

Copyright Annegret Noble
Annegret Noble lebt auf einer Farm in Montana, das ist in den USA.
Sie ist Psychologin, Familientherapeutin und Drogenberaterin.
Manche von euch kennen sie vielleicht aus der Serie 'Teenager außer Kontrolle' auf RTL.
Sie erzählt euch über die Tiere auf der Farm, auf der sie lebt.

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Wenn du in der Stadt lebst, kennst du wahrscheinlich Hunde, Katzen, Kaninchen und Meerschweinchen. Ich lebe auf einer kleinen Ranch in Montana in den USA.
Wir haben eine ständig wechselnde Anzahl von Ziegen, Hühnern, Pferden, Hunden, Kaninchen, Ratten, Frettchen und Gänsen.

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Wir haben zwei Gänse, die als 'Wachhunde' bei uns arbeiten. Wenn du dich jetzt wunderst, dann forsch mal etwas nach, denn Gänse werden auch in Europa als 'Wachhunde' eingesetzt. Gänse wissen, ohne dass man es ihnen beibringt, wer auf der Ranch lebt und wer hier nicht hingehört.
Wenn sie etwas Ungewöhnliches sehen oder hören, schlagen sie ganz laut an. Aber Gänse sind nicht nur gute 'Wachtiere', sondern auch gute Eltern.
Im Frühling legt Mama Gans 8 Eier und dann sitzt sie einen Monat lang auf diesen Eiern.

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Aber die richtigen Elternpflichten gehen erst los, wenn die kleinen Gänschen dann geschlüpft sind. Schon nach ein paar Stunden zieht die kleine Truppe im Gänsemarsch los.
Mama vorne weg, dann die kleinen gelben Küken, und Papa Gans hinterher. Einer von den Eltern passt immer auf. Sie essen nie beide gleichzeitig – denn dann könnten sie ja einen Adler oder einen Fuchs verpassen.
Und wenn es dann tatsächlich gefährlich wird, dann müssen die Eltern nur einmal rufen und sofort sind alle Gänschen ganz gehorsam unter Mama Gans verschwunden. Und wenn man sich einem der Kleinen trotzdem nähert, dann muss man mit Papa Gans rechnen – ich weiss das aus Erfahrung:
Ich wollte eins der Küken, das zu humpeln schien, aufheben. Ehe ich mich versah, flog ich rückwärts in den Zaun und dachte, jemand habe mich ins Gesicht geboxt.
Über mir stand ein schreiender Papa Gans mit ausgebreiteten Flügeln, bereit mich wieder anzugreifen, sollte ich seinen Kindern nochmal zu nahe kommen.
Aber all das klappt natürlich nur weil die ganze Familie zusammenarbeitet. Die Eltern versorgen die Küken und passen auf, während die Küken gehorchen und bereit sind, von ihren Eltern zu lernen.

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Die anderen Tiere, die im Frühling Junge haben, sind unsere Ziegen. Ziegenbabies sind so ziemlich die knuffigsten Tiere, die ich kenne. Letzten Frühling hatten wir drei. Wir waren bei der Geburt dabei, aber eigentlich braucht die Mutter nicht wirklich Hilfe. Das coole an Zicklein ist, dass man ihre Persönlichkeit schon erkennen kann, wenn sie ein paar Stunden alt sind.
Sophia wurde als erste geboren. Sie konnte als erste stehen und wollte sofort bei ihrer Mutter am Euter trinken. Sie ist neugierig und draufgängerisch. Bentley war der nächste. Er hatte Schwierigkeiten aufzustehen. Ist ja auch nicht einfach, vier Beine zu koordinieren.
Wir mussten ihm beim Trinken helfen und auch die folgenden Tage brauchte er oft Hilfe, um sich an seine Beine zu gewöhnen. Er ist der zutraulichste von allen und kommt sofort zum Kuscheln wenn er mich sieht.
Madeline war die kleinste. Sie brauchte viel Zuwendung von ihrer Mutter und viel extra Milch. Sie ist auch heute noch die zurückhaltenste und geht nie weit weg von ihrer Mutter. Dann haben wir noch ein Zicklein aufgenommen, weil die eigene Mutter es nicht wollte – ja, das passiert manchmal. Wir haben sie Suki genannt, das heisst 'geliebt' auf japanisch, damit sie weiss, dass sie bei uns willkommen ist.
Die anderen Zicklein haben sie sofort akzeptiert, aber Mutter Ziege war sich nicht so sicher, ob sie noch ein Kind wollte.
Aber Suki gibt nie auf und versucht immer wieder mit ihrer Pflegemutter zu kuscheln, auch wenn diese sie manchmal wegschubst.
Sie ist unsere Kämpferin.

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Jeden Tag erzählen uns unsere Tiere neue Geschichten – wenn wir uns die Zeit nehmen, um zu zuhören. Ich hoffe, dass ihr euch ebenfalls die Zeit nehmt, die Tiergeschichten in eurer Umgebung zu hören und vielleicht sogar etwas davon zu lernen.
Genauso wie Tiere ihre eigene Persönlichkeit haben, können sie auch Schmerz empfinden, Angst haben, und frustriert sein.
Weisst du, wie sie das mitteilen? Viel Spass beim Beobachten.