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Eigentlich legen Hennen nicht Eier, damit wir sie essen, oder?

So viele Hühner:

Jedes Jahr isst ein Deutscher über 200 Eier. Das ist eine unglaublich große Zahl!
Im März 2010 wurden vom Statistischen Bundesamt 35 Millionen Hennen in der Eierindustrie gezählt.
Von diesen 35 Millionen Hennen werden etwa 27 Millionen Hennen in großen Hallen gehalten. Sie stehen dicht an dicht und können sich kaum bewegen. 17 Prozent der Hennen müssen immer noch zu mehreren in Käfigen leben.

Was sind ‚Superlegehennen’?:
Hennen werden dafür extra als ‚Superlegehennen’ gezüchtet. Dabei stehen sie so unter Stress, dass sie nur 1,5 bis 2 Jahre lang Eier legen und dann geschlachtet werden. Normalerweise können Hennen unter natürlichen Bedingungen 15 Jahre alt werden. Durch die moderne Tierhaltung (Intensivtierhaltung oder auch Massentierhaltung genannt) legen die Hennen etwa zweimal soviel Eier wie frühere Hennen.
Für die männlichen Küken, die aus den Eiern schlüpfen, gibt es in der ‚Superlegehennenzucht’ keine Verwendung. Sie werden zerhäckselt oder vergast. Jedes Jahr sind das in Deutschland 50 Millionen Küken, die so ums Leben kommen.
Steht auf den Verpackungen die Wahrheit?
Immer mehr Menschen denken darüber nach, wie grausam Intensivtierhaltung ist und möchten lieber tierfreundlich einkaufen.
Das wissen auch Firmen. Und manchmal führt das dazu, dass Firmen auf ihren Verpackungen eine glückliche Bauernhofwelt versprechen, die aber mit der Wirklichkeit nicht übereinstimmt. Zum Beispiel steht auf Verpackungen 'von glücklichen Tieren', 'biologisch' oder 'freilaufend' und jeder denkt, dass die Tiere dort glücklich sind.
Was aber auf jeden Fall wahr ist:
Dass viele der angeblichen 'glücklichen Tiere' leiden müssen.
Die langen Transportwege zum Schlachthof müssen alle Hühner überstehen. Sogar in Bio-Betrieben ist es der Fall, dass die männlichen Küken der eierlegenden Hennen getötet werden. Und auch die Hühner auf Bio-Höfen leben meist nicht mehr als ein paar Jahre, bevor sie getötet werden. Und selbst wenn sie ein besseres Leben haben, als Hühner in den Käfigen und engen Hallen, müssen sie vorzeitig und grausam sterben.

Seit 2004 gibt es die europaweite Kennzeichnungspflicht von Eiern. Was die Zahlen auf den Eiern bedeuten, kannst du hier nachlesen:


0 – Ökohaltung:
Der Auslauf der Hennen ins Freie muss vorhanden sein. Im Stall dürfen höchstens sechs Hennen auf einem Quadratmeter leben. Außerdem muss das Futter aus ökologischem Anbau sein.
Ein Quadratmeter sind: ein Meter breit und ein Meter lang. Ein Meter sind 100cm – eine Henne hat eine Flügelweite von 80cm!


1 – Freilandhaltung:
Der Stall in den Freilandanlagen muss mit Sitzstangen, Nestern und Eintreu zum Scharren ausgestattet sein. Tagsüber müssen die Hennen Auslauf im Freien haben. Jede Henne muss im freien Auslauf mindestens vier Quadratmeter Fläche zur Verfügung haben. Wenn zu große Gruppen gehalten werden, können nicht alle Hennen den Ausgang ins Freie finden.


2 – Bodenhaltung:
Die Hühner werden in riesigen Hallen gehalten und drängen sich dort eng aneinander. Ihr kennt das bestimmt vom Schulbuss, wenn am Morgen alle dicht gedrängt darin stehen und man sich kaum bewegen kann, obwohl der Raum ja groß zu sein scheint.
In der Bodenhaltung muss ein Drittel der Bodenfläche eingestreut sein (also weniger als die Hälfte). Die restliche Bodenfläche besteht aus Latten und Gitterrosten. Angeborene Bedürfnisse der Hennen wie Scharren, Staubbaden und Flügelschlagen können sie manchmal ausüben. Es werden meistens so viele Tiere in einem Stall gehalten, dass es für Flügelschlagen und Staubbaden viel zu eng ist. Oft sitzen die Tiere auch in ihrem eigenen Kot.


