Bereich für Erwachsene
Mit Mitgefühl für alle Lebewesen aufwachsen
Dieser Bereich richtet sich an alle Erwachsenen, die Kinder beim Aufwachsen begleiten – sei es als Eltern, Lehrkräfte, Erziehende oder in anderen Rollen. Hier erfahren Sie, wie Sie die kindgerechten Inhalte von PETAKids sinnvoll im Alltag oder Bildungsbereich einsetzen können, um Heranwachsende in ihrem Mitgefühl und ihrem Engagement für alle Tiere zu bestärken. Der Erwachsenenbereich von PETAKids bietet Ihnen:
- Orientierung zu unseren Angeboten
- Hilfestellung, um tierethische Bildung in den Alltag oder die Bildungsarbeit zu integrieren
- Hintergrundwissen, um Speziesismus mit Kindern aufzuarbeiten
„Kinder sind unsere Zukunft und die aller Lebewesen“
PETAKids unterstützt Sie dabei, Speziesismus im Alltag zu erkennen und mit Kindern aufzuarbeiten
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Tierfreundliche Lebensweise – Hilfestellung für herausfordernde Situationen im Erziehungsalltag
Vegane Ernährung
Immer mehr Kinder möchten keine Tierprodukte mehr essen – aus Mitgefühl, Umweltbewusstsein oder gesundheitlichen Gründen. Eine gut geplante vegane Ernährung ist laut einigen Fachgesellschaften für alle Altersgruppen geeignet – auch für Babys, Kinder und Jugendliche. Entscheidend ist, dass der Nährstoffbedarf vollständig gedeckt wird.
Vegane Ernährung von Anfang an
Babys können von Geburt an vegan ernährt werden. In den ersten Lebensmonaten ist Muttermilch ideal. Je nach Kind ergänzt Beikost nach einigen Monaten die Milch – z. B. püriertes Obst, Gemüse und Getreide. Kuhmilch ist nicht nötig. Wichtig ist eine entspannte, freudige Einführung fester Nahrung.
Gesundes Wachstum ohne Tierprodukte
Kinder im Wachstum benötigen viele Nährstoffe – vor allem Proteine, die aus pflanzlichen Quellen wie Hülsenfrüchten, Vollkornprodukten, Nüssen und Samen stammen können. Diese liefern zusätzlich Ballaststoffe, Vitamine und gesunde Fette. Die VeChi-Youth-Studie der Deutschen Gesellschaft für Ernährung zeigt: Vegan ernährte Kinder essen mehr Obst, Gemüse und gesunde Lebensmittel sowie weniger Süßigkeiten und Fertigprodukte als Kinder, die sich mischköstlich ernähren. [1, 2]
Auch in der Pubertät geeignet
Jugendliche haben einen hohen Energiebedarf. Komplexe Kohlenhydrate aus pflanzlichen Lebensmitteln sorgen für ein stabiles Energielevel und vermeiden Heißhunger. Wer früh an gesunde Ernährung gewöhnt wird, entwickelt langfristig bessere Essgewohnheiten.
Wichtige Nährstoffe im Blick
Wie bei jeder Ernährungsform gibt es Nährstoffe, auf die besonders geachtet werden sollte. In der veganen Kinderernährung gelten folgende als „kritisch“, sind aber gut abdeckbar:
- Vitamin B12 (Supplement und/oder angereicherte Lebensmittel)
- Vitamin D (Sonnenlicht und Supplement)
- Omega-3-Fettsäuren (z. B. aus Lein-, Chia- oder Algenöl)
- Kalzium (grünes Gemüse, angereicherte Pflanzendrinks oder Mineralwasser)
- Eisen (Hülsenfrüchte, Vollkorn; mit Vitamin C kombinieren)
- Jod (angereichertes Salz oder Supplement)
- Zink (Nüsse, Vollkorn, Hülsenfrüchte)
- Protein (ausreichend durch pflanzliche Vielfalt)
Regelmäßige Blutuntersuchungen sind sinnvoll, um die Versorgung zu überprüfen – unabhängig von der Ernährungsform. Zudem gibt es Ernährungsberater:innen, die auf vegane Kinderernährung spezialisiert sind.
Fazit:
Eine vegane Ernährung ist für Kinder jeden Alters geeignet – vorausgesetzt, sie ist gut geplant. Sie fördert Mitgefühl, Gesundheit und Umweltbewusstsein. Eltern können ihre Kinder dabei liebevoll begleiten und gemeinsam neue, gesunde Essgewohnheiten entdecken.
[1] Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (2020): 14. DGE-Ernährungsbericht, 4 Vegetarische und vegane Ernährung bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland – VeChi-Youth-Studie (S. 289 – 354)
[2] aerzteblatt.de (2020): Ernährungsbericht: Keine Nachteile für vegan und vegetarisch lebende Kinder,
Wenn ein Kind den Wunsch äußert, keine Tierprodukte mehr essen zu wollen, ist das ein bedeutungsvoller Moment. Es zeigt, dass es sich Gedanken über Mitgefühl, Gerechtigkeit und Verantwortung macht – Werte, die viele Eltern ihren Kindern mit auf den Weg geben möchten. Doch wie sollten Eltern auf diese Entscheidung reagieren?
Zuhören und ernst nehmen
Der erste Schritt ist zuzuhören – wirklich zuzuhören. Kinder treffen solche Entscheidungen nicht leichtfertig. Vielleicht haben sie etwas gesehen, gelesen oder in der Schule gelernt, das sie zum Nachdenken gebracht hat. Indem Eltern offen und interessiert nachfragen („Was hat dich dazu bewegt?“), zeigen sie Respekt und Wertschätzung für die Gefühle und Gedanken ihres Kindes.
Mitgefühl bestärken
Die Entscheidung, keine Tiere mehr zu essen, ist ein Ausdruck von Empathie. Kinder erkennen, dass Tiere fühlende Wesen sind, die nicht leiden sollten. Dieses Mitgefühl zu fördern, stärkt nicht nur ihre emotionale Intelligenz, sondern auch ihr Verantwortungsbewusstsein gegenüber anderen Lebewesen und der Umwelt.
Gemeinsam neue Wege gehen
Eine pflanzliche Ernährung kann gesund, vielfältig und lecker sein – besonders, wenn sie gemeinsam entdeckt wird. Eltern können mit ihren Kindern neue Rezepte ausprobieren, gemeinsam einkaufen und sich über pflanzliche Alternativen informieren. Das schafft nicht nur Wissen, sondern auch schöne gemeinsame Erlebnisse. Mehr über eine ausgewogene vegane Kinderernährung erfahren Sie auf peta.de.
Unterstützung statt Druck
Wichtig ist, dass Kinder sich nicht alleingelassen oder überfordert fühlen. Unterstützung bedeutet nicht, dass alle Familienmitglieder sofort vegan leben müssen – sondern dass der Wunsch des Kindes respektiert und begleitet wird. Kleine Schritte – wie das gemeinsame Kochen ohne Tierprodukte oder das Lesen von Zutatenlisten – können viel bewirken.
Fazit:
Wenn Kinder sich für eine tierfreundliche Ernährung entscheiden, ist das ein Zeichen von Reife und Mitgefühl. Eltern haben die wunderbare Gelegenheit, diesen Weg mit Offenheit und Liebe zu begleiten – und dabei vielleicht selbst neue Perspektiven zu entdecken.
In Deutschland werden jährlich rund 600 Millionen Schulmahlzeiten ausgegeben – eine enorme Chance, gesunde, klimafreundliche und tierleidfreie Ernährung zu fördern. Die Wahl der Lebensmittel beeinflusst nicht nur die Gesundheit der Kinder, sondern auch das Klima, die Umwelt und das Tierwohl.
DGE spricht Empfehlung für vegane Optionen aus
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) hat im Oktober 2023 erstmals die Option veganer Mittagsmahlzeiten in ihren Qualitätsstandards für die Schulverpflegung aufgenommen. Im Dezember 2024 folgte eine konkrete Hilfestellung zur Umsetzung veganer Angebote – inklusive Speiseplan-Vorlagen und Nährstoffinformationen.
Klimaschutz beginnt auf dem Teller
Laut dem Projekt „KEEKS – Klima- und energieeffiziente Küche in Schulen“ entstehen rund 75 Prozent der Treibhausgasemissionen in Schulküchen durch die Wahl der Lebensmittel. Tierische Produkte – insbesondere von Wiederkäuern – sind besonders klimaschädlich. Eine pflanzliche Ernährung kann die Emissionen um bis zu 40 Prozent reduzieren und leistet einen wichtigen Beitrag zur Agenda 2030 der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung.
Ernährungsbildung durch Schulessen
Ernährungsbildung findet nicht nur im Unterricht statt, sondern bei jeder Mahlzeit. Kinder lernen durch das tägliche Angebot, was gesunde Ernährung bedeutet. Eine pflanzliche Schulverpflegung fördert soziale Kompetenzen, Mitgefühl und ein bewusstes Konsumverhalten.
So können Eltern aktiv werden
- Mitwirken im Verpflegungsausschuss oder Elternbeirat
- Gespräch mit Schulleitung und Caterer suchen
- DGE-Standards einfordern, auch wenn sie in Ihrem Bundesland nicht verpflichtend sein sollten
- Drei vegane Tage pro Woche vorschlagen
- Kinder einbeziehen – sie haben ein Recht auf gesunde, klimafreundliche Ernährung
Die Stadt Freiburg geht mit gutem Beispiel voran und hat Fleisch von den Speiseplänen der Schulen und Kitas gestrichen.
Fazit:
Die Zeit ist reif für eine vegane Schulverpflegung. Sie schützt Klima und Tiere, fördert Gesundheit und Bildung – und ist laut DGE wissenschaftlich fundiert und umsetzbar. Eltern, Schulen und Kommunen können gemeinsam den Wandel gestalten.
