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Findest du Hip-Hop cool? Dann kennst du den deutschen Rapper Albino aus Lübeck?

Albino beantwortet dir viele Fragen über Tierrecht, die dich sicherlich interessieren werden.

Albino ist natürlich ein Künstlername.

Ab seinem dreizehnten Lebensjahr begann Albino sich für Hip-Hop zu interessieren. Seine Karriere als Rapper begann im Jahr 1995.

Albino schreibt überwiegend politische Raps. 1999 schrieb er mit 'Ohne Rechte' erstmals ein Stück, das sich mit Tierrechten befasst und von da an begann auch sein Engagement in der Tierrechtsszene.

1998 veröffentlichte er mit der EP „Lyrischer Widerstand“ seine erste CD, sein Debütalbum „Vertuscht und Verschleiert“ erschien 2000. Im Jahr 2004 veröffentlichte Albino eine Tierrechts EP mit dem Titel „Kein Frieden“. Sein aktuelles Album heißt „Überlebenstraining“.
Albino lebt seit 1999 vegan und lehnt Tierprodukte ab. Er unterstützt oft tierrechtliche Demonstrationen musikalisch, wie beispielsweise die Großdemonstration gegen die Pelzmesse Fur & Fashion in Frankfurt.

Hier kannst du in einem Interview mit Albino lesen, warum er sich für Tiere einsetzt.

Was sind deine Lieblingstiere?

Ich spreche ungern von Lieblingstieren, da für mich alle Tiere, wie eben auch Menschen, einzigartige Lebewesen sind, die für mich alle gleich wertvoll sind. Natürlich habe ich in meinem Leben zu einigen Tieren eine besondere Beziehung aufgebaut. Seit ich ein kleiner Junge war, habe ich mit Katzen zusammengelebt. Deshalb habe ich eine ganz besondere Beziehung zu ihnen. Sissy, meine Katze, mit der ich 17 Jahre zusammengelebt habe, ist leider vor wenigen Monaten gestorben.

Wie bist du auf die Idee gekommen Musik über Tierrechte zu machen?

Als ich anfing mich intensiver mit der Gewalt an Tieren zu beschäftigen, viel mir besonders auf, dass es kaum Menschen gab, die sich für Tierrechte einsetzen und in der Öffentlichkeit über das gewalttätige Verhältnis des Menschen zum Tier berichten. Zwar begegnet man beispielsweise im Fernsehen häufig Tierschützern, die sich für eine bessere Behandlung von Tieren einsetzen. Einzelne Tierschicksale wie Eisbär Knut werden von Millionen Menschen mit viel Freude verfolgt. Aber alles was nicht klein, weich und süß aussieht und nicht zu den so genannten Haustieren zählt, wird nicht beachtet. Aber ein Pferd, das alt geworden ist und zum Schlachter kommt oder eben ein Schwein im Tiertransporter sind genauso wie Knut fühlende Lebewesen, die leben möchten. Nur diese Tiere erleben die Hölle, da sie für Menschen einen Zweck erfüllen müssen, sei es als „Versuchstier“ oder „Nutztier“. Die meisten Erwachsenen sprechen immer darüber wie schlecht und schlimm Gewalt ist. Doch die unglaubliche Brutalität und die in unserer Gesellschaft fast schon „normale“ Gewalt gegenüber solchen Tieren wird nicht erwähnt bzw. totgeschwiegen. Ich habe mir vorgenommen, dass überall dort, wo ich bin bzw. auftrete, dieses Unrecht von mir angesprochen werden soll, damit sich die Leute mit dieser Thematik beschäftigen müssen und für den Fall, dass sie es nicht besser wissen, aufgeklärt werden.

Hast du dich als Kind auch schon für Tiere eingesetzt?

Immer wenn ich Tieren begegnet bin, die verletzt waren oder in irgendeiner Form Hilfe benötigten, habe ich versucht, mich für sie einzusetzen. Als Kind kommt man dabei leider oft schnell an seine Grenzen. Beispielsweise habe ich mal als Junge versucht einer Kuh, die offensichtlich stark am Bein verletzt war, zu helfen. Der Bauer hat nichts unternommen, die Polizei fühlte sich nicht zuständig. Die Erwachsenen in der Umgebung hat es nicht interessiert. Als ich den Bauer suchte, bin ich in dessen dunklen Stall gegangen, in dem Kälber angekettet im Dreck standen. Ich glaube das war das erste Mal, dass ich diesem Desinteresse der Menschen bewusst begegnet bin und dass ich mich von dieser Gesellschaft und von meinen Mitmenschen völlig allein gelassen gefühlt habe.

Wie kam es dazu, dass du Vegetarier wurdest?