3 – Käfighaltung (Legebatterien)
In der ausgestalteten Käfighaltung ist fast alles vollständig automatisiert, nichts ist wie in der Natur. Seit der Abschaffung der Käfighaltung nennt man diese Haltungsform "ausgestaltete Käfighaltung". Doch für die Tiere hat sich fast nichts geändert. Pro Henne gibt es jetzt einen Bierdeckel mehr Platz. Fütterung, Beleuchtung, Temperaturregelung und selbst die Mauser werden von Maschinen gesteuert. Die Eier rollen direkt auf ein Fließband. Die Käfige sind übereinander gestapelt. Eine Henne hat etwas mehr Platz wie auf einem DINA4 Blatt, ihr Leben lang. Kaum mehr Platz wie eine Seite in deinem DINA4 Heft, 24 Stunden am Tag, 7 Stunden die Woche, 365 Tage im Jahr……
Doch ganz egal welche Zahl auf dem Ei steht:


für alle Hennen, die für dass Eierlegen gezüchtet werden, sind die letzten Minuten ihres Lebens gleich. Sie werden im Fließbandverfahren in Schlachthöfen getötet. Bei der Zucht besteht für die
männlichen Kücken, die also später keine Eier legen können, keine Verwendung. Sie werden aussortiert, vergast oder zerhäckselt.

Kranke Tiere werden nicht etwa zum Tierarzt gebracht oder eingeschläfert, dies wäre viel zu teuer. Legen die Hennen zu wenig Eier, wandern sie ab ins Schlachthaus. Dort wird aus ihren kaputten und kranken Körpern Hühnersuppe und Futter für Tiere gemacht.

Warum wird nichts geändert?

1999 hat die Europäische Union entschieden, dass Legebatterien so grausam sind, dass sie in EU Ländern abgeschafft werden sollen. Deshalb wurde ein Gesetz entworfen, die ‚Legehennen Direktive’, das von der Eierindustrie verlangt, dass es ab dem Jahr 2012 keine Legebatterien mehr gibt. Seit 2012 gibt es jetzt ausgestaltete Käfige, die aber für das einzelne Tier gerade mal einen Bierdeckel mehr als Fläche bieten. Das wissen auch die Politiker. Deshalb gibt es bereits jetzt den Entschluss, dass alle Hühnerhalter die Käfige abschaffen sollen. Dazu dürfen sie sich aber noch 20 Jahre Zeit lassen!

Was bringen die Verbesserungen?

Leider sind auch die neuen Käfige keine wirkliche Verbesserung. Die neuen Käfige werden ‚ausgestaltete Käfige’ oder ‚Kleinvolièren’ genannt.
Die Hennen werden auch in den neuen Käfigen eingepfercht. Die Eierindustrie oder Geflügelunternehmer wollen der Bevölkerung und den Politikern das Märchen unterjubeln, dass der verbesserte Käfig artgerecht ist und den neuen Gesetzen entspricht. Die neue Gruppenhaltung soll so aussehen, dass bis zu 60 Hennen in einen Käfig gesperrt werden. Also zwar größere Käfige, aber dafür auch mehr Hennen. Für eine einzelne Henne bleibt auch hier kaum mehr Platz als in den bisherigen Legebatterien. Also ungefähr so viel wie eine DINA 4 Heftseite.
Die Verbesserung ist noch, dass es in den neuen Käfigen auch Sitzstangen und einen Nestbereich geben soll. Aber ein Auffliegen ist auch hier aufgrund der niedrigen Käfige nicht möglich.

Das sind die Verbesserungen der Politiker: so sehen die ‚modernen, verbesserten’ Käfige oder Kleinvolièren aus:

Die Querverstrebungen sollen die Sitzstangen sein. Durch die Enge im Käfig wirken sie nicht wie Verbesserungen, sondern wirken eher wie zusätzlich platzraubende Barrieren. Ein Auffliegen ist aufgrund der niedrigen Käfige sowieso unmöglich.

In den neuen Käfigen ist nur geringfügig mehr Platz als in den herkömmlichen Käfigen. Der Zustand der Hühner, beispielsweise der Federn ist gleich schlecht.

Im Bild ist der "Nestbereich" zu sehen. Hier soll ein ungestörtes Ablegen der Eier möglich sein?

Unmittelbar neben dem Nestbereich liegen immer wieder geschwächte Tiere, die von den Artgenossinnen totgetrampelt werden...

Aber: was kannst du tun?

Fast alle Eier, die in Lebensmitteln verarbeitet werden, stammen aus Legebatterien.

Viele Firmen verzichten auf die Verarbeitung von Eiern in Lebensmitteln und stellen Nudeln, Süßwaren und andere Fertiggerichte ohne Eier her! Das kannst du auf der Verpackung unter Zutaten lesen.



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