Schulmilch: Warum Kinder eine bessere Wahl verdienen
Der Milchkonsum in Deutschland sinkt – doch in Schulen wird Kuhmilch weiterhin mit EU-Fördermitteln verteilt. Über das EU-Schulprogramm für Obst, Gemüse und Milch erhalten Kinder jährlich rund 6,5 Millionen Liter Kuhmilch und 220 Tonnen Joghurt, begleitet von verpflichtenden Bildungsmaßnahmen. Pflanzendrinks sind trotz wachsender Nachfrage nicht Teil des Programms – das EU-Parlament lehnte ihre Aufnahme 2023 ab und verwehrt Kindern damit die Wahlfreiheit für gesündere, klimafreundlichere Alternativen.
Milchindustrie: Qualvoll und klimaschädlich
Kuhmilch wird oft als gesund vermarktet – dabei ist sie fettreich, enthält gesättigte Fettsäuren und mehr Zucker als die meisten Pflanzendrinks. Studien zeigen: Ein hoher Milchkonsum kann das Risiko für Herzkrankheiten erhöhen. Gleichzeitig verursacht die Milchproduktion massive Treibhausgasemissionen, vor allem Methan, und trägt zur Abholzung von Wäldern bei.
Die Realität hinter der Milch
Kühe produzieren nur Milch, nachdem sie ein Kalb geboren haben. In der Industrie werden sie künstlich befruchtet, ihre Kälber direkt nach der Geburt von ihnen getrennt – oft schreien Mutter und Kind tagelang. Nach wenigen Jahren sind die Kühe meist so krank, dass sie im Schlachthaus getötet und durch junge Tiere ersetzt werden – dabei könnten sie über 20 Jahre alt werden.
Fehlgeleitete Bildungsprogramme
Initiativen wie „Lernort Bauernhof“ oder „Landwirtschaft macht Schule“ vermitteln ein romantisiertes Bild der Tierhaltung. Die Realität – Tierleid, Umweltzerstörung und ethische Fragen – bleibt oft außen vor. Laut einer GfK-Umfrage wissen über 35 Prozent der Deutschen nicht, dass Kühe wie alle Säugetiere nur nach einer Geburt Milch geben.
Gesunde Alternativen für Kinder
Das Schulprogramm bietet auch Obst und Gemüse – eine sinnvolle, gesunde Alternative. Pflanzliche Kalziumquellen sind z.B.:
- Angereicherte Pflanzendrinks
- Kalziumreiches Mineralwasser
- Grünes Gemüse (Brokkoli, Grünkohl, Pak Choi)
- Sesam- und Mandelmus, Hülsenfrüchte, Feigen
Was Eltern tun können
- Aufklärung betreiben: Mit Lehrkräften, Schulleitung und anderen Eltern sprechen
- Elternvertretung aktiv nutzen
- Für Obst und Gemüse und gegen Milch im Schulprogramm einsetzen
- PETA-Bildungsmaterialien und Workshops nutzen, um ethische Themen kindgerecht zu vermitteln
Fazit:
Eine Ernährung ohne tierische Produkte ist lecker, gesund und umweltfreundlich
Kinder verdienen eine Ernährung, die gesund, klimafreundlich und frei von Tierleid ist. Die Schulmilchförderung ist überholt – es ist Zeit für eine ehrliche, pflanzenbasierte Ernährungsbildung.
Tierfreundliche Ausflüge und Lernorte
Viele Kinder lieben Tiere – sie faszinieren, trösten und wecken Mitgefühl. Daher ist es wichtig, dass wir als Eltern, Erziehende und Lehrende darauf achten, wie Tiere in unserer Freizeitgestaltung eine Rolle spielen. Denn viele Tiere leiden im Verborgenen – auch bei scheinbar harmlosen Ausflügen oder Hobbys.
Wo Tiere in der Freizeit leiden
Ob Ponyreiten, Streichelzoo, Angeln, Delfinshow oder andere vermeintliche Attraktionen mit Tieren – viele Angebote, die auf den ersten Blick tierlieb wirken, bedeuten für die Tiere Stress, Enge, falsche Haltung oder sogar Misshandlung und Tod. Hier einige Beispiele:
- Ponyreiten auf Jahrmärkten: Die Tiere laufen stundenlang im Kreis, oft ohne ausreichende Pausen oder artgerechte Pflege.
- Streichelzoos: Viele Tiere werden ständig angefasst, hochgehoben oder bedrängt – das kann für sie sehr belastend sein.
- Tierparks mit Wildtieren: Löwen, Tiger oder Affen in engen Gehegen zu halten, ist nicht artgerecht – auch wenn es lehrreich erscheinen mag.
- Shows mit Tieren: Pferde, Elefanten, Kamele und andere Tiere leiden unter den blitzenden Lichtern, lauten Geräuschen und gewaltvollen Dressurmethoden für Shows.
- Angeln und Jagen: Tiere zu töten, ist kein Hobby und keine unterhaltsame Freizeitbeschäftigung. Auch Fische empfinden wie alle anderen Tiere Schmerzen und Stress. Die Tiere erleiden Todesangst und werden gewaltsam getötet. Damit wird Kindern vermittelt, dass Töten gesellschaftlich akzeptiert ist.
Warum das wichtig ist
Kinder lernen durch Beobachtung. Wenn sie sehen, dass Tiere für unsere Unterhaltung ausgenutzt werden, kann das ihr Verständnis von Mitgefühl und Respekt gegenüber Lebewesen beeinflussen. Umgekehrt können tierfreundliche Erlebnisse Empathie, Verantwortungsbewusstsein und ein nachhaltiges Denken fördern.
Tierfreundliche Alternativen: Lernen, Staunen, Schützen
Zum Glück gibt es viele Möglichkeiten, Tiere zu erleben, ohne ihnen zu schaden. Hier einige empfehlenswerte Ausflugsziele und Aktivitäten:
- Besuch auf einem Lebenshof: Diese Höfe bieten Tieren, die aus schlechten Verhältnissen gerettet wurden, ein Zuhause. Kinder können hier Tiere in Ruhe beobachten, ihnen näherkommen (wenn erlaubt) und viel über ihre Bedürfnisse und eine tiergerechte Haltung lernen.
- Wald- und Naturwanderungen: Mit Fernglas und Bestimmungsbuch ausgestattet, wird jeder Spaziergang zum Abenteuer und wird durch z.B. Spurenlesen lernen, interaktiver. Tiere in freier Wildbahn zu entdecken, ist meist lehrreicher als jeder Zoobesuch.
- Wildtierstationen und Auffangzentren: Diese Einrichtungen kümmern sich um verletzte oder verwaiste Wildtiere. Viele bieten Führungen oder pädagogische Programme an.
- Die bio-vegane Landwirtschaft entdecken: Statt Urlaub auf einem Hof mit Tieren oder Schulausflügen dorthin können Sie sich für eine bio-vegane Landwirtschaft oder einen Hof entscheiden, der sich auf den Anbau pflanzlicher Lebensmittel fokussiert.
- Tierfreundliche Museen und Umweltbildungszentren: Dort lernen Kinder spielerisch viel über Tiere, Ökosysteme und Naturschutz – ganz ohne lebende Tiere.
- Bücher, Filme und Hörspiele über Tiere: Gut gemachte Medien können Wissen und Mitgefühl fördern – und sind eine tolle Ergänzung zu echten Naturerlebnissen.
- Müllangeln oder Naturräume aufräumen: Mit Müllsack, Handschuhen und Greifzange ausgestattet, wird ein Waldspaziergang, eine Strandwanderung oder eine Bootstour zur Tier- und Umweltschutzaktion! Helfen Sie gemeinsam mit Kindern den Tieren, indem Sie ihre Lebensräume sauber halten.
Fazit: Tierfreundliche Erlebnisse vermitteln nachhaltig Werte
Tierliebe beginnt im Alltag – auch in der Freizeitgestaltung. Indem wir bewusst tierfreundliche Angebote wählen, setzen wir ein wichtiges Zeichen für Mitgefühl und Verantwortung. Und wir schenken unseren Kindern nicht nur schöne Erlebnisse, sondern auch Werte, die sie ein Leben lang begleiten.
Ein Zoobesuch mit der Schulklasse – für viele Kinder klingt das nach einem spannenden Ausflug und leider sind Zoos noch immer ein gängiges Ausflugsziel. Doch was, wenn Kinder sagen: „Ich möchte da nicht hin“ – weil sie erfahren haben, wie Tiere in Zoos leben, weil sie sich unwohl fühlen bei der Vorstellung, eingesperrte Tiere zu sehen und weil sie das Einsperren von Tieren aus ethischen Gründen ablehnen? Diese Haltung verdient Respekt – und Unterstützung.
Mitgefühl ernst nehmen
Wenn ein Kind sich gegen einen Zoobesuch ausspricht, zeigt es Empathie und ein ausgeprägtes ethisches Bewusstsein. Das ist keine Phase, sondern ein Ausdruck von Werten, die Lehrpersonen und Erziehende bestärken sollten. Fragen Sie nach den Beweggründen und hören Sie aufmerksam zu. Oft steckt hinter der Ablehnung ein tiefes Verständnis für Tierleid und Gerechtigkeit.
Recht auf Mitbestimmung
Kinder haben ein Recht auf eine gewaltfreie Erziehung und auf die Achtung ihrer Meinung – auch im schulischen Kontext. Laut UN-Kinderrechtskonvention sollen Kinder bei Entscheidungen, die sie betreffen, gehört werden. Ein Zoobesuch ist keine neutrale Bildungsmaßnahme, sondern eine Aktivität mit ethischer Dimension. Wenn ein Kind sich dagegen ausspricht, sollte das respektiert werden.
Gespräch mit der Schule suchen
Der wichtigste Schritt für Eltern: Suchen Sie das Gespräch mit der Lehrkraft. Bleiben Sie ruhig und sachlich, schildern Sie die Haltung Ihres Kindes und bitten Sie um eine alternative Lösung. Viele Schulen sind offen für individuelle Absprachen – etwa ein Projekttag in der Schule, ein Besuch im Tierheim oder ein Workshop zur Artenvielfalt ohne Tierhaltung. Sollte die Lehrkraft nicht mit Verständnis auf Ihr Anliegen reagieren, können Sie sich an die Schulleitung oder den Elternbeirat wenden. Diese Gremien sind dafür da, die Interessen der Kinder und Eltern zu vertreten.
