauschte.
„Maja, wir müssen wieder jagen gehen!“
„Wir haben nichts mehr zu fressen, das kann auch nicht gut für deine Kleinen sein.“
„Ja, genau. Außerdem bleibt doch Johanna hier und wacht über unsere Kleinen“, redeten die anderen Wolfsmütter auf Tonis besorgte Mama ein.
„Ja aber … aber … sie sind noch so klein … ihr wisst doch … ich habe schon einmal meine Welpen verloren … ich … ich kann nicht.“
„DU kannst nicht? Maja, du bist unsere beste Jägerin, ohne dich gehen wir leer aus. Willst du, dass wir verhungern?“
Das waren genug Argumente.
„Ja, gut, ich komme mit. Aber …“
Am Abend schaute Maja noch einmal nach ihren Kleinen; die schliefen alle tief und fest.
Doch kaum hatte die fünffache Mama den Bau verlassen, öffnete Toni vorsichtig seine Augen.
Er reckte und streckte seine Glieder und lief dann aufgeregt den Weibchen hinterher.
Vorsicht war geboten, die anderen durften ihn nicht entdecken.
Da ein Reh. Er machte sich darauf gefasst, dass die hungrigen Weibchen gleich losrannten, doch sie sahen sich nur kurz an und liefen weiter.
Beinahe konnte er die Erleichterung des Rehs fühlen.
Nach einem endlos scheinenden Fußmarsch erreichten sie endlich eine riesige Koppel, und da erst dämmerte es Toni, woher das Abendessen stammen würde.
![]() | „MÄHH MÄHH“. Die Schafe sahen sich verzweifelt um. Sie wussten, dass sie keine Chance gegen die gefährlichen Raubtiere hatten. Der Bauer war viel zu weit weg, um ihre Hilfeschreie zu hören. |
„Ich muss zurück zur Herde, die anderen brauchen meine Hilfe. Pass auf dich auf.“
Das kleine Lamm schaute seiner Mutter sprachlos hinterher.
Toni überlegte währenddessen verzweifelt, wo er sich verstecken sollte, die anderen sollten ihn ja nicht sehen. Da sah er den alten Schafstall. Ja, das war eine gute Idee.
Als er eintrat, stieß ihm der Geruch von Heu und Schafkot entgegen.
Da hörte er ein leises Wimmern.
Er trat näher.
„Wer bist du denn?“, wollte Toni wissen.
„He … ich … ich … bitte … tu mir nichts … bitte“, flehte dieses kleine Wesen.
„Ich tu dir nichts. Keine Sorge, aber wer bist du? Mein Name ist Toni.“
„Ich … äh, ich bin Lea …“ Lea zitterte am ganzen Körper.
Einen Moment lang herrschte Stille.
„Meine Mama …“, schluchzte Lea und sah Toni fragend an.
Toni legte sich zu Lea ins Heu und kuschelte sich in ihre weiche Wolle.
„Hab keine Angst, meine Mutter und meine Tanten werden bald verschwinden. Sie werden deiner Mama schon nichts tun.“ Tonis Worte klangen zwar beruhigend, aber Lea konnte sie nicht wirklich glauben.
Zusammen schliefen sie im Heu ein.
„Toni? Bist du mein Freund?“, fragte Lea am nächsten Morgen
„Ja natürlich, und du bist doch auch meine Freundin oder?“
„Ja!“, sagte Lea.
„Ich muss schnell nach Hause, meine Mama macht sich bestimmt schon Sorgen.“
Da weinte Lea.
„Warum weinst du?“, fragte Toni, der eigentlich schon auf dem Sprung war.
„Meine Mama“, flüsterte Lea nur.
Toni warf ihr einen tröstenden Blick zu und verschwand, er musste sich beeilen.
Fortsetzung folgt! :o)