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Erste-Hilfe für Wildtiere - Tipps für richtige Hilfe

Immer wieder erhalten wir von mitfühlenden Menschen, die ein verletztes oder verwaistes Wildtier gefunden haben, zahlreiche Anfragen, wie sie am besten helfen können.
Wir freuen uns sehr, dass es Menschen gibt, die gerne helfen möchten – die Tiere können jede Hilfe gut gebrauchen!

Aber vor allem richtige Hilfe ist wichtig. Manchmal meint man es zu gut damit, junge Tiere zu 'retten' und in Wahrheit geht es diesen Babyvögeln und Säugetieren gut, ihre Eltern sind vielleicht ganz in der Nähe auf Futtersuche.
In den meisten Fällen, sollte man Jungtiere alleine lassen.

Wenn du ein Jungtier siehst, ist es wichtig, erstmal der Versuchung zu widerstehen, helfen zu wollen, außer natürlich, das Tier ist ganz eindeutig krank, verletzt, verwaist oder in direkter Gefahr.
Oft schadet man dem Tier, wenn man es von seinen Eltern trennt. Die höchsten Überlebenschancen hat ein Tier in der Obhut seiner Eltern!

Solltest du jedoch Zweifel haben, helfen dir Tipps, um herauszufinden, ob ein Tier Hilfe braucht und wenn ja, was zu tun ist.

Tipps, falls sofortige Hilfe notwendig ist:

Nestlinge

Es ist nicht wahr, dass Vogeleltern ihre Kinder verstoßen oder töten, wenn sie von Menschen berührt wurden.
Jungvögel, die aus dem Nest gefallen sind – Vögel ohne Federn, Flaum oder Federkiel – können zurück ins Nest gesetzt werden, wenn sie nicht verletzt oder sehr schwach sind.

Vielleicht musst du sanft ein Tuch über die Tiere werfen und sie dann behutsam zurück ins Nest setzen. Wenn du kein Tuch zur Hand hast, reibe deine Hände mit etwas Erde ein, hebe das Baby auf und setze es ins Nest.

Eltern von Jungvögeln werden ihre Kinder weiterhin mit Futter versorgen, wenn das Nest nicht vollkommen zerstört und an seinem ursprünglichen Platz ist.
Muttervögel füttern ihre Jungen normalerweise ungefähr alle 5 Minuten und es ist höchst ungewöhnlich, wenn eine Vogelmutter dem Nest länger als 15 Minuten fern bleibt.
Beobachte also aus einiger Entfernung mehrere Stunden lang das Nest.

Jungvögel sollten nur mitgenommen werden, wenn sie ganz klar von der Mutter verlassen wurden, verletzt sind oder sich in direkter Gefahr vor Katzen oder anderen Tieren befinden.
Wenn du das eigentliche Nest weder sehen noch erreichen kannst, kannst du den Jungtieren ein Ersatznest aus einem kleinen Körbchen, Küchensieb oder einer kleinen Plastikschüssel mit in den Boden gestanzten Löchern bauen.
Lege das 'Nest' mit Taschentuchstreifen aus – benutze keine Baumwolle, Gras, Heu oder Stroh (das kann zu Atemnot führen).
Hänge es an einen geschützten Ort, ganz in der Nähe des ursprünglichen Platzes (wenn möglich weniger als 1,5 Meter entfernt) auf.

Dann solltest du außer Reichweite gehen und das Nest beobachten, um sicherzustellen, dass die Eltern zurückkehren.
Wenn ein solches Ersatznest nicht möglich ist oder die Jungtiere nicht in das eigentliche Nest zurückgebracht werden können oder in dem Falle, dass die Eltern nicht zurückkehren, müssen die Jungtiere in einen weichen, gemütlichen, tassenförmigen Behälter gesetzt werden, wie z.B. in einen Margarinebehälter.

Die unterkühlten Babies kannst du in deinen Händen aufwärmen (falls diese warm sind!) oder sie in den mit Taschentuchstreifen ausgelegten Behälter setzen, diesen auf ein Heizkissen (niedrigste Stufe) oder unter eine Lampe.

Aber aufpassen, dass es den Jungtieren nicht zu heiß wird!
Wenn sie sich ausstrecken und röcheln, muss die Hitzeeinwirkung sofort verringert werden! Stelle das Nest in eine größere, luftdurchlässige Box
(wenn nötig kleine Löcher rein stechen) und platziere diese an einen warmen, ruhigen, sicheren Ort.
Berühre die Vögel nur wenn unbedingt notwendig.
Am Nötigsten brauchen sie Wärme, Ruhe, Dunkelheit und Nahrung.
Wenn du zu oft nach ihnen siehst (wozu man sich leicht verleiten lässt), sind sie unnötigem Stress ausgesetzt.

Küken

Küken, oder flügge Vögel, die meist schon Federn haben und gerade das Fliegen lernen, können ein Stück weiter in einen Baum oder ein dichtes Gebüsch gesetzt werden, wo sie sicher vor Straßenverkehr und Katzen sind.
Ihre Eltern sind normalerweise ganz in der Nähe, versuche also nie, sie zu retten, außer sie befinden sich in direkter Gefahr.
Ihre Eltern können ihnen schließlich am besten beibringen, wie man in der Natur überlebt.

Wenn ein Küken gerettet werden muss, benötigt es einen sicheren, geräumigen Käfig, der mit Ästen ausgestattet ist, die fest angebracht sind.

Ein abgedeckter Pappkarton, in dem Stöckchen befestigt sind, sollte vollkommen ausreichen. Kücken benötigen normalerweise keine zusätzliche Wärmequelle, dafür aber viel Ruhe.
Wahrscheinlich werden die Küken sehr viel Angst vor dir haben, sie sollten deshalb, so wenig wie möglich berührt werden.
Gib den Küken keine Flüssigkeit – die schadet ihnen mehr, als es hilft.

Eichhörnchen

Es kommt oft vor, dass ein Sturm das Nest eines Eichhörnchens vom Baum bläst und die Jungtiere dann gefunden werden.
Das Beste, das du tun kannst, um die Jungen wieder mit ihrer Mutter zu vereinen, ist, sie in einen Karton am Fuß des Baumes abzustellen.
Die Mutter wird ihre Babys im Normalfall wieder finden und an einen sicheren Ort bringen – allerdings nur, wenn sie sich sicher fühlt.
Widerstehe deshalb unbedingt der Versuchung, regelmäßig nach den Jungen zu sehen und stelle sicher, dass die Jungen vor Hunden, Katzen und aufdringlichen Zweibeinern sicher sind.
Vielleicht musst du die Jungen über Nacht ins Haus bringen, um der Wiedervereinigung am nächsten Tag noch eine Chance zu geben.
Es ist aber in jedem Fall am besten, den örtlichen Tierschutzverein oder das Tierheim um Rat zu fragen.

Nach deinem Erste-Hilfe-Einsatz:

Rufe in jedem Fall immer das örtliche Tierheim an oder einen Tierarzt vor Ort, sie können dir Telefonnummern von Auffangstationen für Igel, Vögel und andere Wildtiere geben und dir Hilfe anbieten.
Sobald du dort jemanden erreicht hast, solltest du die Tiere unverzüglich dort hin bringen.
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