Alternativen vorschlagen
Statt Zoos gibt es zahlreiche tierfreundliche Lernorte:
- Wildtierstationen oder Auffangstationen
- Tierfreie Naturerlebnisse wie Waldpädagogik oder Umweltzentren
- Virtuelle Lernangebote über Tierverhalten und Artenschutz
- Museen oder Ausstellungen zur Biodiversität
- Ein selbstgewähltes Thema mit Präsentation im Nachgang
Diese Alternativen fördern Wissen, ohne Tiere zu instrumentalisieren.
Solidarität unter Eltern stärken
Sprechen Sie mit anderen Eltern. Oft sind Sie nicht allein – vielleicht gibt es weitere Kinder oder Erziehende mit ähnlichen Bedenken. Eine gemeinsame Anfrage bei der Schule hat mehr Gewicht und zeigt, dass ethische Bildung ein Anliegen vieler Familien ist.
Schriftliche Stellungnahme einreichen
Falls ein Gespräch nicht möglich ist, können Sie ein formloses Schreiben an die Schule richten. Darin können Sie auf das Recht Ihres Kindes auf Mitbestimmung (Art. 12 UN-Kinderrechtskonvention) und auf Gewissensfreiheit hinweisen.
Verweis auf Bildungsziele
Schulen haben den Auftrag, Werte wie Empathie, Nachhaltigkeit und kritisches Denken zu fördern. Ein Kind, das sich aus Mitgefühl gegen einen Zoobesuch entscheidet, lebt diese Werte aktiv – das sollte anerkannt werden.
Unterstützung durch PETAKids
Gerne unterstützen wir Sie auch mit Materialien, weiterführenden Informationen als Argumentationshilfe und wenden uns bei Bedarf auch an die Bildungseinrichtung.
Fazit: Eine Entscheidung gegen einen Zoobesuch verdient Respekt
Ein Zoobesuch sollte kein Pflichtprogramm sein. Wenn Kinder sich dagegen aussprechen, ist das ein Zeichen von Reife und Mitgefühl. Eltern können durch Gespräche, Vorschläge und Solidarität dazu beitragen, dass ihre Kinder gehört werden und dass Bildung ethisch verantwortungsvoll gestaltet wird. Denn jedes Kind hat das Recht, nicht gegen seine Überzeugungen handeln zu müssen – und Sie haben das Recht, es dabei zu unterstützen.
Bestärken Sie Kinder darin, dass ihre Meinung zählt und es sich lohnt, für Mitgefühl und Gerechtigkeit einzustehen.
Warum Reiten nicht immer tierfreundlich ist – und wie Kinder Pferde respektvoll erleben können
Viele Kinder sind fasziniert von Pferden: Sie träumen davon, zu reiten, ein eigenes Pony zu haben oder mit Pferden Zeit zu verbringen. Pferde gelten als treue Begleiter, als starke Freunde, die mit uns durch dick und dünn gehen. Und tatsächlich: Pferde sind hochintelligente, sensible Wesen, die enge Bindungen zu Menschen aufbauen können – wenn der Kontakt auf Respekt, Geduld und Verständnis beruht.
Doch wie tierfreundlich ist das Reiten wirklich?
Reiten – ein beliebtes Hobby mit Schattenseiten
In Deutschland gibt es rund 6.100 Reitschulen und etwa 65.000 sogenannte Schulpferde. Laut einer Studie bezeichnen sich über 2,3 Millionen Menschen als aktive Reiter:innen. Reiten ist also weit verbreitet – aber das bedeutet nicht automatisch, dass es auch tierfreundlich ist.
Viele „Schulpferde“ müssen täglich mehrere Stunden arbeiten, oft mit wechselnden Reiter:innen, die noch wenig Erfahrung haben. Nicht selten fehlt es an individueller Betreuung, Pausen oder medizinischer Versorgung. Auch der Druck, „funktionieren“ zu müssen, kann für die Tiere belastend sein. Sattelzwang, Gebissdruck und falsche Reittechniken führen häufig zu körperlichen und seelischen Problemen – von Rückenschmerzen bis zu Verhaltensstörungen.
Müssen Kinder reiten, um Pferde zu erleben?
Nein, es gibt viele Möglichkeiten, wie Kinder Pferde kennenlernen und mit ihnen in Kontakt treten können – ganz ohne sie zu reiten oder auszubeuten.
Respektvolle Pferdebegegnungen – so geht’s
Hier sind einige tierfreundliche Alternativen, die Kindern echte Nähe zu Pferden ermöglichen und gleichzeitig das Wohl der Tiere achten:
- Besuch auf einem Pferde-Lebenshof: Dort leben aus schlechten Verhältnissen gerettete Pferde, die nicht mehr geritten werden. Kinder können sie beobachten, pflegen, füttern und ihre Körpersprache kennenlernen – ganz ohne Druck.
- Pferdegestützte Pädagogik ohne Reiten: Einige Einrichtungen bieten Programme an, bei denen Kinder durch Bodenarbeit, Achtsamkeit und Kommunikation mit Pferden lernen – ohne sie zu reiten.
- Spaziergänge mit Pferden: Statt auf ihrem Rücken zu sitzen, können Kinder Pferde begleiten, mit ihnen spazieren gehen und dabei Vertrauen aufbauen.
- Pferdepflege-Workshops: Putzen, Füttern, Stallarbeit – all das stärkt die Beziehung zum Tier und vermittelt Verantwortung.
- Beobachtung und Lernen: Pferde in ihrem natürlichen Verhalten zu beobachten, ihre Körpersprache zu verstehen und alles über ihre Bedürfnisse zu lernen, ist oft viel wertvoller als ein kurzer Ritt.
Fazit
Pferdeliebe muss nicht auf dem Rücken der Tiere ausgetragen werden. Im Gegenteil: Wenn wir Kindern zeigen, dass echte Freundschaft mit Pferden auf Respekt und Rücksicht basiert, fördern wir Mitgefühl, Achtsamkeit und ein tiefes Verständnis für Tiere. Reiten ist nicht die einzige – und vor allem keine tiergerechte – Art, mit Pferden Zeit zu verbringen.
Über Tiere sprechen
Sprache formt unser Denken
Die Worte, die wir wählen, beeinflussen, wie wir die Welt wahrnehmen und bewerten – auch die Welt der Tiere. Begriffe und Redewendungen können Nähe und Respekt fördern, sie können aber auch Distanz, Abwertung oder Gleichgültigkeit erzeugen. Schon Kinder übernehmen sprachliche Bilder unbewusst. Hören sie Ausdrücke wie „dumme Gans“ oder „blöde Kuh“, prägt das ihre Sicht auf Tiere und festigt stereotype Vorstellungen.
Problematische Sprache im Alltag
In Schulbüchern, in der Werbung und in alltäglichen Gesprächen finden sich viele Formulierungen, die Tiere auf ihren vermeintlichen Nutzen für Menschen reduzieren.
- Funktionale Bezeichnungen wie „Nutztier“, „Versuchstier“ oder „Schlachtvieh“ stellen Tiere nicht als Individuen dar, sondern definieren sie über ihre „Rolle“ für den Menschen.
- Euphemismen wie „Fleischproduktion“ oder „Keulung“ beschönigen Gewalt und verschleiern das Leid.
- Abwertende Redewendungen wie „schmutzig wie ein Schwein“ oder „ein Hühnchen rupfen“ vermitteln Kindern unbewusst, dass Tiere minderwertig sind oder dass Gewalt etwas Harmloses sei.
- Ungleichbehandlungen in der Wortwahl – Menschen „essen“, Tiere „fressen“; Menschen „sterben“, Tiere „verenden“ – schaffen eine sprachliche Hierarchie.
Diese Sprachmuster sind nicht neutral: Sie tragen dazu bei, dass speziesistische Denkweisen früh verfestigt werden.
Tiergerechte Sprache als Alternative
Tiergerechte Sprache bedeutet, Tiere auch sprachlich als fühlende Lebewesen sichtbar zu machen – mit eigenen Bedürfnissen, Interessen und einem Eigenwert, der nicht von ihrem „Nutzen“ für den Menschenbhängt.
- Präzision und Sachlichkeit: Statt beschönigender Begriffe wird klar benannt, was geschieht. Zum Beispiel: „Jährlich werden Millionen Tiere getötet, um ihr Fleisch zu verkaufen“ statt „In der Fleischproduktion werden Millionen Tiere verarbeitet“.
- Individuen sichtbar machen: Tiere nicht als „Masse“ oder „Bestand“ beschreiben, sondern konkret als Schweine, Kühe, Hühner – oder sogar mit Namen, wenn möglich.
- Perspektivwechsel: Fragen Sie sich, wie eine Situation aus Sicht des Tieres aussieht. Statt „Das Kalb wird abgesetzt“ → „Das Kalb wird seiner Mutter weggenommen“.
- Respektvolle Wortwahl: Statt „Haustier“ oder „Heimtier“ → „tierischer Mitbewohner“ oder „Begleiter“.
Warum das für Kinder wichtig ist
Kinder entwickeln früh ein starkes Empfinden für Fairness. Sprache ist ein Schlüssel, um dieses Empfinden zu stärken oder zu schwächen. Wenn wir bewusst tiergerechte Begriffe verwenden, lernen Kinder:
- Tiere sind keine Objekte, sondern Individuen mit eigenen Bedürfnissen.
- Abwertungen sind keine Normalität, sondern spiegeln eine speziesistische Haltung wider.
- Sie selbst können Sprache nutzen, um respektvoll und empathisch über Tiere zu sprechen.
