Knut, Flocke, Wilbär & CO: von Superstars zu Verlierern!
Vor Kurzem haben Knut, Flocke und Wilbär noch die Herzen der Menschen erobert – aber mal ehrlich, wann haben wir das letzte Mal etwas von den ehemaligen Lieblingen der Zoobesucher gehört?
Nachdem sie nun keine süßen, niedlichen Babys mehr sind, bleiben sie mehr oder weniger uninteressant, wie viele andere Eisbärbabys vor ihnen auch.
Allen anderen Tierbabys im Zoo wird es leider ähnlich ergehen, aber vorher müssen die Kassen der Zoos und der Souvenirläden voll werden! Leider!
Tiere werden in Zoos gezüchtet, da Tierbabys die leeren Kassen füllen. Sobald Zeitungen darüber schreiben, dass es in einem Zoo putzige Babys zu bestaunen gibt, stehen Menschentrauben vor dem Gehege.
Doch umso größer diese süßen Babys werden, umso kleiner werden die Besucherzahlen. Die Menschen verlieren das Interesse und gehen schnell weiter zum nächsten Käfig, während Knut, Flocke, Wilbär und andere Jungtiere in ihren Gehegen ein armseliges Leben führen.
Sie führen ein armseliges Leben, das auf wenige Quadratmeter beschränkt ist. Wenn Lebewesen ihre natürlichen Bedürfnisse nicht ausleben können, werden sie krank.
Das zeigt sich auch in ihrem Verhalten, man spricht von Verhaltensstörungen. Bei Eisbären in Gefangenschaft wird häufig beobachtet, wie sie ständig hin und hergehen, den Kopf hin und her schwenken, man nennt das Weben.
Auch ist das Drehen des Kopfes eine typische Eisbärenverhaltensstörung.
Erwachsene Tiere werden in Zoos häufig wie Müll von gestern aussortiert.
Der Brillenbär, der vorher in Knuts Käfig lebte, musste Platz machen, als das Baby da war und wurde in einen anderen Zoo abgeschoben. Über ihn schrieb keine Zeitung. Man hörte auch recht wenig über einen Schweizer Zoo, der zwei gefährdete Löwenbabys umbrachte, nur weil nicht genug Platz da war.
Entweder führen Tierbabys ein trauriges Leben in Gefangenschaft oder sie verschwinden auf geheimnisvolle Weise. Wo die einst süßen und niedlichen Kassenstars dann später verbleiben, darüber schweigen die Zoos bewusst.
Im Tiergarten Nürnberg schweigen die Zoobetreiber über den Verbleib des eines Wolfnachwuchses, ebenso über das Schicksal des Tigerbabys Gawan. Doch Nürnberg ist leider kein Einzelfall. Der Tierpark Berlin hat ein Zwergflusspferd und vier Kragenbären an einen angeblich 'seriösen' Tierhändler abgegeben und weiß nicht was aus ihnen geworden ist.
Viele Tiere sind tot mehr wert als lebendig.
Nicht mehr gebrauchte Zootiere enden manchmal in speziell eingerichteten Jagdgebieten, wo sie eine leichte Beute für Hobbyjäger sind, die dafür viel Geld bezahlen.
Organe und Körperteile, wie Bärenpfoten und Gallenblasen, exotischer Tiere werden häufig zur Herstellung traditioneller chinesischer Medizin und die Köpfe und Felle an Sammler verkauft.
Tierfreunde sollten Gruppen unterstützen, die sich für die Erhaltung natürlicher Lebensräume einsetzen oder Vorort Auffangstationen betreiben.
Dort werden verwaiste Tiere aufgenommen und dürfen den Rest ihres Lebens dort verbringen – ohne gezüchtet oder aussortiert zu werden, sobald sie nicht mehr klein und süß sind.