

Gänse gehören zu den reaktionsschnellsten Tieren und haben ein exzellentes Gehör. Außerdem haben sie einen ausgeprägten Familiensinn, bleiben ein Leben lang mit ihrem Partner zusammen und trauern, wenn dieser stirbt. Sie können erblindete Artgenossen füttern und noch vieles mehr.
Gänse bleiben ihren Familien gegenüber sehr treu: Sie wählen einen Partner auf Lebenszeit und gehen mit ihrem Partner und den Kindern sehr beschützerisch um.
Wird ein Familienmitglied krank oder verletzt sich, weigert die Gans sich häufig, ihm von der Seite zu weichen, selbst wenn der Winter naht und die anderen Gänse ihrer Gruppe in den Süden fliegen.
Diejenigen, die einmal Zeit damit zugebracht haben, Gänse zu beobachten, berichten, dass sie genauso Gefühle empfinden wie wir: Wird der Partner einer Gans getötet oder werden ihre Eier zerstört, zieht sie sich von der Gruppe der übrigen Gänse zurück, während sie trauert.. Ist ihr Partner gestorben, verbringen manche Gänse den gesamten Rest ihres Lebens als Witwe/Witwer und weigern sich, sich erneut zu paaren.
Und das kann eine lange Zeit sein, denn Gänse leben bis zu 25 Jahre lang.
Mehrere Gänsefamilien finden sich zusammen, um eine größere Gruppe zu bilden, die man als Schar bezeichnet. Diese Zahlenstärke kommt ihnen zugute, wenn sie lange Entfernungen fliegen.
So schützen sie nicht nur ihre eigenen Familien, sondern die Gänse geben auch aufeinander Acht in ihrer Schar: Wird eine Gans während des Fluges abgeschossen, bleiben einige der anderen Gänse zurück, um nach ihrem verletzten Freund zu schauen.
Gänse sind Meister im Fliegen, die Tausende von Kilometern während ihrer jährlichen Züge zurücklegen können. Sie fliegen in der charakteristischen V-Formation, so dass die Gänse vorne den Luftwiderstand für die hinteren verringern.
Diese erstaunliche Windschneidetechnik hilft den Gänsen, zusammen in der Gruppe etwa 70 Prozent weiter zu fliegen, als sie es einzeln schaffen würden. Die Gänse wechseln von vorne nach hinten, wenn sie müde werden, und diejenigen, die hinten sind, schreien, um die Führer anzufeuern.
Gänse verfügen über ein langes Gedächtnis, und sie setzen ihnen vertraute landschaftliche Merkmale und die Sterne ein, um sich bei ihren jährlichen Zügen zu orientieren.
Keine Gänse essen
Gänse werden von der Fleischindustrie entsetzlich behandelt. In den Mastbetrieben bekommen sie meist Wachstumshormone, da sie einzig und allein zu dem Zweck gezüchtet werden, in kurzer Zeit enorm an Gewicht zuzulegen.
Dies führt zu Gelenksentzündungen, verkrüppelten und gebrochenen Beinen, Atemnot und Herzanfällen.
Vögel, die für Foie gras (Stopfleber) aufgezogen werden, erleiden ein noch schlimmeres Schicksal.
Keine Daunen
Zusätzlich werden Gänse gerupft, um Daunen zu gewinnen, die in Anoraks, Bettdecken oder Schlafsäcken verschwinden.
Dabei werden den Tieren sämtliche weiche Federn vom Leib gerissen. Häufig werden große Hautstücke mit ausgerissen.
Schon bei dem Gedanken daran bekommt man eine „Gänsehaut“.