Forschungsergebnisse bestätigen, dass Kinder in Bildungsmedien häufig ein verzerrtes Bild von Tieren vermittelt bekommen. Eine Untersuchung der Universität Osnabrück zeigt etwa, dass sogenannte Nutztiere in Schulbüchern fast ausschließlich als Ressource dargestellt werden, während ihr Eigenwert kaum erwähnt wird.[1]
Praktische Tipps für den Familien- und Schulalltag
- Fragen statt Vorwürfe: „Was denkst du – wie fühlt sich das Tier dabei?“
- Einheitliche Sprache: Menschen und Tiere „essen“ und „sterben“ – statt Tiere „fressen“ oder „verenden“ zu lassen.
- Redewendungen hinterfragen: Sagen Sie statt „zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen“ → „zwei Aufgaben auf einmal lösen“.
- Bildunterschriften präzisieren: Statt „Hühner im Stall“ → „Hennen in einem Stall ohne Auslauf“.
- Kinder ermutigen: „Du kannst Tieren helfen – jeden Tag.“
Tiergerechte Sprache als Teil der tierethischen Bildung
Sprache bietet eine niederschwellige Möglichkeit, Kinder in ihrem Mitgefühl für Tiere zu bestärken, ohne sie mit zu drastischen Bildern zu konfrontieren. Sie lernen, dass Tiere weder romantisiert noch abgewertet werden sollten, sondern dass jedes Lebewesen Respekt verdient. Erwachsene können hier Vorbilder sein: Durch Gespräche und eine bewusste Wortwahl in Schule und Alltag tragen sie dazu bei, speziesistische Denkmuster aufzubrechen.
Fazit: Sprache fördert Mitgefühl
Unsere Worte formen das Bild, das Kinder von Tieren entwickeln. Tiergerechte Sprache macht deutlich: Tiere sind keine Sachen, sondern fühlende Lebewesen mit eigenen Interessen. Wenn Erwachsene bewusst auf ihre Wortwahl achten, geben sie Kindern ein starkes Werkzeug mit auf den Weg – Empathie, kritisches Denken und Respekt für alle Lebewesen. Jeder Satz kann so dazu beitragen, speziesistische Denkmuster zu durchbrechen und Kindern zu zeigen, wie ein achtsames und gerechtes Miteinander möglich ist.
Hier findet Ihr unseren Sprachleitfaden.
[1] Universität Osnabrück – Arbeitsgruppe Politische Theorie (2022): Second-Class Animals – Speziesismus in deutschen Schulbüchern. Osnabrück: Universität Osnabrück.
Kinder stellen oft viele Fragen – auch zu schwierigen Themen wie dem Leid von Tieren. Erwachsene stehen dann vor der Herausforderung: Sollen sie ehrlich sein? Wie viel Information ist altersgerecht? Und wie lassen sich Schuldgefühle vermeiden? Klar ist: Kinder haben ein starkes Empfinden für Fairness und Mitgefühl. Sie können Zusammenhänge verstehen, wenn Erwachsene in klarer Sprache erklären und zugleich zeigen, dass Kinder selbst etwas Positives bewirken können.
Sprache ist dabei ein Schlüssel. Sie kann Türen öffnen – oder verschließen. Erwachsene, die Fragen stellen, einfache Worte wählen und Kinder zu Mitgefühl ermutigen, geben ihnen Werkzeuge und Fähigkeiten für ihr ganzes Leben mit: Empathie, Verantwortungsbewusstsein und die Fähigkeit, kritisch über unsere Gesellschaft nachzudenken.
Stellen Sie Fragen, statt Vorwürfe zu machen
Kinder lernen besonders gut, wenn sie selbst nachdenken und ihre Empathie entfalten dürfen. Statt Vorwürfe zu machen („Es ist falsch, Tiere zu essen!“), regen offene Fragen zum Mitfühlen an:
- „Was denkst du – wie fühlt sich das Tier dabei?“
- „Was würde dir gefallen, wenn du an seiner Stelle wärst?“
Solche Fragen holen Kinder in ihrer eigenen Wahrnehmung ab und fördern eine innere Auseinandersetzung. Sie entwickeln Mitgefühl aus eigenem Antrieb – und nicht, weil Erwachsene es ihnen vorschreiben.
Auch beim Vorlesen oder bei Ausflügen können Eltern bewusst Fragen stellen. Zum Beispiel im Zoo: „Findest du, der Elefant hat hier genug Platz? Wärst du in diesem Gehege glücklich?“ Kinder reflektieren so, ohne dass ihnen ein Urteil vorgegeben wird.
Verwenden Sie einfache Sprache
Kinder brauchen klare Worte, um Zusammenhänge zu verstehen. Abstrakte Fachbegriffe oder beschönigende Wörter helfen ihnen nicht weiter. Wenn Erwachsene zum Beispiel von „Fleischproduktion“ oder „Tierhaltung“ sprechen, können Kinder sich darunter wenig vorstellen. Besser ist es, konkret zu benennen, was gemeint ist:
- „Damit es Schnitzel oder Wurst gibt, müssen Tiere getötet werden.“
- „Kühe geben nicht einfach Milch für uns – sie produzieren Milch, weil sie ein Kalb (Kind) geboren haben.“
Solche Formulierungen knüpfen an den Alltag von Kindern an und machen Zusammenhänge verständlich.
Auch Verniedlichungen verschleiern oft die Realität. Statt „Die Häschen warten auf ihr Essen“ ist es ehrlicher und respektvoller, zu sagen: „Die Kaninchen warten auf ihr Essen.“ So lernen Kinder: Tiere sind keine Spielzeuge, sondern eigenständige Lebewesen.
Ein guter Leitsatz ist: „Sag, was ist – in einfachen, klaren Worten.“
So lassen sich auch schwierige Themen erklären, ohne Kinder zu überfordern. Kinder müssen nicht jedes Detail kennen, aber sie sollten nachvollziehen können, was mit Tieren passiert und warum wir Verantwortung für sie tragen.
Zu Mitgefühl ermutigen statt Schuldgefühlen
Wenn Kinder zum ersten Mal bewusst mit Tierleid konfrontiert werden, reagieren sie oft traurig, manchmal auch mit Wut. Wichtig ist, diese Gefühle ernst zu nehmen, aber nicht darin stehen zu bleiben. Schuldgefühle helfen Kindern nicht – sie lähmen eher.
Stattdessen können Erwachsene zeigen, welche positiven Möglichkeiten es gibt:
- „Du kannst Tieren helfen – jeden Tag.“
- „Wir können gemeinsam überlegen, was wir tun können.“
- „Schon kleine Schritte, wie bestimmte Ausflüge zu meiden oder auf tierfreie Produkte zu achten, sind ein Anfang.“
So erfahren Kinder: Sie sind nicht hilflos, sondern können aktiv werden. Das stärkt ihr Selbstvertrauen und macht aus Empathie Handlungskompetenz.
Ein spielerisches Beispiel: Manche Familien oder Schulklassen nutzen ein „Es-Glas“. Jedes Mal, wenn jemand ein Tier als „es“ bezeichnet, kommt eine Murmel oder Münze ins Glas. Ist es voll, wird gemeinsam etwas Tierfreundliches gemacht – etwa eine kleine Spende ans Tierheim oder ein Ausflug in die Natur. So wird Sprache ganz praktisch mit positivem Handeln verbunden.
Fazit: Mit Ehrlichkeit und Empathie begleiten
Über Tierleid zu sprechen, heißt nicht, Kinder mit schockierenden Bildern zu überfordern. Es heißt, ehrlich zu sein, ihre Fragen ernst zu nehmen und ihnen Wege zu zeigen, wie sie mitfühlend handeln können. Wer Fragen stellt, klare Sprache verwendet und Kinder zu Mitgefühl anregt, statt Schuldgefühle zu fördern, vermittelt wichtige Werte für ihr Leben: Empathie, Gerechtigkeitssinn und die Erfahrung, dass sie selbst Teil der Lösung sein können.
Tierische Mitbewohner
Fast alle Kinder wünschen sich irgendwann ein Tier an ihrer Seite. Hunde, Katzen oder Kaninchen gelten als treue Freunde, Spielgefährten oder Familienmitglieder. Für Eltern ist es oft nicht leicht, auf diesen Wunsch zu reagieren. Einerseits wollen sie die Bedürfnisse ihres Kindes ernst nehmen, andererseits bedeutet ein Tier Verantwortung – und zwar über viele Jahre hinweg.
Ein Tier ist kein Besitz
Kinder sollten verstehen: Ein Tier ist kein Spielzeug und kein Geschenk, das man einfach „haben“ kann. Es ist ein eigenständiges Lebewesen mit eigenen Gefühlen, Bedürfnissen und Grenzen. Genau deshalb lohnt es sich auch, die Frage zu stellen: Muss man ein Tier überhaupt „besitzen“? Tiere sind keine Dinge wie ein Fahrrad oder eine Puppe, die man kauft und wieder weggeben kann. Sie sind Mitbewohner, die ihr eigenes Leben führen und für die wir Verantwortung übernehmen – nicht weil sie uns gehören, sondern weil sie von uns abhängig sind. Erwachsene entscheiden, ob und wann ein Tier in die Familie passt – und sie tragen die Hauptverantwortung. Der Wunsch eines Kindes darf deshalb ernst genommen, aber nicht automatisch erfüllt werden.
Über Verantwortung sprechen
Ein guter Weg ist, mit dem Kind gemeinsam zu überlegen, was ein Leben mit einem tierischen Mitbewohner bedeutet. Dazu gehören Fragen wie:
- Wer kümmert sich um Nahrung, Wasser, Pflege und Auslauf?
- Was passiert, wenn wir in den Urlaub fahren oder krank sind?
- Haben wir genug Platz, Zeit und Geld die medizinische/tierärztliche Versorgung?
- Können wir die Verantwortung über viele Jahre tragen – auch wenn sich unser Leben verändert?
Solche Gespräche helfen Kindern, den Unterschied zwischen „haben wollen“ und „Verantwortung übernehmen“ zu verstehen.
Woher soll das Tier kommen?