Ich habe ein Buch gelesen, dass sich mit der Gewalt an Tieren beschäftigt hat. Danach war klar, dass ich so nicht weiterleben konnte und aktiv etwas dagegen unternehmen musste. Mit dem Essen fing es an. Ich habe versucht meiner Mutter zu erklären, warum ich keine Fleischprodukte mehr essen wollte. Nach einer Woche, in der sie viel darüber nachgedacht hatte, was ich ihr erzählt und berichtet habe, hatte sie es verstanden. 6 Jahre später bin ich dann Veganer geworden, da dies der nächste und konsequente Schritt war.

Für die Milch (Kuhmilch) beispielsweise müssen leider auch Tiere sterben, da Kühe nur Milch geben können, wenn sie schwanger sind. Deshalb werden ständig neue Kälber geboren, die dann wiederum getötet werden, um beispielsweise zu Kalbsfleisch gemacht zu werden. Deshalb lehne ich mittlerweile auch alle Milchprodukte wie beispielsweise Käse und Quark ab. Die Milch gehört den Kälbern und nicht dem Menschen. Aber natürlich spreche ich mich auch gegen alle anderen Tierprodukte aus, sowie gegen Tierhaltung im Allgemeinen, denn wie ein bekannter Spruch aus der Tierrechtsszene so schön sagt: Artgerecht ist nur die Freiheit! Tierausbeutung bedeutet, dass ihnen eben diese Freiheit genommen wird. Dies ist eine Form der Gewalt, die in unserer Gesellschaft nicht hinterfragt und einfach verdrängt wird. Für Menschen, die sich mehr mit diesem Thema beschäftigen, ist diese Realität unfassbar und kaum auszuhalten.

Es geht mir mit meinen Texten darum, klar zu machen, dass es sich bei Schweinen, Kühen, Hühnern, genau wie bei Hunden und Katzen auch, um fühlende Individuen handelt, die genau wie wir Menschen Bedürfnisse haben. Wir haben die entscheidende Gemeinsamkeit Leid, Schmerz aber auch Freude und Glück zu erleben. Was gibt uns das Recht ihnen ihre Freiheit und ihr Leben zu nehmen?

Warum gibt es so viele Menschen, die kein Mitgefühl für Tiere haben?

Da gibt es sicherlich mehrere Gründe. Zum Einen liegt viel in der Erziehung des Menschen begründet. Wenn Werte wie Solidarität, also das Eintreten für Schwächere, von den Eltern nicht vorgelebt werden, wenn Mitgefühl unterdrückt bzw. lächerlich gemacht wird und wenn es an Wärme, Zuneigung, Zeit und Liebe mangelt, dann ist dieser Mensch wahrscheinlich sein Leben lang damit beschäftigt, seine eigenen Probleme zu bewältigen. Oft wird der Frust und die Wut an den Schwächeren ausgelassen und zu den Schwächsten in dieser Gesellschaft zählen nun leider die Kinder und Tiere. Ein weiterer wichtiger Grund ist der, dass die meisten Tiere nicht als fühlende, leidensfähige Wesen, sonders als Waren, als Sachen behandelt werden. Viele Menschen verdienen mit und durch Tiere ihr Geld. Da dies schon sehr lange so ist, erscheint es für die meisten Menschen normal, dass es „Nutztiere“ gibt, die schlecht behandelt und getötet werden dürfen um beispielsweise als Fleisch auf dem Teller zu landen. Tierrechtler und Tierbefreier gehen aber davon aus, dass jedes Tier, so wie auch jeder Mensch, ein Recht auf ein Leben in Freiheit und ohne Gewalt hat.
Dies sind nur zwei von sehr vielen Gründen, die ich hier erwähne.

Welche Musik hörst du, wenn du nicht deine Musik hörst?

Ich höre gerne Keltische Musik, beispielsweise Loreena McKennit.
Ansonsten höre ich viel Rapmusik, meist auch von befreundeten Rappern wie Callya, Madcap, Chaoze One, Holger Burner, Torch, Toni L usw.

Kannst du einen Tipp geben, wie sich Kinder für Tiere stark machen können?

Ich kann allen Kindern nur raten, auf ihr Gerechtigkeits- und Mitgefühl zu hören und darauf zu vertrauen. Das ist es was zählt. Lasst euch nicht von den Erwachsenen, die sich mit der traurigen und fast aussichtslosen Lage der Tiere abgefunden haben, davon abbringen auf eure innere Stimme zu hören. Ihr könnt die Welt verändern. Veränderung fängt bei einem selbst an. Glaubt an euch und hört auf euer Herz. Sprecht mit euren Eltern über das Unrecht, das den Tieren von den Menschen angetan wird und informiert euch auf Internetseiten von Tierrechtsgruppen über die vielen Alternativen die es zu Fleisch, Fisch, Milch usw. gibt. Mittlerweile gibt es auch viele gute Bücher, die sich mit Tierrechten und Tierbefreiung befassen.

Vielen Dank für das tolle Interview, lieber Albino!

Weitere Infos auf Albinos Website
Helden Für Tiere
Überall auf der Welt werden Kinder zu aktiven und engagierten Tierschützern. Lese hier mehr über die Helden für Tiere.