Viele Kinder wünschen sich bestimmte „Rassen“ oder träumen davon, ein Tier im Geschäft zu kaufen. Doch der Kauf bei Züchter:innen, in Zoohandlungen oder über Internetportale führt dazu, dass immer neue Tiere „nachgezüchtet“ werden, während gleichzeitig unzählige Hunde, Katzen und Kleintiere in Tierheimen auf ein Zuhause warten. In der sogenannten Heimtierindustrie werden Tiere zudem wie Ware behandelt – Zucht und Verkauf orientieren sich am Gewinn, nicht am Wohl der Tiere.
Hinzu kommt: Viele beliebte „Haustiere“ sind sogenannte Qualzuchten. Das heißt, bei der Zucht dieser Tiere werden bestimmte Merkmale gezielt hervorgehoben, auch wenn die Tiere darunter gesundheitlich leiden oder früh sterben. Atembeschwerden, Gelenkprobleme oder Augenkrankheiten sind häufig leidvolle Begleiterscheinungen der Zucht.
Die tierfreundlichste Entscheidung ist deshalb, einem Tier aus dem Tierheim oder über einen seriösen Tierschutzverein ein Zuhause zu schenken. Dort warten Tiere mit ganz unterschiedlichen Charakteren – vom lebhaften Junghund bis zur ruhigen älteren Katze. Das ist nicht nur tierfreundlicher, sondern auch eine wertvolle Erfahrung für Kinder: Sie lernen, dass Tiere keine Produkte sind, sondern Individuen, die ein Zuhause brauchen. Auch gibt es uns die Möglichkeit, ein Lebewesen ausreichend kennenzulernen und so zu spüren, ob die „Chemie“ zwischen Mensch und Tier stimmt.
Gefühle und Mitgefühl fördern
Ein Kind, das sich ein Tier wünscht, zeigt ein Bedürfnis nach Nähe, Zuneigung und Verantwortung. Erwachsene können diesen Wunsch nutzen, um Empathie zu fördern:
- Warum wünschen wir uns Tiere?
- Welche Bedürfnisse haben sie selbst?
- Was bedeutet Freundschaft zwischen Mensch und Tier?
So lernen Kinder, dass echte Zuneigung mehr bedeutet, als ein Tier „zu besitzen“. Sie erkennen: Freundschaft, Respekt und Achtsamkeit gehen Hand in Hand.
Alternative Wege
Nicht immer ist es möglich oder sinnvoll, ein Tier in die Familie aufzunehmen. Trotzdem können Kinder Erfahrungen mit Tieren sammeln und Verantwortung üben:
- Besuche von tierfreundlichen Begegnungsstätten oder Lebenshöfen.
- Patenschaften für Tiere im Tierschutz.
- Freiwilliges Engagement bei Tierschutzaktionen oder im Tierheim.
Damit wird der Wunsch ernst genommen, ohne dass gleich ein Tier ins Haus geholt werden muss.
Fazit
Kinder zu begleiten heißt, ihre Wünsche wahrzunehmen – und ihnen zugleich Verantwortung aufzuzeigen. Ein tierischer Mitbewohner kann das Leben bereichern, doch er darf nie nur zur Wunscherfüllung für ein Kind werden. Wer offen über Verantwortung spricht, auf Adoption statt Kauf hinweist und empathische Alternativen aufzeigt, vermittelt Kindern eine wichtige Botschaft: Tiere sind eigenständige Mitlebewesen – und Freundschaft bedeutet Fürsorge und Respekt, nicht Besitz.
Der Wunsch nach einem Hund, einer Katze oder einem Kaninchen ist bei Kindern weit verbreitet. Tiere sind faszinierend, sie wecken das Bedürfnis nach Nähe, Geborgenheit und Verantwortung. Doch bevor eine Familie ein Tier bei sich aufnimmt, sollte klar sein: Tiere sind keine Spontananschaffung, sondern Lebewesen mit eigenen Bedürfnissen, die viele Jahre lang Teil der Familie bleiben.
Ein Tier bedeutet Freude, aber auch Verpflichtung. Wer ein Tier zu sich holt, übernimmt die Verantwortung dafür, dass es gesund und glücklich lebt – Tag für Tag. Deshalb ist es wichtig, gemeinsam in der Familie ehrlich zu prüfen, ob die Voraussetzungen erfüllt sind.
Die Checkliste – Fragen für Familien
- Zeit
- Haben wir jeden Tag ausreichend Zeit für Pflege, Auslauf, Beschäftigung und Zuwendung?
- Auch Kleintiere wie Kaninchen oder Meerschweinchen brauchen tägliche Versorgung und Sozialkontakt mit ihren Artgenossen.
- Platz
- Haben wir genug Platz für ein artgerechtes Gehege, eine Voliere oder genügend Auslauf?
- Handelsübliche Käfige oder kleine Aquarien reichen nicht aus.
- Kosten
- Sind wir bereit, laufende Kosten für Nahrung, tiermedizinisches Fachpersonal, Impfungen und ggf. Spezialbehandlungen zu tragen?
- Auch Rücklagen für Notfälle gehören dazu.
- Urlaub & Alltagssituationen
- Wer kümmert sich um das Tier, wenn wir verreisen oder krank werden?
- Gibt es zuverlässige Betreuung?
- Lebenserwartung
- Viele Tiere begleiten uns über viele Jahre: Hunde und Katzen 15 bis 20 Jahre, Schildkröten sogar ein Leben lang.
- Können wir diese Verantwortung langfristig tragen – auch wenn sich unser Leben verändert (Umzug, Job, Familienzuwachs)?
- Artgerechte Haltung
- Kennen wir die Bedürfnisse der jeweiligen Tierart? (Kaninchen z. B. brauchen mindestens einen Artgenossen als Partnertier und viel Platz, Vögel müssen fliegen dürfen.)
- Sind wir bereit, uns ausführlich zu informieren, bevor wir eine Entscheidung treffen?
Muss es wirklich ein eigenes Tier sein?
Kinder sollten verstehen: Man kann Tiere wertschätzen und Beziehungen zu ihnen aufbauen, ohne sie unbedingt zu „haben“. Manchmal ist es besser, auf Alternativen auszuweichen, die für Tier und Familie weniger belastend sind:
- Tierheime oder Lebenshöfe besuchen: Dort können Kinder Tiere kennenlernen und Zeit mit ihnen verbringen.
- Patenschaften übernehmen: Viele Organisationen bieten die Möglichkeit, Tiere finanziell zu unterstützen und regelmäßig von ihnen zu hören.
- Tierfreundliche Aktivitäten: Naturerkundungen, Ausflüge zu tierfreundlichen Begegnungsstätten oder Mitarbeit bei Tierschutzaktionen sind wertvolle Erfahrungen.
So wird der Wunsch des Kindes ernst genommen, ohne dass gleich ein Tier dauerhaft ins Haus geholt werden muss.
Fazit
Ein tierischer Mitbewohner kann das Leben einer Familie bereichern – aber er darf nie zur spontanen Wunscherfüllung werden. Wer ein Tier aufnimmt, entscheidet sich für ein Lebewesen, das über Jahre hinweg Fürsorge, Zeit und Aufmerksamkeit braucht. Die Checkliste hilft dabei, ehrlich zu prüfen, ob die Voraussetzungen stimmen. Und selbst wenn die Antwort „Noch nicht“ lautet, können Kinder lernen: Mitgefühl bedeutet auch, Verantwortung zu übernehmen und manchmal „Nein“ zu sagen – zum Wohl des Tieres.
Die Geburt eines Kindes ist ein besonderer Moment im Leben einer Familie. Neben der Freude bringt diese Zeit aber auch viele Veränderungen mit sich – nicht nur für die Eltern, sondern auch für tierische Mitbewohner. Hunde, Katzen oder Kaninchen standen bisher vielleicht im Mittelpunkt und müssen sich nun an ein neues Familienmitglied gewöhnen. Damit das Zusammenleben gelingt, braucht es Vorbereitung, Geduld und viel Zuwendung für alle.
Vorbereitung vor der Geburt
Tiere reagieren sensibel auf Veränderungen in ihrer Umgebung. Schon vor der Geburt können Eltern sie schrittweise an neue Situationen gewöhnen:
- Neue Möbel und Babygerüche frühzeitig einführen.
- Mit einer Puppe oder Kindergeräuschen kleine Alltagssituationen üben.
- Den Kinderwagen vorher vorstellen und positiv verknüpfen, etwa durch Leckerlitraining oder gemeinsame Spaziergänge.
So spüren Hunde und Katzen: Auch wenn sich etwas verändert, bleibt die Familie ein sicherer Ort.
Die ersten Wochen zu Hause
Wenn das Baby da ist, sind klare Routinen für die Tiere wichtig – feste Fütterungszeiten, Spaziergänge und Spieleinheiten geben Sicherheit. Tierische Mitbewohner sollten das Baby kennenlernen dürfen, aber immer unter Aufsicht. Genauso wichtig ist es, ihnen weiterhin Aufmerksamkeit und Nähe zu schenken, damit sie nicht das Gefühl bekommen, „ersetzt“ zu werden.
Mit dem Baby wachsen
Wenn Kinder älter werden, lernen sie durch den Alltag mit Tieren Respekt und Rücksichtnahme. Eltern können von Anfang an zeigen: Am Schwanz ziehen oder grobes Verhalten ist tabu – stattdessen gilt Liebe und Achtsamkeit. So wird das Miteinander zu einer Schule für Empathie.
Fazit
Ein Baby und ein tierischer Mitbewohner können wunderbar zusammen aufwachsen – wenn wir beide bewusst begleiten. Mit guter Vorbereitung und achtsamem Umgang entsteht eine wertvolle Beziehung zwischen Kind und tierischem Mitbewohner. Wer Verantwortung übernimmt und beide Seiten ernst nimmt, schenkt seinem Kind die Chance, mit Empathie aufzuwachsen – und seinem Tier die Sicherheit, ein geschätztes Familienmitglied zu bleiben.
Tierethische Bildung
Tierschutz oder Tierrechte? Warum der Unterschied für Kinder wichtig ist
Viele Kinder lieben Tiere – sie möchten sie streicheln, schützen und ihnen helfen. Doch wenn es darum geht, wie wir Tiere behandeln und welche Rechte sie haben sollten, ist es wichtig, zwischen Tierschutz und Tierrechten zu unterscheiden. Dieser Unterschied ist nicht nur für Erwachsene relevant, sondern auch für die Bildung von Kindern und Jugendlichen.
Was ist Tierschutz?
Tierschutz bedeutet, dass Tiere möglichst gut behandelt werden sollen – innerhalb der bestehenden (Aus-)Nutzung durch den Menschen. Das heißt: Tiere werden weiterhin für Nahrung, Kleidung, Unterhaltung oder Forschung ausgebeutet, solange ihr Leid dabei möglichst gering gehalten wird. Beispielsweise gelten in der Tierindustrie Tierschutzgesetze, die Mindeststandards für Platz, Nahrung und medizinische Versorgung festlegen – doch am Ende werden die Tiere immer getötet.
Was sind Tierrechte?
Tierrechte gehen einen Schritt weiter und nehmen jedes Lebewesen als Individuum in den Blick, das ein Recht auf Leben, Freiheit, Selbstbestimmung und Unversehrtheit hat. Aus Tierrechtssicht haben alle Tiere ein eigenes Lebensrecht – unabhängig davon, wie nützlich sie für den Menschen sind. Tiere haben Rechte und sollten nicht als Ware oder Mittel zum Zweck behandelt werden.
Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten.
Warum ist das wichtig für die Bildung?
Kinder und Jugendliche entwickeln früh ein Gefühl für Gerechtigkeit und Mitgefühl. Wenn sie lernen, Tiere nicht nur zu schützen, sondern auch als Mitgeschöpfe mit eigenen Bedürfnissen und Interessen zu sehen, fördert das:
- Empathie und Verantwortungsbewusstsein
- Kritisches Denken über gesellschaftliche Normen
- Nachhaltige Werte für ein respektvolles Miteinander
In der pädagogischen Praxis kann das bedeuten, tierfreundliche Projekte zu gestalten, Lebenshöfe zu besuchen, Lehrinhalte kritisch einzuordnen, Bücher über Tierrechte zu lesen oder gemeinsam zu überlegen, wie man Tiere im Alltag besser behandeln kann – in Bereichen wie Ernährung, Kleidung oder Freizeitaktivitäten.
Kinder für die Rechte aller Tiere sensibilisieren
Tierschutz ist ein Anfang – Tierrechte sind das Ziel. Wenn wir Kindern helfen, diesen Unterschied zu verstehen, geben wir ihnen die Chance, eine gerechtere und mitfühlendere Welt mitzugestalten. Denn echte Tierliebe bedeutet nicht nur, Tiere zu mögen – sondern auch, ihr Recht auf ein freies und unversehrtes Leben zu achten.
„Wahrhaft ethisch ist der Mensch nur, wenn er der Nötigung gehorcht, allem Leben, dem er beistehen kann, zu helfen, und sich scheut, irgendetwas Lebendigem Schaden zu tun. Er fragt nicht, inwiefern dieses oder jenes Leben als wertvoll Anteilnahme verdient, und auch nicht, ob und inwieweit es noch empfindungsfähig ist. […].“ Albert Schweitzer [1]
Respekt und Wertschätzung für unsere Mitlebewesen in der frühen Kindheit vermitteln – für die Tiere, für das Klima und für eine lebenswerte Zukunft
Kinder wachsen in einer Lebensrealität auf, in der wir Menschen die Natur mitsamt ihrer Tierwelt achtlos ausbeuten und uns zunehmend von ihr entfremden. Dabei bestimmen unsere Entscheidungen sowie unser Umgang mit der Umwelt die Zukunft nachfolgender Generationen maßgeblich und prägen deren Entwicklung.
Neben der primären Sozialisationsinstanz Familie kommt dem Erziehungs- und Bildungssystem eine zentrale Bedeutung für die Persönlichkeitsentwicklung von Heranwachsenden zu. [2] Erziehung und Bildung spielen in Kindertagesstätten eine zentrale Rolle. Somit wird den pädagogischen Fachkräften die besondere Verantwortung zuteil, den Nachwuchs in seiner sozialen, emotionalen, körperlichen und geistigen Entwicklung zu fördern. Erziehenden obliegt es damit auch, verstärkt auf ein umweltbewusstes, nachhaltiges und tierfreundliches Handeln ihrer Schutzbefohlenen einzuwirken.
Gesellschaftliche Werte als Grundlage für nachhaltiges und tierfreundliches Handeln
„Menschliches Handeln ist – ob bewusst oder unbewusst – von Werten geprägt.“ [3]
Befunde der Sozialisationsforschung belegen den maßgeblichen Einfluss, den unter anderem Bildungsinstitutionen auf die Werteentwicklung haben. [3]
Werte sind Vorstellungen, die in unserer Gesellschaft als wünschens- und erstrebenswert angesehen werden. Sie sollen Kindern Orientierung für ihre Entfaltung geben. Der Wertebegriff umfasst auch gesellschaftliche Zielvorstellungen für die Beziehung zwischen einem Individuum und seiner Umwelt. Letztere wird dabei meist in einem weiteren Sinn verstanden und schließt sowohl die Natur als auch die Gesellschaft mit ein. [3] Die Tierwelt findet sich in diesem Zusammenhang in der Bezeichnung Natur wieder. Diese Verallgemeinerung wird dem wahren Verhältnis von Mensch und Tier jedoch in keiner Weise gerecht. Denn jedes Tier ist ein Individuum, das Freude, Schmerz und Leid empfinden kann und – wie der Mensch – enge Sozialstrukturen mit teils komplexer Kommunikation pflegt.
Die Mensch-Tier-Beziehung sollte aus dem genannten Grund also eine übergeordnete Rolle in der Förderung der sozialen und emotionalen Entwicklung von Kindern spielen. Respektvoll und empathisch mit unseren Mitlebewesen umzugehen, ist die Grundlage für ein moralisches, demokratisches und umweltbewusstes Handeln.
Wenn Kinder bereits von klein auf die Gleichwertigkeit jedes Lebens erlernen, kann das ihr nachhaltiges und bewusstes Handeln maßgeblich fördern und ihr Moralverständnis stärken.
Die Rolle von Tieren für Kinder vs. die Rolle von Tieren in unserer Gesellschaft
Tiere sind alltägliche Begleiter für Kinder. Als Hauptfiguren in Büchern und Filmen, als Kuscheltiere, Aufdruck auf der Brotdose, dem Rucksack, der Kleidung und sogar auf den Verpackungen von Nahrungsmitteln. Personifizierte Tiere begleiten den Nachwuchs von Anfang an durch den Alltag, das Lernen und das Leben. Da liegt es nah, dass junge Menschen sowohl eine enge Bindung zu unseren Mitgeschöpfen aufbauen als auch ein hohes Maß an Empathie für sie empfinden.
Ganz anders als das märchenhafte, spielerische und empathische Erleben von Tieren im Kindesalter ist der tatsächliche und alltägliche Umgang mit ihnen in unserer Gesellschaft. Er steht im absoluten Gegensatz zu den Werten und Grundsätzen des respektvollen Miteinanders, die wir den zukünftigen Generationen mit auf den Weg geben möchten. Statt Tieren Wertschätzung, Gleichberechtigung, Offenheit und Respekt entgegenzubringen, nutzen wir sie aus, um menschliche Bedürfnisse zu befriedigen. Zwar sind unsere Mitgeschöpfe feste Bestandteile unserer Umgebung, werden aber stets auf ihren vermeintlichen Nutzen für den Menschen reduziert. Ihre eigenen natürlichen Bedürfnisse werden ihnen oft vollständig aberkannt:
So sollen sie uns beispielsweise im Zoo und Zirkus unterhalten. Als sogenannte Haustiere sollen sie uns Gesellschaft leisten oder Kindern Verantwortungsbewusstsein lehren. Wir behandeln sie wie leblose Versuchsobjekte, um Kosmetik, Reinigungsmittel, Medikamente oder Pestizide an ihnen zu testen oder schlicht, um unseren Wissensdurst zu stillen – obwohl es bessere und tierversuchsfreie Möglichkeiten gibt. Ihre Haut, ihr Fell und ihre Wolle dienen uns als Kleidung, Accessoire oder Dekoration. Wildtiere in freier Natur zu jagen, zu fischen und zu töten, bezeichnen wir als Sport. In besonderem Maße grausam und unmoralisch ist auch die systematische Züchtung und Tötung von Schweinen, Hühnern, Kühen, Rindern, Puten und anderen Tieren in der Ernährungsindustrie. In riesigen Hallen hinter verschlossenen Türen pferchen wir Millionen sogenannter Nutztiere zusammen, um ihr Fleisch, ihre Muttermilch und ihre Eier zu konsumieren.
Um diesen würde- und respektlosen Umgang mit anderen Lebewesen zu rechtfertigen, hat sich der Mensch eine vermeintlich einfache Lösung überlegt: Wir entfremden andere Spezies von uns und kategorisieren sie nach ihrem Zweck für uns: Das neugierige kleine Ferkel wird zum „Mastschwein“, die fürsorgliche Hühnermutter wird zur „Legehenne“, die verspielte junge Kuh wird zum „Milchvieh“ und der Hund wird zum umsorgten „Schoßhündchen“.
Da ist es nicht verwunderlich, dass Kinder sich von einem empathischen Umgang mit anderen Lebewesen und von ihrer Umwelt entfremden. Schließlich lernen sie viele Tiere gar nicht mehr als fühlende und leidensfähige Individuen kennen. Unsere Gesellschaft vermittelt ihnen die vermeintlich unumstößliche Realität, Tiere seien dazu da, dass wir sie für menschliche Zwecke ausbeuten und töten dürfen. Doch wenn wir fühlende Lebewesen, die uns Menschen so ähnlich sind, dermaßen respektlos behandeln, wie soll dann ein Bewusstsein für einen ehrfürchtigen Umgang mit der Natur entstehen – wobei auch wir alle Teil dieser Natur sind?
Der Schutz von Tieren und Klima beginnt in der Kita
Wie kann es also gelingen, dass künftige Generationen mit Respekt und Mitgefühl für alle Lebewesen und die Natur aufwachsen? Wie können wir sie dafür sensibilisieren, dass ihr Konsumverhalten und der Umgang mit anderen Tieren maßgeblichen Einfluss auf das Klima und die Zukunft haben?
Entwicklungspsychologische Konzepte gehen davon aus, dass grundlegende Werte bereits in der frühen Kindheit – oft durch die indirekte Wahrnehmung – geprägt werden. Damit kommt sowohl den Strukturen der Einrichtungen als auch dem täglichen Miteinander eine zentrale Bedeutung in der Wertevermittlung als Grundlage für ein moralisches Handeln zu.
Damit Kinder lernen, dass jedes Lebewesen ein Individuum ist, das wie wir Schmerz, Freude und Leid empfinden kann, sollten Tiere auch im Kita-Alltag immer als gleichberechtigte, empfindungsfähige Geschöpfe mit Persönlichkeit dargestellt werden, die eigene, artspezifische Bedürfnisse haben.
In den folgenden Bereichen können pädagogische Fachkräfte daher aktiv dazu beitragen, dass Kinder allen Tieren auf Augenhöhe begegnen und sie als fühlende Individuen respektieren:
- Mit gewaltfreier Sprache auch Tiere bedenken
Die Sprache ist zentrales Mittel zur Verständigung und darüber hinaus für die gesamte Entwicklung eines Kindes von großer Bedeutung. Mithilfe der Sprache entdecken Kinder die Welt, teilen sich anderen Menschen mit und knüpfen soziale Beziehungen. [4]
„Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt.” (Ludwig Wittgenstein)
- Bücher, Spiele, Lernmittel
Wählen Sie Spiele und Lehrmaterialien aus ökologischen Materialien und verwenden Sie keine tierischen Bestandteile wie Leder, Federn oder Wolle. Auch dafür werden fühlende Lebewesen in der Tierindustrie ausgebeutet, die wiederum maßgeblich zur Klimakatastrophe beiträgt.
Entscheiden Sie sich für Bücher und Geschichten, die Kindern nahebringen, dass jedes Geschöpf das Recht auf Leben hat, und ihnen Wissen über die artspezifischen Bedürfnisse und Lebensräume von Tieren vermitteln. Achten Sie auch hier auf eine sensible Sprache und Erzählweise. Weiterführende Informationen: www.petakids.de/kinderbuch-tiere
- Tierfreundliche Lernorte
„Außerschulische Lernorte“ bieten Heranwachsenden die Möglichkeit, ihre Umwelt zu entdecken und mit allen Sinnen zu erfahren. Besonders die Begegnung mit Tieren spielt für junge Menschen eine wichtige Rolle. Darum führen Kita-Ausflüge oftmals zu Zoos, Meeresparks oder landwirtschaftlichen Höfen. Leider fügen solche Einrichtungen den dort eingesperrten Tieren in der Regel erhebliches Leid zu und dienen weder einer zukunftsorientierten Umweltbildung noch dem Artenschutz. Sie stellen keine geeigneten außerschulischen Lernorte dar, um den Heranwachsenden einen empathischen und respektvollen Umgang mit der Natur und ihren Lebewesen zu vermitteln. Vielmehr verstärken solche Orte den unachtsamen und diskriminierenden Umgang mit anderen Tieren.
- Kitaverpflegung
Die Ernährung ist ein zentraler Faktor, der maßgeblich zum Tierleid und zur Klimakatastrophe beiträgt. Gleichzeitig ist sie jedoch auch ein Thema, das dem Nachwuchs ganz einfach spielerisch durch Erlebnislernen und mit allen Sinnen vermittelt werden kann. Anhand von Ritualen beim Essen, einem pflanzlichen Verpflegungsangebot, Ernährungsbildung und gemeinsamem Kochen können Sie bereits in der Kita einen wichtigen Grundstein dafür legen, dass Ihre Schützlinge zukünftig nachhaltige und tierfreundliche Entscheidungen treffen. Denn durch umfassende Aufklärung lernen sie, sich aus freien Stücken für eine tierfreundliche und gesunde Kost zu entscheiden.
Fazit: Mit gutem Beispiel voran
Pädagogische Fachkräfte können den Kindern Klimaschutz und Wertschätzung für die Natur tagtäglich aktiv vorleben. Die Strukturen in der Kita bieten den geeigneten Rahmen dafür. Wird auf tierfreundliche Sprache, Lernmaterialien, Ausflugsziele, Ernährung und Ausstattung geachtet, dann erleben Kinder ganz alltäglich, wie es gelingt, sich respektvoll gegenüber Tieren zu verhalten.
PETA Deutschland unterstützt Bildungseinrichtungen, pädagogische Fachkräfte und Eltern mit erziehungswissenschaftlich fundierten, kindgerechten Materialien und Informationsangeboten bei dieser Aufgabe.
Quellenverzeichnis
[1] Dr. Schüz, D./ Dr. Wolf, R. (2023): Jahrbuch 2023 für die Freunde von Albert Schweitzer, Humanität in Denken und Tun, https://albert-schweitzer-heute.de/wp-content/uploads/2023/07/AS_RB115_Layout_kompl.pdf (eingesehen am 01.10.2023)
[2] Ecarius, J./ Köbel, N./ Wahl, K.: Familie, Erziehung und Sozialisation. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, VS Verlag für Sozialwissenschaften Wiesbaden, 2011
[3] Bacher, J./ Beham-Rabanser, M./ Prandner, D.: Sozialstruktur und Wertewandel in Österreich. Wiesbaden: Springer VS Wiesbaden, 2018
[4] Förderverein für Jugend und Sozialarbeit e.V., Schlaumäuse, Frühkindlicher Spracherwerb, https://www.schlaumaeuse.de/Praxis/mediabase/pdf/Fruehkindlicher-Spracherwerb_572.pdf (eingesehen am 21.09.2023)
Tierschutz ist Klimaschutz. Tierschutz ist Demokratiebildung. Tierschutz ist Fortschritt.
„Ein Mensch ist erst dann wirklich moralisch, wenn er der ihm auferlegten Verpflichtung folgt, allem Leben zu helfen, dem er helfen kann [.…] Er fragt nicht danach, inwieweit dieses oder jenes Leben Sympathie verdient [.…] und auch nicht danach, inwieweit es in der Lage ist, zu fühlen.“ – Albert Schweitzer
Tierrechte in den Bildungsplänen als grundlegende Werte unserer Gesellschaft verankern
Gesellschaftliche Bildung bedeutet Bildung für eine nachhaltige Entwicklung. Sie bietet die Chance, nachfolgende Generationen zu zukunftsfähigem, moralischem Denken und Handeln zu befähigen. Dank gesellschaftlicher Bildung sind junge Menschen in der Lage, sich für Demokratie, Gleichberechtigung und unsere gesellschaftliche Verantwortung gegenüber allen Lebewesen starkzumachen. Wie kann es uns also gelingen, Kindern und Jugendlichen diese Werte handlungsorientiert zu vermitteln?
Junge Erwachsene werden tagtäglich mit persönlichen und gesellschaftlichen Krisen konfrontiert – wobei eine der aktuell vorherrschenden Problemsituationen die Klimakatastrophe ist. Jugendliche weltweit haben in den vergangenen Jahren ein Zeichen für Veränderung gesetzt und Politik und Wirtschaft zum Umdenken ermahnt.
Wir als Erwachsene tragen die Verantwortung, sie darin zu bestärken. Umdenken heißt, unsere Rolle auf der Welt, unsere Handlungen, unseren Umgang mit der Natur und – vor allem – die vorherrschende Ausbeutung und Diskriminierung aller Lebewesen kritisch zu hinterfragen.
Ob auf politischer Ebene oder im alltäglichen Leben: Der Schutz von Tieren muss in allen Bereichen unserer Gesellschaft Beachtung finden und sollte spätestens seit seiner Verankerung als Staatsziel im Grundgesetz fester Bestandteil der Schulbildung sein. Tierrechte lassen sich interdisziplinär in alle Fachbereiche integrieren und verdienen besondere Beachtung, denn Mitgefühl und Verantwortungsbewusstsein für unsere Umwelt sind essenzielle Teile unserer gesellschaftlichen Basis.
Mit Respekt und Verantwortungsbewusstsein zu mehr Klimaschutz und demokratischem Handeln
Die zunehmende Stärkung der Gesellschaftswissenschaften setzt ein wichtiges Zeichen für eine nachhaltige Entwicklung. Sie eröffnet die Chance, unsere gesellschaftliche Verantwortung für den Schutz unserer Umwelt und explizit für die negativen Auswirkungen unseres Handelns auf das Wohl aller Spezies in den Bildungsplänen zu verankern. Wer den Wert des Lebens und das Recht aller Lebewesen auf Freiheit, Selbstbestimmung und Wohlergehen als Grundwerte erlernt und anerkennt, wird sich auch gegen jede Form von Diskriminierung in unserer Gesellschaft aussprechen und demokratisch handeln.
Tierschutz ist lehrplanrelevant und lässt sich mühelos in der Schulpraxis umsetzen
Im Basisfach Gemeinschaftskunde lässt sich das Tierschutzgesetz problemlos im Bereich „Grundlagen des politischen Systems“ integrieren. Es dient als ideales Fallbeispiel für politische und demokratische Prozesse und die fortlaufende Weiterentwicklung unseres Grundgesetzes. Auch im Bereich internationaler Politik spielen die Rechte der Tiere eine zentrale Rolle. So behauptet die EU beispielsweise von sich, „einige der weltweit höchsten Tierschutzstandards“ zu haben. In der Schulpraxis können zum Beispiel in Verbindung mit dem Thema Freihandelsabkommen auch die Auswirkungen fehlender Tierschutzgesetze und Tierschutzstandards auf dem globalen Weltmarkt behandelt werden.
Auch im Bereich Geografie spielt unser Umgang mit Tieren eine wichtige Rolle. Mit zunehmender Bevölkerungsentwicklung und räumlicher Ausbreitung des Menschen gehen zwangsläufig auch Auswirkungen auf Naturräume und eine entsprechende Gefährdung anderer Spezies einher. Anhand geografischer Entwicklungen lässt sich der Rückgang von Biotopen und damit wichtiger Lebensräume verdeutlichen. Ob Moore, Wälder oder Tropen: Der Mensch breitet sich zunehmend aus und ist verantwortlich für das Aussterben zahlloser Tier- und Pflanzenarten. Unser Ziel sollte sein, nachfolgenden Generationen die komplexen Zusammenhänge zwischen menschlichem Verhalten und der Zerstörung von Lebensräumen zu verdeutlichen und sie zu zukunftsfähigem Handeln zu befähigen.
Ein praktisches Beispiel dafür bietet das Modell des 2.000-m2-Weltackers [1], ein Bildungsprojekt der Zukunftsstiftung Landwirtschaft zu unserem landwirtschaftlichen Flächenverbrauch. Das Modell verdeutlicht, dass wir über genügend landwirtschaftliche Fläche verfügen, um die grundlegenden Bedürfnisse aller Menschen zu decken. Doch allein in Deutschland wird auf rund 60 % der landwirtschaftlich genutzten Fläche Nahrung für sogenannte Nutztiere angebaut [2].
Würden wir beispielsweise die industrielle Tierhaltung abschaffen, könnten große Teile unserer Nutzflächen wieder renaturiert werden, während uns gleichzeitig genügend Nahrungsmittel und Rohstoffe zur Verfügung stünden.
Wie das Modell verdeutlicht, ist nicht der Bevölkerungszuwachs für den hohen Flächenverbrauch verantwortlich, sondern unser unwirtschaftlicher Ressourcenverbrauch. Dieser resultiert aus wirtschaftlichen Interessen und vor allem aus veralteten und längst überholten Landwirtschafts- und Ernährungskonzepten. Im Sinne der Agenda 2030 sollten Schüler:innen darin bestärkt werden, sich mit zukunftsfähigen Konzepten zu befassen und die Gründe unserer räumlichen Ausbreitung kritisch zu hinterfragen.
Fachübergreifende Lehre vom Schutz aller Lebewesen für gesellschaftlichen Fortschritt
Es gibt also eine Vielzahl an Möglichkeiten, Tierschutz und Tierrechte in den Bildungsplänen zu verankern und in den Unterricht zu integrieren. Die Frage ist nicht, ob wir die Relevanz unserer Verantwortung erkennen und handeln werden, sondern vielmehr, wann dies geschieht.
Das können Sie tun!
Sprechen Sie die Lehrkräfte Ihrer Kinder auf die Themen Tierethik und Tierrechte im Unterricht an und machen Sie sie im Zusammenhang mit der Behandlung dieser Themen im Unterricht gerne auf die Unterrichtsmaterialien unseres Online-Bildungsportals aufmerksam.
Bestärken Sie Ihre Kinder zudem darin, selbst aktiv zu werden und sich in Form von Referaten und Facharbeiten mit Fragen der Tierethik und Tierrechte zu beschäftigen. Auf der Website PETAKids.de findet sich zu diesem Zweck eine Fülle an kindgerechten Informationen. Auch im Hinblick auf die Organisation von Schulausflügen können Sie Einfluss nehmen und darauf achten, dass ausschließlich Einrichtungen besucht werden, in denen keine Tiere leiden.
Suchen Sie gerne auch das Gespräch mit anderen Eltern über die im Unterricht behandelten Inhalte und finden Sie Möglichkeiten, diesbezüglich mit den Lehrkräften in den Austausch zu gehen.
Gemeinsam können wir dafür eintreten, den Schutz von allen Tieren und ihren Lebensräumen im Schulunterricht zu verankern und die Weichen für eine zukunftsweisende und handlungsorientierte Bildung zu stellen.
Quellen:
[1] Zukunftsstiftung Landwirtschaft: 2000m2, https://www.2000m2.eu/ (eingesehen am 06.02.2023)
[2] Bundesinformationszentrum Landwirtschaft: Was wächst auf Deutschlands Feldern?, https://www.landwirtschaft.de/landwirtschaft-verstehen/wie-arbeiten-foerster-und-pflanzenbauer/was-waechst-auf-deutschlands-feldern (eingesehen am 06.02.2023)
Jungen Menschen Wissen über die Biologie der Tiere zu vermitteln und sie an einen respektvollen Umgang mit Natur, Mensch und Tier heranzuführen, ist ein unumstrittener Teil des Bildungsauftrags. Leider wird an manchen Schulen jedoch noch immer eine veraltete und gewaltvolle Praxis aufrechterhalten, bei der getötete Tiere oder ihre Organe seziert werden. Das Sezieren von Schweineaugen, Fischen oder Regenwürmern im Rahmen des Unterrichts ist kein angemessener Weg, um Wissen, Respekt und Mitgefühl gegenüber Tieren zu vermitteln. Tiere wurden an Schulen bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts seziert. Heutzutage gibt es deutlich fortschrittlichere Methoden für eine ethisch vertretbare und tierfreie Lehre. Anhand von Modellen, Bildern, Videos und anderen digitalen Angeboten können wir inzwischen die Anatomie aller Tiere kennenlernen, ohne dass dafür fühlende Lebewesen getötet und aufgeschnitten werden müssen. Ob in der Schule oder der Forschung: Zahlreiche Studien belegen, dass tierfreie Methoden und Modelle der Verwendung von Tieren in nichts nachstehen und zum Teil sogar bessere Lernergebnisse erzielen. Dank moderner Lehrmethoden bleibt Kindern auch die psychische Belastung erspart, die das Aufschneiden und Zerlegen von Tieren und ihren Körperteilen nachweislich verursachen kann.
Was tun, wenn Kinder im Unterricht tote Tiere sezieren sollen?
Gespräch mit der Lehrkraft suchen
Kinder sollten der Lehrkraft in einem Gespräch mitteilen, dass sie keine toten Tiere aufschneiden, zerschneiden und wegwerfen möchten. Wer nicht am Sezieren teilnehmen mag, kann nach einer Alternative fragen, bei der keine Tiere missbraucht werden, und muss keine weiteren Erklärungen abgeben oder versuchen, die eigene Position zu verteidigen – Kinder dürfen Mitgefühl haben und ihre Meinung vertreten! Dabei gilt es natürlich, ruhig und höflich zu bleiben und trotzdem deutlich zu machen, dass es keine Alternative ist, anderen Schüler:innen beim Sezieren zuzuschauen, denn so müssen Kinder indirekt doch am Sezieren teilnehmen.
Alternativen vorschlagen
Kinder können der Lehrkraft anbieten, Alternativen zu recherchieren, die den Anforderungen des Bildungsplans entsprechen. Dabei ist es hilfreich, zu verdeutlichen, dass sie gerne die gleiche Zeit und das gleiche Engagement investieren, um die Aufgabe mit einer tierfreundlichen Alternative zu erfüllen. Lehrkräfte können sich auf den Websites von PETA Deutschland über Alternativen informieren oder sich gleich an uns wenden.
Bitten Sie andere um Unterstützung
Es ist gut möglich, dass weitere Kinder nicht am Sezieren teilnehmen möchten. Vielleicht gibt es auch andere Eltern, die diese veraltete Praxis kritisch sehen. Kinder können sich dann mit ihren Mitschüler:innen zusammentun und auch Eltern können in den Austausch gehen, um gemeinsam das Gespräch mit der Schule zu suchen. Wenn Kindern dennoch gesagt wird, „Seziere oder es gibt eine schlechte Note“, sollten Eltern und Erziehende sich unbedingt an die Vertrauenslehrkraft, die Schulleitung oder die Elternvertretung wenden.
Wenn Ihr Kind bei seinem Vorhaben Unterstützung von uns haben möchte oder Fragen hat, besteht die Möglichkeit, eine Mail an [email protected] zu schreiben. Wir kontaktieren dann gerne die Schule. Natürlich erwähnen wir dabei keine persönlichen Daten wie den Namen Ihres Kindes. Wir bitten jedoch um genaue Infos dazu, wie die Schule heißt, wo genau sie sich befindet, in welchem Kurs oder Unterricht das Sezieren stattfinden soll und was genau mit welchen Tieren gemacht werden soll. Wir bitten dann die Schule, auf Alternativen zurückzugreifen.
Weitere Informationen finden Sie hier:
Studieren-ohne-Sezieren.de/Sezieren; www.peta.de/wp-content/uploads/2020/11/PETA-Broschuere-Kein-Sezieren-in-der-Schule_Uni-2016-04.pdf
PETAKids bietet eine Vielzahl an Möglichkeiten, Kinder für einen mitfühlenden Umgang mit Tieren zu sensibilisieren. Hier sind 7 Tipps dafür:
- Tierfreundliche Kinderbücher, die einen neuen, respektvollen Umgang mit allen Tieren vermitteln und speziesistische Denkmuster aufbrechen.
- Tierfreundliche Spielsachen und Begleitmaterialien.
- Tierfreundliche Ausflüge und Freizeitaktivitäten.
- Tierethische Themen in die Schule und Kita der Kinder tragen.
- Tierfreundliche Ernährung.
- Tiergerechte Sprache verwenden, um die Sicht auf Tiere in der alltäglichen Kommunikation zu wandeln.
- Die Stark-für-Tiere-Auszeichnung von PETAKids für Kinder, Schulklasse, AGs und auch Erwachsene, die besonderes Engagement für die Tiere zeigen.
Mehr über die Rolle von Tierethik in der Bildung und wie Kinder mit Mitgefühl für Tiere aufwachsen, erfahren Sie im Impulsvortrag „Tierrechtsbildung: Empathie für alle Tiere fördern“, der alle zwei Monate online stattfindet. Zudem bietet PETAKids digitale Austauschtreffen für alle engagierten Menschen an, die im Bereich der tierethischen Bildung aktiv sind oder aktiv werden wollen. Mehr erfahren Sie unter: bildungsportal.peta.de/veranstaltungen-tierethik/
Hinweis zum Jugendschutz
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